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LEIDEN

salevcologne
HiddenNickname
offline
20.10.2004 11:51
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Hallo Ladies,
nein, hier handelt es sich nicht um den Bericht über eine persönliche Krise :shock: , sondern ein Zitat, dass ich durch unibedingte Pflichtlektüre gefunden habe und ziemlich gut finde. Widerspruch in sich? Wahr? Falsch? Einfach abstrus? Viel Spaß beim Lesen!

...
Bebuquin wälzte sich in den Kissen und litt.

Er machte sich daran, zunächst zu erfahren, was Leiden sei, wo für ihn das Leiden noch einen Grund und Zweck berge. Er fand aber keinen; denn so oft er den Schmerz zergliederte, traf er Ursachen, oder genauer, Umwandlungen an, die alles andere als Leiden waren. Er erkannte das Leiden als Stimulanz zur Freude, als angenehmes Ausgespannt-werden und sagte sich, daß nirgends ein Leiden aufzufinden wäre, und im Ganzen in einer solchen Beziehungsweise eine lächerliche Naivität des Vermischens liege; daß das Logische nichts mit dem Seelischen zu tun habe, fiel ihm auf; daß es eine gefälschte Zurechtmachung wäre. Er fand das Logische so schlecht wie Maler, die für die Tugend ein blondes Frauenzimmer hinsetzten.

Carl Einstein, Bebuquin.