Genesung
Ich hatte Arbeit und hielt sie nur durch, weil ich mich selbst verbrannte. Ich hatte Freundinnen und Angst vor ihnen. Ich redete und schrieb und wurde nicht verstanden. Ich hörte zu und verstand nicht. Ich wurde herumgeschleudert von Angst, Chaos und Verzweiflung. Alles war Zerstörung. Nichts hatte Sinn.
Genesung ist, so dachte ich mir, wenn ich nicht mehr verletzt werde. Wenn ich verstanden werde. Wenn ich meine Traumfrau finden und meinen Traumjob haben und die Revolution starten werde und die Welt sich verändert. Wenigstens die, in der ich mich befinde.
Während ich der Genesung entgegengehe, merke ich, wie sie vor meinen Augen ihre Gestalt verändert. Genesung ist jetzt, wenn ich in der Arbeit einen Fehler mache und nicht mehr meine Existenz vernichtet sehe; wenn ich um etwas gebeten werde, das ich nicht erfüllen kann, und in der Lage bin, "nein" zu sagen; wenn ich müde bin und erkennen kann, daß ich Ruhe oder Schlaf oder Alleinsein brauche; wenn ich mich an der Stimme im Telephon oder am Zusammensein freue, anstatt mich zu fürchten; wenn ein leeres Blatt Papier Genuß verspricht statt Leistungsdruck. Die Genesung verspricht nicht das Ende aller Leiden. Aber sie verspricht Vertrauen und Ruhe. Es ist meine feste Überzeugung, daß es keinen ausweglosen Zustand gibt, nur kann es lange dauern, ehe man das Loch heraus findet.
In diesem Loch befindet sich ein Anker bis in den Kern der Erde und des Seins hinein, gemeinhin "Gott" genannt, aber auf viele Namen hörend, der hält das Leben fest, daß es von nichts mehr ertränkt werden kann.
Auf Eurem Weg: Alles Gute.
Genesung ist, so dachte ich mir, wenn ich nicht mehr verletzt werde. Wenn ich verstanden werde. Wenn ich meine Traumfrau finden und meinen Traumjob haben und die Revolution starten werde und die Welt sich verändert. Wenigstens die, in der ich mich befinde.
Während ich der Genesung entgegengehe, merke ich, wie sie vor meinen Augen ihre Gestalt verändert. Genesung ist jetzt, wenn ich in der Arbeit einen Fehler mache und nicht mehr meine Existenz vernichtet sehe; wenn ich um etwas gebeten werde, das ich nicht erfüllen kann, und in der Lage bin, "nein" zu sagen; wenn ich müde bin und erkennen kann, daß ich Ruhe oder Schlaf oder Alleinsein brauche; wenn ich mich an der Stimme im Telephon oder am Zusammensein freue, anstatt mich zu fürchten; wenn ein leeres Blatt Papier Genuß verspricht statt Leistungsdruck. Die Genesung verspricht nicht das Ende aller Leiden. Aber sie verspricht Vertrauen und Ruhe. Es ist meine feste Überzeugung, daß es keinen ausweglosen Zustand gibt, nur kann es lange dauern, ehe man das Loch heraus findet.
In diesem Loch befindet sich ein Anker bis in den Kern der Erde und des Seins hinein, gemeinhin "Gott" genannt, aber auf viele Namen hörend, der hält das Leben fest, daß es von nichts mehr ertränkt werden kann.
Auf Eurem Weg: Alles Gute.