Junge, wehr dich! ARD 12.05. um 20:15 Uhr
Der deutsche Mittelstand rüstet auf: Im Vorortdrama "Der andere Junge" erschießt ein Schüler einen anderen. Was auf den ersten Blick als Jugendgewaltstudie daherkommt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Psychogramm über Abstiegsängste und Aufstiegsgelüste.
Dass der Junge Probleme mit der Verarbeitung der Bluttat haben könnte, fällt dem Vater nicht ein. Hinzu kommt, dass der Vater kurz vor der Beförderung steht; da müssen psychologische Zipperlein mal kurz dem Gesamtprojekt untergeordnet werden. Schließlich arbeitet Papa dafür, dass es allen in der Familie besser geht.
So lautet die brutale Erkenntnis dieses präzise gespielten und schnörkellos inszenierten Mittelstandspsychogramm: Das mit dem Erschießen ist dumm gelaufen, die wahre Katastrophe aber wäre der gesellschaftliche Abstieg. Dieser Logik wird die Handlung von "Der andere Junge" gnadenlos untergeordnet, die Figuren sind dabei gar nicht mal besonders unsympathisch. Sie handeln eben, wie sie handeln müssen.
http://www.spiegel.de/kul [...] ,00.html
Dass der Junge Probleme mit der Verarbeitung der Bluttat haben könnte, fällt dem Vater nicht ein. Hinzu kommt, dass der Vater kurz vor der Beförderung steht; da müssen psychologische Zipperlein mal kurz dem Gesamtprojekt untergeordnet werden. Schließlich arbeitet Papa dafür, dass es allen in der Familie besser geht.
So lautet die brutale Erkenntnis dieses präzise gespielten und schnörkellos inszenierten Mittelstandspsychogramm: Das mit dem Erschießen ist dumm gelaufen, die wahre Katastrophe aber wäre der gesellschaftliche Abstieg. Dieser Logik wird die Handlung von "Der andere Junge" gnadenlos untergeordnet, die Figuren sind dabei gar nicht mal besonders unsympathisch. Sie handeln eben, wie sie handeln müssen.
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