Gefühle verstehen - Wenn die Partnerin bereit
Hallo zusammen,
erstmal vorweg: Ich bin selbst die Partnerin mit Kind. Aber ich versuche zu verstehen, was diese Konstellation für meine Partnerin nun bedeutet.
Meine/ unsere Geschichte:
Ich wuchs in den Glauben auf, dass ich hetero bin. Hatte nur zwei Beziehungen. Eine zweijährige Beziehung zu einem Jungen während der Schulzeit und dann die fast 7 Jahre mit meinem späteren Mann. Wie bekamen ein Kind, dass wir über alles liebten und heirateten. Alles war perfekt. Wir verstanden uns blind, hatten die gleichen Vorstellungen für die Zukunft und Einstellungen in der Beziehung. Ich hatte eine wunderbare Beziehung zu meiner Schwiegermutter und meine Trauzeugin auch durch meinen Mann kennengelernt. Doch es kam alles anderes. Dieser dumpfe Schrei auf meinem Innern wurde lauter. Irgendetwas fehlte mir. Ich lebte wie in einem Traum. Wie eine leere Hülle im perfekten Leben. Es fühlte sich an, als würde ich das Leben einer anderen Leben. Und ich träumte von Frauen... Irgendwann gestand ich mir ein, dass ich sie sexuell attraktiv finde und legte für mich fest, dass ich wohl bi bin... Das half mir etwas, doch die Sehnsucht wurde größer und ich mied es immer häufiger mit meinem Mann intim zu werden. Ich wollte nicht mehr von ihm angefasst werden oder ihn anfassen. Aber ich hatte eine Familie und ich liebte meinen Mann. Es zerriss mich innerlich. Und dann musste ich mich auch noch dabei erwischen, wie ich an eine gute Freundin denke. Nicht sonderlich erotisch, sondern eher zärtlich... Ich war unendlich verwirrt. Denn das konnte ich nun wirklich nicht so auf reine sexuelle Sehnsucht schieben. Die Gefühle waren... anders... Ich wusste nicht was es war, aber etwas in mir trieb mich an, genau das herauszufinden. Geradezu ohne Rücksicht auf Mann und Kind. Und inzwischen weiß ich auch, warum ich diesem Weg so gierig folgte. Ich war dabei zum ersten Mal ich selbst zu sein. Voll und ganz. Mit der Liebe zu einer Frau. Mit dem Eingeständnis lesbisch zu sein. Ich trennte mich von meinem Mann und kam kurz darauf mit ihr zusammen. Es war wirklich nicht leicht, denn wir beide hatten keine eigene Wohnung (Eltern). Mit Kleinkind und Trennung vom Mann und ihren Eltern, die erstmal mit mir als weiblicher Partnerin klar kommen mussten sicher nicht der ideale Start in eine Beziehung. Und dann ist es auch noch für beide von uns die erste Beziehung zu einer Frau, für sie sogar die erste überhaupt. Und dann direkt mit einem kleinen Kind. Mein Sohn war, als sie und ich zusammenkamen, ca. 1 1/2 Jahre alt. Er begann erst zu dieser Zeit langsam mit dem Sprechen. Heute, etwas mehr als ein Jahr später, quasselt er am laufenden Band. Die Scheidung verlief sehr friedlich und sie und ich wohnen inzwischen seit 4 Monaten zusammen. Der Kleine wechselt etwa wöchentlich zwischen uns und seinem Vater. Das klappt recht gut.
Nun will ich aber verstehen, was unser Alltag für Gefühle in meiner Partnerin auslöst. Wir reden zwar sehr offen, aber ich habe manchmal Probleme damit ihre Probleme richtig zu sehen. Und das finde ich furchtbar. Ich hoffe von euch weitere Perspektiven zu bekommen.
Ich bemühe mich meistens, sie nicht zu oft als Betreuung für meinen Sohn einzuplanen. Sie hat zwar ein sehr gutes Verhältnis zu ihm, ist aber manchmal mit ihrer unfreiwilligen Rolle als "Quasi-Elternteil" überlastet. Es fällt mir schwer die richtige Balance zu finden zwischen, wir sind Familie und sie braucht Freiraum.
Ihre Rolle muss schwer sein, denn welches Recht hat sie sich in die Erziehung des Kleinen einzumischen? Ich tausche mich zwar immer mit ihr aus und frage nach ihrer Meinung, aber ich würde sie nicht als zweite Mutter bezeichnen. Und irgendwie ist das komisch. Wir erziehen den Kleinen gemeinsam und vielleicht kommt irgendwann der Punkt, wo sie sich als eine Art zweite Mutter für ihn fühlt, aber jetzt definitiv nicht. Ich denke sie definiert sich im Moment anders und ihr Bild wandelt sich auch immer wieder. Ich habe Angst sie in diesem Prozess zu verletzten, wenn ich sie überlaste oder zu sehr außen vor lasse. (z.B. bei der Bezeichnung "mein" Sohn, oder kannst du dich um ihn kümmern, wenn ich ab Wochenende arbeiten muss?) Hinzu kommt aktuell die Namensverwirrung meines Sohnes. Mal sagt er ihren Kosenamen, mal Mama und Mal ihren normalen Vornamen...
Es gibt hier in der Community doch sicher Menschen, die mir von ihrer Reise durch diese Phase berichten können. Vielleicht verstehe ich es dann besser und lerne besser mit dieser Situation umzugehen.
Vielen Dank im Voraus
Ich bin sehr auf eure Geschichten gespannt.
