Geoutete Therapeutin??!
Hallo ihr Lieben.
Nachdem ich in meinem bisherigen Leben keinen Gedanken darüber verschwendet habe, wo man sich outen könnte/ sollte/ wollte oder nicht, da es für mich nie etwas zu verstecken oder zu verbergen gab, komme ich mit meinem baldigen Berufseintritt nun in eine neue Situation....
Ich werde in wenigen Monaten als Logopädin arbeiten, also Therapeutin sein. Während meiner Ausbildung habe ich die Diskussion schon ein paar mal angestossen, ob das Outen vor Patienten und Angehörigen angebracht ist oder nicht. Jedoch sind meine dortigen Kolleginnen und Dozentinnen nicht wirklich in dem Thema drin, daher möchte ich es mit euch diskutieren.
Natürlich stellt man sich nicht vor den Patient und sagt "Guten Tag, schön dass Sie da sind, ich bin Ihre Logopädin, Frau XY und ich bin lesbisch"!!
Aber in ganz alltäglichen Gesprächen, Verhaltensweisen und Situationen gilt es schon, zu entscheiden, ob man so offen und selbstverständlich mit der eigenen Outin umgeht, wie im Privatleben oder nicht..... (z.B. die Frage einer Patientin, ob man die Ärgernisse mit dem Ehemann auch kennt oder die Frau, die einen nach Feierabend abholt und so weiter...).
Ich bin der Meinung, dass man generell überall offen mit seiner Liebe umgehen sollte, denn nur dann wird es einfach endlich vollkommen normal, wenn jeder von 1000 Menschen aus seinem Umfeld weiß, dass sie homosexuell sind. Also, meinetwegen die Kindergärtnerin, die Chefin, der Arbeitskollege, die Nachbarin, die Bäckereifachverkäuferin, der Busfahrer, der Friseur, usw. Aber: Auch die Therapeutin??? Im therapeutischen Setting geht es sowieso darum, nicht zu viel der eigenen Persönlichkeit im Therapieraum offenzulegen, damit sich möglichst viele Patienten wohl und aufgehoben bei einem fühlen können..... Und da ich denke, dass ich wirklich gut in meinem Job bin/ sein werde, möchte ich auch nicht, dass einige Menschen nicht zu mir kommen oder ihre Kinder nicht zu mir bringen, nur aufgrund von meiner sexuellen Orientierung und ihnen deshalb nicht oder weniger gut geholfen wird...... Aber genauso wenig möchte ich, jetzt, nach so vielen Jahren, in denen ich voll und ganz offen gelebt habe, plötzlich noch mit einer Form des "Versteckspiels" anfangen..... Denn es würde mir doch einigermaßen gegen den Strich gehen.....^^
Was sind eure Meinungen oder vielleicht sogar Erfahrungen zu diesem Thema??
Liebste Grüße!
Nachdem ich in meinem bisherigen Leben keinen Gedanken darüber verschwendet habe, wo man sich outen könnte/ sollte/ wollte oder nicht, da es für mich nie etwas zu verstecken oder zu verbergen gab, komme ich mit meinem baldigen Berufseintritt nun in eine neue Situation....
Ich werde in wenigen Monaten als Logopädin arbeiten, also Therapeutin sein. Während meiner Ausbildung habe ich die Diskussion schon ein paar mal angestossen, ob das Outen vor Patienten und Angehörigen angebracht ist oder nicht. Jedoch sind meine dortigen Kolleginnen und Dozentinnen nicht wirklich in dem Thema drin, daher möchte ich es mit euch diskutieren.
Natürlich stellt man sich nicht vor den Patient und sagt "Guten Tag, schön dass Sie da sind, ich bin Ihre Logopädin, Frau XY und ich bin lesbisch"!!
Aber in ganz alltäglichen Gesprächen, Verhaltensweisen und Situationen gilt es schon, zu entscheiden, ob man so offen und selbstverständlich mit der eigenen Outin umgeht, wie im Privatleben oder nicht..... (z.B. die Frage einer Patientin, ob man die Ärgernisse mit dem Ehemann auch kennt oder die Frau, die einen nach Feierabend abholt und so weiter...).
Ich bin der Meinung, dass man generell überall offen mit seiner Liebe umgehen sollte, denn nur dann wird es einfach endlich vollkommen normal, wenn jeder von 1000 Menschen aus seinem Umfeld weiß, dass sie homosexuell sind. Also, meinetwegen die Kindergärtnerin, die Chefin, der Arbeitskollege, die Nachbarin, die Bäckereifachverkäuferin, der Busfahrer, der Friseur, usw. Aber: Auch die Therapeutin??? Im therapeutischen Setting geht es sowieso darum, nicht zu viel der eigenen Persönlichkeit im Therapieraum offenzulegen, damit sich möglichst viele Patienten wohl und aufgehoben bei einem fühlen können..... Und da ich denke, dass ich wirklich gut in meinem Job bin/ sein werde, möchte ich auch nicht, dass einige Menschen nicht zu mir kommen oder ihre Kinder nicht zu mir bringen, nur aufgrund von meiner sexuellen Orientierung und ihnen deshalb nicht oder weniger gut geholfen wird...... Aber genauso wenig möchte ich, jetzt, nach so vielen Jahren, in denen ich voll und ganz offen gelebt habe, plötzlich noch mit einer Form des "Versteckspiels" anfangen..... Denn es würde mir doch einigermaßen gegen den Strich gehen.....^^
Was sind eure Meinungen oder vielleicht sogar Erfahrungen zu diesem Thema??
Liebste Grüße!