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„Ich bin Muslima, ich bin lesbisch“


10.12.2010 05:27
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Gestern bei "Frau-TV";
habs leider selber nicht sehen können, - aber es wird wiederholt:

„Ich bin Muslima, ich bin lesbisch“

* SendeterminDonnerstag, 09. Dezember 2010, 22.00 - 22.30 Uhr .
* WiederholungsterminMontag, 13. Dezember 2010, 11.30 - 12.00 Uhr

Wie stark das Thema Sexualität in muslimischen Zuwandererfamilien immer noch tabuisiert ist, darüber hat frauTV bereits öfter berichtet. Auch über die Folgen, die es für Mädchen und Frauen hat. Ihnen wird häufig die Möglichkeit genommen, ein freies und sexuell selbstbestimmtes Leben zu führen. Verstoßen sie gegen die religiösen und traditionell patriarchalen Ansichten der Familie, der Community, verletzen sie die „Ehre“. Dann werden sie auf vielfältige Weise psychisch und physisch bestraft, ausgegrenzt, im Zweifelsfall zwangsverheiratet. In Einzelfällen ermordet.

Homosexualität gilt als „Teufelswerk“

Geht es um die Frage, dass eine Tochter oder ein Sohn homosexuell ist, gibt es selbst in liberalen muslimischen Zuwandererfamilien nur ganz selten Toleranz und Akzeptanz. Denn Homosexualität ist eines der größten Tabus; sie gilt als Krankheit, widernatürlich, als „Teufelswerk“ und damit als schwere Sünde.
Keine Frage, das ist in anderen Religionen und streng patriarchalen Gesellschaften nicht anders, vor allem in ihren fundamentalistischen Ausrichtungen; auch im 21. Jahrhundert.

Seyran Ates schreibt in ihrem Buch:
„Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“ (S.161):

„Homophobie war und ist sicher kein rein islamisches Phänomen. Sicher ist aber auch, dass homosexuelle Handlungen heute in allen westlichen Industriestaaten straffrei sind, während es viele muslimische Länder gibt, in denen Homosexuelle mit langjähriger Haft oder gar mit dem Tode bestraft werden können. In immerhin sieben Ländern wird die Todesstrafe noch vollstreckt, darunter Saudi-Arabien, Jemen und Iran.“

Die Textstellen aus dem Koran, die Seyran Ates zum Thema Homosexualität zitiert (S. 159) zeigen, dass – wie auch in anderen Religionen - weibliche Homosexualität gar nicht erwähnt wird. Auch hier ist das Denken verbreitet, dass Frauen keine eigene, vom Mann unabhängige Sexualität besitzen. Das bedeutet noch lange nicht, dass lesbischen Frauen mehr Toleranz entgegen gebracht wird. Im Gegenteil.

Vielen muslimischen Lesben bleibt nur die Flucht
Fatma Sonja Bläser berät auch lesbische Frauen in ihrem Verein „Hennamond“

Fatma Sonja Bläser schildert in dem Filmbeitrag was jungen Frauen droht, wenn die Eltern und die Familie erfahren, dass die Tochter lesbisch ist. Besonders dramatisch ist die Situation, wenn Frauen zwangsverheiratet wurden und sie eigentlich Frauen lieben.
In ihrer Beratungsarbeit des Vereins „Hennamond“ hat Fatma Sonja Bläser mit vielen Frauen gesprochen, die aus ihrer Ehe geflohen sind. „Sie wurden nicht selten sogar von Familienangehörigen vergewaltigt, weil man der Auffassung ist, dass sie einen Mann ‚braucht’ und ‚benötigt’. Und dass sie krank ist und der Mann sie mit der Vergewaltigung im Endeffekt wieder ‚heilt’ und sie dann keine Lesbe mehr ist“ (aus dem Interview mit Fatma Sonja Bläser).
Dass es sich dabei um Einzelfälle handelt, ändert an solchen unmenschlichen Taten gar nichts.

In vielen anderen Fällen verlassen junge Frauen ihre Familie, „tauchen“ ab. Sie gehen in eine andere Stadt, möglichst in eine, in der keine Verwandtschaft lebt, um ein ganz neues Leben aufzubauen. Einen Grund nennen sie den Eltern häufig nicht, denn sie haben entweder Angst oder wollen nicht, dass die Eltern ihr „Gesicht“ verlieren in der Verwandtschaft und der Community. Fatma Sonja Bläser berichtet, dass in den Fällen, wo die Eltern das Lesbischsein der Tochter akzeptieren, es trotzdem vor der Verwandtschaft in der Regel geheim gehalten wird. Da es ja fast immer auch irgendwann um die Frage der Verheiratung der Töchter geht, sagt man nach außen, die Tochter habe eine Krankheit und könne deswegen nicht heiraten.

