Kein Bock auf 'nen Date?
(...)
Inzwischen ist auch der Beruf des Literaturkritikers bedroht. Denn die meisten Buchrezensionen, die heute gelesen werden, stammen gar nicht mehr von ausgewiesenen Literaturkennern, sondern von Laien. Internethändler wie Amazon bieten ihren Kunden ein Forum, in welchem jeder öffentlich seine Bewertung abgeben und ellenlange Kommentare schreiben kann. Meist geschieht dies ohne Punkt und Komma und nur selten unter Berücksichtigung der Regeln für Groß- und Kleinschreibung. Ein wenig seltsam ist es schon, wenn sich Laien mit mangelnden Kenntnissen der deutschen Schriftsprache über deutschsprachige Literatur auslassen.
Sprachökonomie taugt nicht immer als Entschuldigung
All das ist jedoch kein Grund zu verzagen, beweist es doch nur, wie lebendig das Interesse der Deutschen am Gebrauch ihrer Schrift ist und wie niedrig die Schwellenangst vor dem Schreiben. Das soll nicht heißen, dass manches nicht verbessert werden könnte. Gerade das Vokabular der meisten sogenannten Simser (SMS-Verschicker) und der Chatter ist noch ausbaufähig. Das Gebot der Kürze macht zwar viele Kompromisse erforderlich (und führt bisweilen sogar zu originellen Kreationen), aber ein vollständiger Verzicht auf Grammatik wird weder dem Handy-Besitzer noch dem PC-Benutzer abverlangt. Viele scheitern bereits an der Unterscheidung zwischen "ein", "eine" und "einen". Der männliche und sächliche Artikel "ein" wird in der verkürzten Form der Umgangssprache zu "n", die weibliche Form "eine" wird zu "ne". Die Form "nen" hingegen steht für "einen".
Internet-Chat
Wenn jemand schreibt: "Muss Post, nen Paket holen", dann vervollständigt das denkende Hirn: "Ich muss noch zur Post, um einen Paket abzuholen" - und versieht das Ganze mit einem dicken Fragezeichen. Auch Messages wie "Hast nen Auto?" oder "Hast du nen Pic?" sind grammatisch unausgereift. Übrigens wäre gerade hier ein Apostroph ausnahmsweise einmal richtig: 'n oder 'nen. Aber beim Chatten geht es ja vor allem um Schnelligkeit, so wie es beim Simsen um das Einsparen von Zeichen geht.
Doch nicht alles lässt sich mit Sprachökonomie entschuldigen. Wenn er sich fragt, warum sie "kein Bock auf nen Date mit nen krass coolen Typ" hat, könnte es schlicht und einfach daran liegen, dass sie keinen Bock auf 'n Date mit 'nem Schwachmaten hat.
Quelle: spiegel.de
Inzwischen ist auch der Beruf des Literaturkritikers bedroht. Denn die meisten Buchrezensionen, die heute gelesen werden, stammen gar nicht mehr von ausgewiesenen Literaturkennern, sondern von Laien. Internethändler wie Amazon bieten ihren Kunden ein Forum, in welchem jeder öffentlich seine Bewertung abgeben und ellenlange Kommentare schreiben kann. Meist geschieht dies ohne Punkt und Komma und nur selten unter Berücksichtigung der Regeln für Groß- und Kleinschreibung. Ein wenig seltsam ist es schon, wenn sich Laien mit mangelnden Kenntnissen der deutschen Schriftsprache über deutschsprachige Literatur auslassen.
Sprachökonomie taugt nicht immer als Entschuldigung
All das ist jedoch kein Grund zu verzagen, beweist es doch nur, wie lebendig das Interesse der Deutschen am Gebrauch ihrer Schrift ist und wie niedrig die Schwellenangst vor dem Schreiben. Das soll nicht heißen, dass manches nicht verbessert werden könnte. Gerade das Vokabular der meisten sogenannten Simser (SMS-Verschicker) und der Chatter ist noch ausbaufähig. Das Gebot der Kürze macht zwar viele Kompromisse erforderlich (und führt bisweilen sogar zu originellen Kreationen), aber ein vollständiger Verzicht auf Grammatik wird weder dem Handy-Besitzer noch dem PC-Benutzer abverlangt. Viele scheitern bereits an der Unterscheidung zwischen "ein", "eine" und "einen". Der männliche und sächliche Artikel "ein" wird in der verkürzten Form der Umgangssprache zu "n", die weibliche Form "eine" wird zu "ne". Die Form "nen" hingegen steht für "einen".
Internet-Chat
Wenn jemand schreibt: "Muss Post, nen Paket holen", dann vervollständigt das denkende Hirn: "Ich muss noch zur Post, um einen Paket abzuholen" - und versieht das Ganze mit einem dicken Fragezeichen. Auch Messages wie "Hast nen Auto?" oder "Hast du nen Pic?" sind grammatisch unausgereift. Übrigens wäre gerade hier ein Apostroph ausnahmsweise einmal richtig: 'n oder 'nen. Aber beim Chatten geht es ja vor allem um Schnelligkeit, so wie es beim Simsen um das Einsparen von Zeichen geht.
Doch nicht alles lässt sich mit Sprachökonomie entschuldigen. Wenn er sich fragt, warum sie "kein Bock auf nen Date mit nen krass coolen Typ" hat, könnte es schlicht und einfach daran liegen, dass sie keinen Bock auf 'n Date mit 'nem Schwachmaten hat.
Quelle: spiegel.de