Homophobie unter SchülerInnen
Hallo liebe Forumnutzerinnen,
ich habe eine Frage an euch und speziell an die Lehrerinnen unter euch:
Wie geht ihr mit Homophobie in der Schule um (bzw. wie seid ihr damit umgegangen?)
Ich habe vor kurzem ein Schulpraktikum an einer Schule in einem sog. sozialen Brennpunkt gemacht (Gymnasium, ca. 80% der SchülerInnen haben einen Migrationshintergrund, meist muslimisch) und in einer 8. Klasse habe ich folgendes beobachtet:
Gegenstand der Unterrichtsstunde war "Familienmodelle" (in Politik/Gesellschaft/Wirtschaf t). Der Lehrer händigte den Schülern ein Arbeitsblatt aus, auf welchem unterschiedliche Familienmodelle vorgestellt wurden, z.B. eine türkische Großfamilie, eine Patchworkfamilie, eine alleinerziehende Mutter, Doppelverdienerpaar und ein gleichgeschlechtliches Paar (Frauen, Lebenspartnerschaft) mit einem adoptierten Kind. Als das Bild des gleichgeschlechtlichen Paares betrachtet wurde, schrien einige Schüler laut "iiiiiih" usw. ... Keine Reaktion des Lehrers.
Später stellte der Lehrer noch die (komische) Frage an die Schüler: "Bei welcher Familie könntet ihr euch vorstellen für eine Zeit lang zu leben?"
Zumeist wurde die türkische Großfamilie genannt (mit der Begründung, bei der Beispielsfamilie sei es so, wie bei dem jeweiligen Schüler zu Hause). Als dann eine Schülerin meinte, sie könnte sich "überhaupt" nicht vorstellen in der Patchworkfamilie und bei dem gleichgeschlechtlichen Paar zu wohnen, ging der Lehrer nur auf die Patchworkfamilie ein. Er hat sich vermutlich selber ein wenig angegriffen gefühlt, denn die Stunde endete damit, dass er seine eigene Patchworkfamilie (und somit seinen halben Stammbaum) an die Tafel malte und erneut die Vorbehalte gegen das homosexuelle Familienmodell ignorierte.
Leider hatte ich im Anschluss nicht mehr die Möglichkeit den Lehrer zu fragen, warum er nicht auf die Äußerungen der SchülerInnen eingegangen ist, weil ich schnell zu "meiner" Klasse musste, um zu unterrichten.
Mir hätte in beiden Fällen jeweils ein einfaches "Warum?" des Lehrers genügt. Einfach hinterfragen, warum die Schüler so denken. Aus den Antworten hätte man sicherlich eine gute zweite Stunde gestalten können.
Ich war im Anschluss ziemlich traurig über den Verlauf der Stunde.
Nun die Frage an Euch: Wie hättet ihr in dieser Situation reagiert?
ich habe eine Frage an euch und speziell an die Lehrerinnen unter euch:
Wie geht ihr mit Homophobie in der Schule um (bzw. wie seid ihr damit umgegangen?)
Ich habe vor kurzem ein Schulpraktikum an einer Schule in einem sog. sozialen Brennpunkt gemacht (Gymnasium, ca. 80% der SchülerInnen haben einen Migrationshintergrund, meist muslimisch) und in einer 8. Klasse habe ich folgendes beobachtet:
Gegenstand der Unterrichtsstunde war "Familienmodelle" (in Politik/Gesellschaft/Wirtschaf t). Der Lehrer händigte den Schülern ein Arbeitsblatt aus, auf welchem unterschiedliche Familienmodelle vorgestellt wurden, z.B. eine türkische Großfamilie, eine Patchworkfamilie, eine alleinerziehende Mutter, Doppelverdienerpaar und ein gleichgeschlechtliches Paar (Frauen, Lebenspartnerschaft) mit einem adoptierten Kind. Als das Bild des gleichgeschlechtlichen Paares betrachtet wurde, schrien einige Schüler laut "iiiiiih" usw. ... Keine Reaktion des Lehrers.
Später stellte der Lehrer noch die (komische) Frage an die Schüler: "Bei welcher Familie könntet ihr euch vorstellen für eine Zeit lang zu leben?"
Zumeist wurde die türkische Großfamilie genannt (mit der Begründung, bei der Beispielsfamilie sei es so, wie bei dem jeweiligen Schüler zu Hause). Als dann eine Schülerin meinte, sie könnte sich "überhaupt" nicht vorstellen in der Patchworkfamilie und bei dem gleichgeschlechtlichen Paar zu wohnen, ging der Lehrer nur auf die Patchworkfamilie ein. Er hat sich vermutlich selber ein wenig angegriffen gefühlt, denn die Stunde endete damit, dass er seine eigene Patchworkfamilie (und somit seinen halben Stammbaum) an die Tafel malte und erneut die Vorbehalte gegen das homosexuelle Familienmodell ignorierte.
Leider hatte ich im Anschluss nicht mehr die Möglichkeit den Lehrer zu fragen, warum er nicht auf die Äußerungen der SchülerInnen eingegangen ist, weil ich schnell zu "meiner" Klasse musste, um zu unterrichten.
Mir hätte in beiden Fällen jeweils ein einfaches "Warum?" des Lehrers genügt. Einfach hinterfragen, warum die Schüler so denken. Aus den Antworten hätte man sicherlich eine gute zweite Stunde gestalten können.
Ich war im Anschluss ziemlich traurig über den Verlauf der Stunde.
Nun die Frage an Euch: Wie hättet ihr in dieser Situation reagiert?