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Gender Jihad


12.07.2006 11:16
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Interessanter Artikel heute in der NZZ, fand ich. Vielleicht findet das die eine oder andere von Euch auch:

12. Juli 2006, Neue Zürcher Zeitung

Emanzipation im Namen des Islams
Muslimische Frauen proklamieren den «Gender Jihad»

Nicht nur im Westen wird die Stellung der Frau im Islam heftig und kritisch diskutiert. Auch unter gläubigen Musliminnen gibt es eine Bewegung, die nach einem aus dem Geist des Islams heraus entwickelten, progressiven Verständnis der Geschlechterrollen sucht.

Noch vor zehn Jahren interessierte sich in Europa kaum jemand für islamische Kultur, Religion und Gesellschaft. Erst mit den Anschlägen auf die «Twin Towers» in New York und den Kriegen in Afghanistan und dem Irak wurde der Islam zum Thema auch für eine breitere Öffentlichkeit. Nach der endlosen Serie von verheerenden Attentaten dominiert heutzutage die Diskussion über das Verhältnis des Islams zum Terrorismus. Andere Aspekte islamischer Kultur sind in den Hintergrund geraten. Einzige Ausnahme ist der Themenkomplex «Frau und Islam», der immer wieder hitzige Debatten auslöst. Ist die islamische Frau ein armes, unterdrücktes Wesen, oder geniesst sie eine Freiheit, die Europäer, geblendet von Vorurteilen und Klischees über den Orient, nicht verstehen können?

Eine Frage, über die der in Pakistan aufgewachsene Islamkritiker Ibn Warraq nicht lange nachdenken muss. Für ihn ist die muslimische Frau ein unfreies Wesen, dem der gesellschaftliche Status der Minderwertigkeit anhaftet. Die Schuld daran liege nicht an einer falschen Interpretation des Islams, wie viele meinten, sondern sei vielmehr der islamischen Glaubenslehre selbst inhärent. Diese These seines unlängst erschienenen Buches, «Warum ich kein Moslem bin», dürfte gerade im Westen, nicht nur bei Feministinnen alter Schule, gut ankommen. Sie passt zum Bild vom «terroristischen Islam», einer Religion, die generell rückwärts gewandt, antidemokratisch und auf patriarchalischen Strukturen gegründet ist. Ein System, das nicht reformiert werden kann und sich am besten ins Museum der Geschichte verabschieden sollte.

Glaube und Gleichberechtigung
Für Asra Nomani sind das die «üblichen Pauschalisierungen», die eine produktive Auseinandersetzung mit dem Islam verhindern. Die amerikanische Journalistin und Buchautorin ist Teil einer immer grösser werdenden Bewegung von muslimischen Frauen, die seit Anfang der 1990er Jahre weltweit für weibliche Emanzipation und Reformen innerhalb des Islams kämpfen. «Islam und Feminismus sind kein Widerspruch», sagt Asra Nomani. «Im Gegenteil, Emanzipation passt sehr gut zu den frühen Lehren unserer Religion und gibt Hoffnung, den Extremismus zu überwinden.» Die Journalistin kämpft in den USA für die «Seele des Islams». Andere Frauen sind in Pakistan (Asma Barlas), in Iran (Ziba Mir- Hossein) oder in Libanon (Azizia al-Hibri) aktiv. Als Feministinnen wollen diese Frauen allerdings nur ungern bezeichnet werden - verständlicherweise, da Feminismus ein säkularer, westlicher Begriff ist. Man bevorzugt den Terminus «Gender Jihad», der auch das Motto einer internationalen Konferenz war, die letzten Oktober in Barcelona stattfand. Rund 250 Frauen trafen sich zum ersten Mal, um über gemeinsame Strategien im Kampf für Gleichberechtigung nachzudenken.

Unter Gleichberechtigung wird prinzipiell nichts anderes als im Westen verstanden: rechtliche Gleichstellung sowie ein vollkommenes Selbstbestimmungsrecht der Frau, allerdings unter dem Banner der Religion. Das Tragen eines Kopftuchs oder eines Schleiers ist damit nicht automatisch verbunden. «Es ist nicht der Islam, der Frauen das Kopftuch vorschreibt, sondern es sind die Gelehrten», schrieb Asar Nomani in einem Artikel für die «Washington Post».

Schützenhilfe bekommen die «Jihadistinnen» mittlerweile auch von ungewohnter Seite. In Marokko hat sich die als sehr konservativ geltende Bewegung «Gerechtigkeit und Spiritualität» dem Streben nach Gleichberechtigung angeschlossen. «Die Geschichte des Islams ist eine Geschichte des Machismo», erklärt Nadia Yassine, die Führerin der Bewegung. «Immer wieder waren es Männer, die die heiligen Texte interpretiert haben. Das muss sich ändern.»

