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Lebendig

Chimeria
HiddenNickname
offline
17.11.2005 01:00
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Lebendig

Es sind Tage wie dieser,
an denen ich mich immerzu frage, was es bedeutet, zu leben?
Wie definieren wir Leben-digkeit?
Aufgewecktheit? Oder Agilheit?
Wir besitzen die Empfindsamkeit, uns lebendig zu fühlen.
Doch was, wenn wir dies nicht mehr tun? Uns lebendig fühlen? Sind wir dann dem entsprechend sofort leblos?
Nein, es ist ein weiter Sprung von Lebendigkeit, bishin zur leblosigkeit.

Ein Beispiel:

Mir fiel gestern ganz zufällig auf, daß ich früher gerne vor Freude, Energie und Befreitheit singe.
Ich sang, da mich die Rhythmen erbeben ließen, die Strophen mich bewegten und der Klang mich haltlos ergriff und meine Kehle zum ertönen bewegte.

Ich sang selbst noch vor den ersten Operationen, ganz heimlich und allein im Krankenzimmer,
solange es meine wunde Lunge zulies.
Ja, ich sang und es tat mir gut. Es erwärmte mein Herz, berauschte meinen Verstand und beflügelte meine Fantasie.

So sehr, daß ich, wenn auch nur für kurze Zeit, loslassen und vergessen konnte.
Wenn es auch nur ein Wort, ein Ton, ein Klang oder eine Melodie war, sie trugen mich hinfort.
Und es war schön.

So schön, daß erst die Erinnerung daran, mich jetzt spüren lässt, wie schön es war und wie sehr es mir fehlt!
Ich verlernte es zu tun.
Und nun ist meine Kehle nur noch der Ort, an dem die Erinnerung schlummert, anstatt den Gesang zu neuem Leben zu erwecken.

Mich zu neuem Leben zu erwecken? Mir die Kraft und den Atem für ein Lied zurück zu geben.
Wie damals, als ich noch lebendig war...

Danke
Chimeria
HiddenNickname
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17.11.2005 01:00
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