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Homosexualität Grund für Pädophilie


13.04.2010 23:37
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Homosexualität und nicht das Zölibat der Priester sei der Grund für den Sex-Skandal, der zurzeit die katholische Kirche erschüttert. Dieser Meinung ist der zweithöchste Würdenträger des Vatikans, Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone. Er äußerte sie am Rande einer Pressekonferenz in Chile, als es um die Verführung junger Mädchen durch einen in Chile bekannten Priester ging.

„Psychologen und Psychiater haben bewiesen, dass es keine Verbindung zwischen der Ehelosigkeit und Pädophilie gibt. Aber viele haben bewiesen, wie mir kürzlich mitgeteilt wurde, dass es eine Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie gibt. Das ist die Wahrheit“, sagte Bertone wörtlich.

Chiles Schwulenrechtsorganisationen reagierten mit heftiger Kritik!

„Weder Bertone noch der Vatikan haben die moralische Legitimation, über Sex zu richten“, sagte Rolando Jimenez, Chef der Bewegung für schwule Integration und Befreiung in Chile.

Jimenez bezweifelt die Existenz einer Untersuchung, die die Behauptungen des Kardinals untermauert: „Die Aussage ist eine perverse Strategie des Vatikans, um seine eigene ethische und rechtliche Verantwortung zu verleugnen.“

Kardinal Tarcisio Bertone, der Außenminister des Vatikans, betonte derweil vor Journalisten: Die Kirche habe niemals Ermittlungen gegen pädophile Priester behindert.

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch hatte vor Kurzem gesagt, dass in der katholischen Kirche Fälle sexuellen Missbrauchs verschleiert worden seien. „Ja, das hat es bei uns gegeben“, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Seit Jahren jedoch steuern wir den entgegengesetzten Kurs.“

Diesen Kurs der Aufklärung bekräftigte der Vatikan jetzt noch einmal in einer am Montag veröffentlichten Zusammenfassung der 2001 verabschiedeten päpstlichen Richtlinien zum Umgang mit Pädophilie.

Der Papst könne Priester in besonders gravierenden Fällen von sexuellem Missbrauch auch ohne kirchenrechtliches Verfahren in den Laienstand zurückversetzen, heißt es in dem Schreiben.

Zollitsch betonte: Joseph Ratzinger habe „in seiner Zeit an der Spitze der Glaubenskongregation entscheidende Impulse für eine drastische Verfolgung solcher Straftaten gegeben und sich als Papst in den USA und jüngst durch seinen Brief an die irischen Gläubigen unzweideutig positioniert“.

(Quelle: BILD, 13.04.2010)



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