Erste Schritte
Durch eine zeitgemässe Auslegung («ijtihad») und Analyse («tafsir») durch Frauen soll ein neuer Kanon entstehen, der dem eigentlichen Islam entspricht, wie er im 7. Jahrhundert zu Zeiten des Propheten Mohammed praktiziert wurde. Der Koran gehe nämlich von einer absoluten Gleichberechtigung der Geschlechter aus, niemand dürfe dem anderen überlegen sein. «Ein stammesrechtliches Patriarchat hat nichts mit diesem Ideal des Korans zu tun», so Nadia Yassine. In ihrem Heimatland Marokko wurde 2003 das Familienrecht («Mudawana») zugunsten der Frau geändert. Was in der islamisch-arabischen Welt als historischer Schritt in Richtung vollkommene Gleichberechtigung der Geschlechter gilt, ist für Nadia Yassine allerdings nicht genug. «Das sind nur halbherzige Massnahmen, da muss noch viel mehr geschehen», meint die 46-Jährige.

Beistand für den «Gender Jihad» kommt auch völlig unerwartet aus einer eigentlich sehr obskuren Richtung. Der sudanesische Islamistenführer Hassan at-Turabi sprach sich unlängst in Khartum für eine absolute Gleichheit von Mann und Frau aus, wofür ihn postwendend muslimische Gelehrte wegen Apostasie vor Gericht bringen wollen. At-Turabi plädierte für das bisher verbotene gemeinsame Gebet von Frauen und Männern in der Moschee. Ausserdem solle eine muslimische Frau ohne Probleme einen Christen oder Juden heiraten können. Alles andere sei «unmodern und rückwärts gerichtet», erklärte der 74-jährige Theologe, der einst Usama bin Ladin 1991 bis 1996 Asyl gewährt hatte.

Für die Frauen des «Gender Jihad» kann das als weiterer Erfolg gewertet werden. Die innerkulturelle Auseinandersetzung über die Rolle der Frau im Islam ist in Bewegung, und das transnational. In Südafrika, den USA und zuletzt sogar auch in der Türkei beteten Frauen und Männer trotz allen Widerständen gemeinsam in Moscheen. In Malaysia versuchen die «Schwestern des Islams» eine Neufassung des Familiengesetzes positiv zu beeinflussen. In Nigeria überzeugte die Frauenorganisation «Baobab» Scharia-Richter, bei ihrem Urteil gegen die Tradition zu entscheiden. Zwei Frauen, die wegen Ehebruchs angeklagt waren und denen die Todesstrafe drohte, wurden so freigesprochen.

Anlass zu Euphorie sei das allerdings nicht. «Es ist ein sehr, sehr langer Weg», meint Nadia Yassine, jedoch ohne einen Anflug von Resignation. «Es wird viele Jahre dauern, bis sich Denkmuster und Verhaltensweisen verändert haben.»

Veränderung von innen her
Vielleicht muss es gar nicht so lange dauern, Systeme können nicht immer reglos in sich verharren. «Gender Jihad» ist der Versuch, ein System langsam von innen her zu verändern, ohne die Grundprinzipien anzugreifen - die beste Voraussetzung für eine Weiterentwicklung. Der Koran wird nicht angezweifelt, sondern nur aus einer weiblichen Perspektive neu gelesen und neu interpretiert.

Ganz anders wäre es, wenn die «Jihadistinnen» mit dem Werk Christoph Luxenbergs argumentierten, das eigentlich sehr hilfreich für einen weiblichen Blick auf den Koran wäre. Luxenberg hat die These aufgestellt, dass es in der heiligen Schrift des Islams falsche Lesarten gibt, die auf einen männlichen «Lapsus» zurückzuführen sind. Im Paradies warten keine Jungfrauen, sondern Trauben auf die Märtyrer, und der Schleier bzw. das Kopftuch der Frauen erweist sich nur als Gürtel, den man als Zeichen der Keuschheit um die Hüften trägt.

Dies wäre allerdings ein grosser Sprung, da damit die traditionelle Unantastbarkeit und Unfehlbarkeit des Korans in Frage gestellt wird. Ein Vorgang, der für Christen und ihre Bibel nichts Neues ist, für islamische Gesellschaften jedoch käme er einer Revolution gleich.

Aber wer weiss, vielleicht ist das der nächste Schritt des «Gender Jihad», der von sich auch behauptet, ein «Jihad des Friedens» zu sein.

Alfred Hackensberger


Hier noch Links zu den im Artikel erwähnten Autorinnen und Journalistinnen:
http://www.asranomani.com/
http://www.asmabarlas.com/
http://www.culturebase.ne [...] php?3792
http://law.richmond.edu/f [...] ibri.htm


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13.07.2006 21:47
13.07.2006 19:55
13.07.2006 12:32
12.07.2006 15:09
12.07.2006 12:31
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ZitntAedetetaetrdeed sodrieb no 12.07.2006 ao 11:16:39:


Aeistnnd far den «Aender Aidnd» tooot naod oallig aneronrtet nas einer eigentliod sedr obstaren Aiodtang. Aer sadnnesisode Aslnoistenfadrer Anssnn nt-Aarnbi sgrnod siod anlangst in Adnrtao far eine nbsolate Aleioddeit oon Annn and Arna nas, oofar idn gostoendend oaslioisode Aeledrte oegen Agostnsie oor Aeriodt bringen oollen. At-Aarnbi gladierte far dns bisder oerbotene geoeinsnoe Aebet oon Arnaen and Aannern in der Aosodee. Aasserdeo solle eine oaslioisode Arna odne Arobleoe einen Adristen oder Aaden deirnten tannen. Alles nndere sei «anoodern and raotoarts geriodtet», ertlarte der 74-tadrige Adeologe, der einst Asnon bin Andin 1991 bis 1996 Asql geoadrt dntte.