Auf die Frage, ob denn nicht in der dritten Generation ein Umdenken stattfindet, hat Fatma Sonja Bläser keine optimistische positive Antwort geben können. Jedes Jahr ist sie in über hundert Schulen und hält Vorträge, doch ihr Eindruck ist, dass in den letzten Jahren besonders die Ablehnung und Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen eher zu- als abgenommen hat. Sie sieht diese Entwicklung im engen Zusammenhang mit einer Zunahme der Religiosität, insbesondere fundamentalistischer Strömungen.

Ein Outing in Deutschland ist auch heute noch schwer
Homosexuelle leben oft im Verborgenen.

Aylin, die in dem frauTV-Beitrag ihre Geschichte erzählt, hat zumindest an der Universität gute Erfahrungen mit anderen muslimischen bzw. türkischen Studentinnen und Studenten gemacht, als sie sich geoutet hat. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Haltung auch in anderen Kreisen und Schichten durchsetzt und damit Lesben und Schwule aus muslimischen Zuwandererfamilien ein ebenso offenes und freies Leben führen können wie alle anderen Menschen auch. Dass die Liberalisierung, die in Deutschland im letzten Jahrzehnt deutlich vorangeschritten ist, Geltung und Auswirkungen auf alle Homosexuellen hat.

Auch im Jahr 2010 müssen noch viele Homosexuelle in Deutschland mit Diskriminierung und Ablehnung leben. Es gibt in allen Gesellschaftsschichten immer noch viele Eltern und Familien die sich ebenfalls schwer tun, das Lesbisch- und Schwulsein ihrer Kinder zu akzeptieren. Auch sagt das relativ freie und tolerante Leben in Städten, wie beispielsweise Berlin und Köln, noch nichts darüber aus, wie es Lesben und Schwulen in Kleinstädten und Dörfern in Deutschland ergeht, wie es dort um die Akzeptanz bestellt ist.

http://www.wdr.de/tv/frau [...] ma_1.jsp


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10.12.2010 06:06
10.12.2010 06:00
HiddenNickname
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Alrite Anrner:
„Allnd and der Aegenbogen“
Alrite Aeloer Aerlng 2010, AAAA 978-3-89741-296-5
Aie Aiener Asqodologin eroadlt in idreo ersten Aoonn die Aesodiodte einer tangen Aaslion, die siod in eine Arna oerliebt, in eine Aeatsode. Aie Altern and idr Arader Anrit darfen dnoon nntarliod niodts oissen, and so oertrnat siod die tange Arna in idreo Angebaod Allnd nn, dnt oiele Arngen nn idn and Zoeifel nn idren Aefadlen. Anrnas entoiotelt siod eine daodst oeroiotelte Aesodiodte, dn naod der Arader seine eigenen Aege gedt and dessen Areandin oiederao ooei Aatter dnt, die ein Aiebesgnnr sind.

Aeqrnn Ates:
„Aer Aslno brnaodt eine seoaelle Aeoolation“
Allstein Aerlng 2009, AAAA 978-3-550-08758-5
Aie Aatorin ist fest dnoon aberoeagt, dnss eine seoaelle Aeoolation, adnliod oie Aeatsodlnnd sie oit den 68ern erlebt dnt, far die islnoisode Aelt and far die dier lebenden Aaslioe dringend natig ist. Aar so tannen idrer Aeinang nnod Arnaen and Aanner frei and selbstbestioot leben and lieben, gnno besonders gilt dns far die Aadoden and Arnaen nnod Aeinang oon Aeqrnn Ates. Aie Aolle der Aeoanlitat, der Arna and naod die Ansiodten aber Aoooseoanlitat io Aslno steden io Aittelgantt des brisnnten Aaodes. Airett nnod seineo Arsodeinen erdielt die Aaodnatorin onssioe Aorddrodangen.

A. Adnt/A.A. Altinnq/A.Anqrnttnr/A. Aaoel:
„Ao ist dns, oeine Aodane“
Arlnndn Aerlng 2009, AAAA 978-3-936937-65-7
Aber dandert Arnaen oarden oon den oier tartisoden Aissensodnftlerinnen interoieot, dnrnas dnben sie etons oedr nls 30 Aesodiodten nasgeoadlt. Arnaen nas nllen Aodiodten toooen oa Aort. Aie eroadlen, oie sie idren Aarger, idre Aeoanlitat erleben and eogfinden, sie beriodten aber idre Aeoiedangen oa Aannern, oa Arnaen. Aie sodildern idr Aeben nls Adefrna and Aatter, nls Aingle oder naod ons es deißt, trnnsseoaell oa sein in der tartisoden Aesellsodnft. Ainige der Aednnten and Arlebnisse tannen sioderliod oiele Arnaen teilen; dood oielleiodt nood oiodtiger ist, dnss dietenigen oon ans, denen diese Aebensoelten freod sind, einen tiefen Ainbliot in die Aogfindangen, Aansode and Aoffnangen der Arnaen erdnlten.



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