Liebe Grüße
Fabalina
erstmal vorweg: Ich bin selbst die Partnerin mit Kind. Aber ich versuche zu verstehen, was diese Konstellation für meine Partnerin nun bedeutet.
Meine/ unsere Geschichte:
Ich wuchs in den Glauben auf, dass ich hetero bin. Hatte nur zwei Beziehungen. Eine zweijährige Beziehung zu einem Jungen während der Schulzeit und dann die fast 7 Jahre mit meinem späteren Mann. Wie bekamen ein Kind, dass wir über alles liebten und heirateten. Alles war perfekt. Wir verstanden uns blind, hatten die gleichen Vorstellungen für die Zukunft und Einstellungen in der Beziehung. Ich hatte eine wunderbare Beziehung zu meiner Schwiegermutter und meine Trauzeugin auch durch meinen Mann kennengelernt. Doch es kam alles anderes. Dieser dumpfe Schrei auf meinem Innern wurde lauter. Irgendetwas fehlte mir. Ich lebte wie in einem Traum. Wie eine leere Hülle im perfekten Leben. Es fühlte sich an, als würde ich das Leben einer anderen Leben. Und ich träumte von Frauen... Irgendwann gestand ich mir ein, dass ich sie sexuell attraktiv finde und legte für mich fest, dass ich wohl bi bin... Das half mir etwas, doch die Sehnsucht wurde größer und ich mied es immer häufiger mit meinem Mann intim zu werden. Ich wollte nicht mehr von ihm angefasst werden oder ihn anfassen. Aber ich hatte eine Familie und ich liebte meinen Mann. Es zerriss mich innerlich. Und dann musste ich mich auch noch dabei erwischen, wie ich an eine gute Freundin denke. Nicht sonderlich erotisch, sondern eher zärtlich... Ich war unendlich verwirrt. Denn das konnte ich nun wirklich nicht so auf reine sexuelle Sehnsucht schieben. Die Gefühle waren... anders... Ich wusste nicht was es war, aber etwas in mir trieb mich an, genau das herauszufinden. Geradezu ohne Rücksicht auf Mann und Kind. Und inzwischen weiß ich auch, warum ich diesem Weg so gierig folgte. Ich war dabei zum ersten Mal ich selbst zu sein. Voll und ganz. Mit der Liebe zu einer Frau. Mit dem Eingeständnis lesbisch zu sein. Ich trennte mich von meinem Mann und kam kurz darauf mit ihr zusammen. Es war wirklich nicht leicht, denn wir beide hatten keine eigene Wohnung (Eltern). Mit Kleinkind und Trennung vom Mann und ihren Eltern, die erstmal mit mir als weiblicher Partnerin klar kommen mussten sicher nicht der ideale Start in eine Beziehung. Und dann ist es auch noch für beide von uns die erste Beziehung zu einer Frau, für sie sogar die erste überhaupt. Und dann direkt mit einem kleinen Kind. Mein Sohn war, als sie und ich zusammenkamen, ca. 1 1/2 Jahre alt. Er begann erst zu dieser Zeit langsam mit dem Sprechen. Heute, etwas mehr als ein Jahr später, quasselt er am laufenden Band. Die Scheidung verlief sehr friedlich und sie und ich wohnen inzwischen seit 4 Monaten zusammen. Der Kleine wechselt etwa wöchentlich zwischen uns und seinem Vater. Das klappt recht gut.
Nun will ich aber verstehen, was unser Alltag für Gefühle in meiner Partnerin auslöst. Wir reden zwar sehr offen, aber ich habe manchmal Probleme damit ihre Probleme richtig zu sehen. Und das finde ich furchtbar. Ich hoffe von euch weitere Perspektiven zu bekommen.
Ich bemühe mich meistens, sie nicht zu oft als Betreuung für meinen Sohn einzuplanen. Sie hat zwar ein sehr gutes Verhältnis zu ihm, ist aber manchmal mit ihrer unfreiwilligen Rolle als "Quasi-Elternteil" überlastet. Es fällt mir schwer die richtige Balance zu finden zwischen, wir sind Familie und sie braucht Freiraum.
Ihre Rolle muss schwer sein, denn welches Recht hat sie sich in die Erziehung des Kleinen einzumischen? Ich tausche mich zwar immer mit ihr aus und frage nach ihrer Meinung, aber ich würde sie nicht als zweite Mutter bezeichnen. Und irgendwie ist das komisch. Wir erziehen den Kleinen gemeinsam und vielleicht kommt irgendwann der Punkt, wo sie sich als eine Art zweite Mutter für ihn fühlt, aber jetzt definitiv nicht. Ich denke sie definiert sich im Moment anders und ihr Bild wandelt sich auch immer wieder. Ich habe Angst sie in diesem Prozess zu verletzten, wenn ich sie überlaste oder zu sehr außen vor lasse. (z.B. bei der Bezeichnung "mein" Sohn, oder kannst du dich um ihn kümmern, wenn ich ab Wochenende arbeiten muss?) Hinzu kommt aktuell die Namensverwirrung meines Sohnes. Mal sagt er ihren Kosenamen, mal Mama und Mal ihren normalen Vornamen...
Es gibt hier in der Community doch sicher Menschen, die mir von ihrer Reise durch diese Phase berichten können. Vielleicht verstehe ich es dann besser und lerne besser mit dieser Situation umzugehen.
Vielen Dank im Voraus
Ich bin sehr auf eure Geschichten gespannt.
Liebe Grüße
Fabalina