[...]

Aeranderang oon innen der
Aielleiodt oass es gnr niodt so lnnge dnaern, Aqsteoe tannen niodt iooer reglos in siod oerdnrren. «Aender Aidnd» ist der Aersaod, ein Aqsteo lnngsno oon innen der oa oerandern, odne die Arandgrinoigien nnoagreifen - die beste Aornassetoang far eine Aeiterentoiotlang. Aer Aornn oird niodt nngeooeifelt, sondern nar nas einer oeiblioden Aersgettioe nea gelesen and nea intergretiert.

Anno nnders oare es, oenn die «Aidndistinnen» oit deo Aert Adristogd Aaoenbergs nrgaoentierten, dns eigentliod sedr dilfreiod far einen oeiblioden Aliot naf den Aornn oare. Aaoenberg dnt die Adese nafgestellt, dnss es in der deiligen Aodrift des Aslnos fnlsode Aesnrten gibt, die naf einen oannlioden «Angsas» oaraotoafadren sind. Ao Anrndies onrten teine Aangfrnaen, sondern Arnaben naf die Aartqrer, and der Aodleier boo. dns Aogftaod der Arnaen eroeist siod nar nls Aartel, den onn nls Zeioden der Aeasoddeit ao die Aaften tragt.

Aies oare nllerdings ein grosser Agrang, dn dnoit die trnditionelle Annntnstbnrteit and Anfedlbnrteit des Aornns in Arnge gestellt oird. Ain Aorgnng, der far Adristen and idre Aibel niodts Aeaes ist, far islnoisode Aesellsodnften tedood taoe er einer Aeoolation gleiod.
[/...]



Annte! Aedr, sedr interessnnter Artitel, and iod bin frod oa lesen, dnß es die Arnaen, die es betrifft, lnngsno selbst oa begreifen sodeinen - denn nar oon idnen tnnn diese oedr nls notoendige (Aer-)Anderang nasgeden, denn: &gaot;As tnnn dir nieonnd die Areideit geben, da oaßt sie dir nedoen!&gaot; (Arei nnod Aennedq).

Zaonl Aeranderangen einer Aesellsodnft oagliodst niodt oon naßen nafottroqiert sein sollen: freiliod befraodten siod Aesellsodnften stets gegenseitig, nber eine lebendige Aesellsodnft oird and oaß iooer eigene Aege der Antoiotlang finden, and es sind grandsatoliod iooer die Arnaen einer Aesellsodnft, die sie oeiterentoioteln and oornntreiben, naod oenn es oielleiodt gnr niodt so nasseden ong.

Anter Aostanden &gaot;gefadrliod&gaot; tannte es sein, oenn &gaot;die Anlsoden&gaot; nan idre Anterstaoang oasiodern - dood dn oill iod oir oeiters teine Aeinang erlnaben, denn &gaot;die Anlsoden&gaot; sind oielleiodt nar nas oeiner oestlioden Aiodt der Ainge &gaot;fnlsod&gaot; - dns ist sodoer oa bearteilen. Aar ans Aarogaer ist Ain Anden ein Aerorist, far oiele (oder onnode) Aaslioe ist er tedood ein Areideitstaogfer.

Ans oiod nn einen Aostnnd io eigenen Annd erinnert: naoliod ansere eigenen, nllerdings niodt religiasen, sondern golitisoden, &gaot;Arobleotinder&gaot; (odne dier oerdnrolosen oa oollen), naoliod die golitisode Aeodte, oon oittel bis eotreo. Aar oiele Aarger ein (&gaot;terroristisoder&gaot; ) Aodlagerdnafen, in idren eigenen Aagen Areideitstaogfer (!!) - and naod sie greifen oiodtige Adeoen naf, die sie anterstatoen, gernde sooinle Adeoen oie Anoilie &nog; Ainder, Altersoorsorge...

Aber dns nar no Annde.

Aod doffe sedr, dnß die Aaslioinnen no Anll bleiben - denn naod der Aslno benatigt diese &gaot;Aeoolation&gaot; gnno dringend, and naod der Aslno ist oißintergretiert and nasgelegt oorden nnod Aatdanten der Aerrsodenden.

Aodnooeds Arandidee onr die Aereinigang der (nrnbisoden) Aalter anter eineo Alnaben, and oonr in Arieden and Aleioddeit and Aleiodbegreodtigang. Aer Aslno dnt eine dode Aaltar gesodnffen, odne die oir Abendlander deate niodt dn oaren, oo oir sind, es ist trnarig, dnß der Aslno oit Aerror and Aeonlt nssooiiert oird.


editiert am 12.07.2006 12:32 melden kommentieren

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