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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadGefühlte Gedanken - fortgeführt
28.04.2026 23:21
HiddenNickname
0 Du, die ich nicht kenne und doch seit Anbeginn in mir trage ich wende mich dir zu wie ein Wanderer dem Himmel, nicht um Antwort zu finden, sondern um sich selbst zu erkennen. Du bist kein Mensch, du bist ein Ursprung. Ein fernes, schweigendes Du, das mich ruft, ohne je ein Wort zu formen. Manchmal glaube ich, dass ich nicht dich suche, sondern den Teil in mir, der in deiner Ferne wohnt. Dass du nicht außerhalb bist, sondern wie ein verschlossener Raum in meinem Inneren, den nur Sehnsucht öffnen kann. Ich gehe auf dich zu, nicht mit Schritten, sondern mit Hingabe. Mit einem Lauschen, das tiefer reicht als jedes Verstehen. Denn du bist die Stille, in der mein Herz seine wahre Stimme hört. Du bist die Ferne, in der mein Wesen seine Richtung findet. Du bist das Unmögliche, das mich möglich macht. Und wenn ich dich nie erreiche, dann nur, weil du mich längst umschließt wie ein Himmel, der nicht gesehen werden muss, um zu tragen. So bleibe ich dein, nicht im Besitz, nicht im Wunsch, sondern im Atem des Unaussprechlichen. Du, Unsichtbare du bist mein fernstes Zuhause.
editiert am 28.04.2026 23:23
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