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Kreativitätsforschung


08.09.2006 09:18
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Zur Förderung kreativen Denkens sind viele Programme aufgelegt und zahllose Empfehlungen ausgesprochen worden. Auch wenn es Forscher gibt, die
der Ansicht sind, dass kreatives Potenzial nur wenigen Menschen vorbehalten sei, ist die Mehrzahl der Kreativitätsforscher der Meinung, dass jeder
Einzelne seine Kreativität entfalten kann.

Teresa Amabile (1983; vgl. auch Amabile 1996) nennt Entscheidungsfreiheit, unerwartete Bekräftigungen,
positives Innovationsklima, stimulierendes Milieu als kreativitätsförderliche Faktoren, als hinderlich dagegen Druck von Kollegen sowie Druck durch
Supervision und durch erwartete Evaluation und die gegenteiligen Faktoren, die Kreativität fördern.

Nach Sternberg und Lubart (1991) müssen verschiedene individuelle wie Umwelt-Faktoren zusammenkommen. Den Empfehlungen folgend, die Sternberg zur Erhöhung des kreativen Outputs empfiehlt, sollte man auf die folgenden Punkte achten:

1. Entwickeln Sie eine hohe Motivation dafür, auf einem speziellen Gebiet kreativ zu sein! Lassen Sie sich um keinen Preis durch extrinsische Motivation
(z.B. in Form von Geld) als Entschädigung für kreative Leistungen bestechen – Geld korrumpiert! Generell sollte das Streben zu kreativen
Handlungen aus Ihnen selbst kommen (intrinsische Motivation)!

2. Zeigen Sie ein gewisses Maß an Nonkonformismus – Regeln, die Ihre kreativen Handlungen beschränken, können gegebenenfalls missachtet werden! Allerdings: nicht alle Regeln und Gewohnheiten sind schädlich. Was die eigene Leistung angeht: höchste Ansprüche und Selbstdisziplin beim Schaffen sind nötig!

3. Sie müssen vom Wert und der Bedeutung Ihrer kreativen Tätigkeit völlig überzeugt sein, Kritik und Abwertung durch andere Personen darf Sie
nicht stören! Die Selbstkritik sollte jedoch den eigenen Prozess überwachen und verbessern!

4. Suchen Sie sich Gegenstände und Personen, auf die sich Ihre kreative Aufmerksamkeit konzentriert, sorgfältig aus – dabei kann es sich auch (und
gerade) um solche handeln, die von anderen Personen nicht geschätzt werden.

5. Benutzen Sie Analogien und divergentes Denken, wo immer möglich. Aber: kreatives Denken berücksichtigt auch die alten Traditionen – und sei es nur, um ihnen zu widersprechen.

6. Suchen Sie sich Mitstreiter, die gegen die Konvention angehen und neue Ideen ausprobieren, Mitstreiter, die zum Risiko ermutigen!

7. Sammeln Sie soviel Wissen über Ihren Bereich wie möglich! Damit kann verhindert werden, dass das Rad zum 100. Mal erfunden wird. Vermeiden Sie gleichzeitig, von diesen Daten gefesselt zu werden!

8. Verpflichten Sie sich auf das strengste zu Ihren kreativen Unternehmungen. Wie man an diesen Empfehlungen sehen kann, wird nicht ein einzelner
Faktor verantwortlich gemacht, sondern ein breites Bündel förderlicher Maßnahmen geschnürt. Neben einer kreativitätsförderlichen Umwelt sollten nötiges Wissen, entsprechende Persönlichkeitsmerkmale, intellektuelle Prozesse und auch genug intrinsische Motivation vorhanden sein.

Dass Kreativität nicht nur von den Personen, sondern auch vom verfügbaren Wissen in einer Domäne abhängt, zeigt sich in der Wissenschaftsgeschichte immer wieder. Sobald bestimmte grundlegende Ideen in einer
„jungen“ Disziplin bekannt werden, kommt es zu einer explosionsartigen Zunahme an kreativen Ideen in diesem Bereich.

Wenn nach einiger Zeit das
Wissen stark gewachsen und die Lücken kleiner geworden sind, lassen auch die kreativen Erfindungen nach – die Domäne kommt aus dem positiv beschleunigten
Ast der Entwicklung (= Wachstumsprozesse) in den negativ beschleunigten Ast (= Bremsprozesse), wo allmählich die Decke erreicht wird." [...]

von und aus: Joachim Funke, WBGU [= Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderungen] (1999) Welt im Wandel:
Strategien zur Bewältigung globaler Umweltrisiken. Jahresgutachten 1998. Springer, Heidelberg

Weisberg RW (1989) Kreativität und Begabung. Was wir mit Mozart, Einstein und Picasso
gemeinsam haben. Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft, Heidelberg

u.a.[/=][/...][/...]


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