Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Bis vor ca. einem halben Jahr war bei mir alles klar: Ich bin lesbisch, definitiv. Naja, oder zumindest das und auch an Leuten Interessiert, die irgendwas weibliches an sich haben und nicht vorhaben ihr Geschlecht auch unten herum angleichen zu lassen.
Und dann, für mich sehr erschreckend, bemerkte ich, dass ich mich in meinen Therapeuten verliebt habe. Es schien sich eingeschlichen zu haben. Aus der therapeutischen Beziehung entwickelten sich bei mir langsam Gefühle von Verliebtsein.
Natürlich hab ich ihn sofort darauf angesprochen, da mein Vertrauen zu ihm ziemlich hoch war und mich das ganze auch ziemlich verwirrt und belastet hat. Er meinte zuerst ich müsse mir keine Sorgen um meine sexuelle Orientierung machen, denn es wär ja nur Übertragung. Schön und gut. Wir waren also beide der Meinung, meine Gefühle würden mit der Zeit von selbst verschwinden. Nun, das ist nicht passiert. Die sind nämlich stärker und stärker geworden, bis hin zu sexuellen Gefühlen. Zuerst wirkten diese sexuellen Gefühle eher homosexuell (wozu man sagen muss, dass ich die weibliche Geschlechtsidentität, trotz meines Aussehens und Kleidungsstils, der mal weiblich, mal männlich ist, ablehn) und stark mit Unterwerfung/Dominierung geprägt. Er meinte immernoch, dass ich mir keine Gedanken machen muss und mich weiterhin nicht als bi ansehen muss. Doch dann eines Abends hat es eine Freundin von mir geschafft, ich weis nicht wie, mir die Idee einer "ganz normalen" heterosexuellen Beziehung mit genau diesem Mann in den Kopf zu pflanzen, und das Interesse in mir geweckt. Als ich ihm davon erzählte meinte er plötzlich: Mann könne niemanden, der kein Interesse in Männer hat, plötzlich von einer heterosexuellen Beziehung überzeugung, und dass ich wohl doch bi bin. Das hat mich natürlich geschockt! Schließlich war er der einzige Mann für den ich JEMALS was empfunden habe, und mit dem ich mir eine sexuelle Beziehung vorstellen konnte.
Jetzt frag ich mich natürlich: Ist man gleich bisexuell nur weil man sich mit einer einzigen Gegengeschlechtlichen Person Sex vorstellen kann? (Mit ist klar, dass er mein Therapeut war und wir deswegen sowas garnicht haben können, also bitte nichts in der Richtung.) Oder bin ich von Anfang an garnicht lesbisch, nur weil ich nicht ausschließlich auf "klassische" Lesben fixiert bin? Ich selber tu mir mit dem Begriff bi und lesbisch bei mir sowieso schwer. Welcher Begriff trifft es da etwas mehr? auch da ich mir auf Erniedrigung bzw sadistisch geprägte sexuelle Handlungen mit einem biologischen Mann schon vorstellen kann, wobei mich allerdings nicht die Person interessiert, sondern die Handlung, also der "Fetish".
Ich bin gerade nur ein bisschen verwirrt seitdem diese Gefühle für ihn da sind und auch nach Beendung der Therapie nicht aufgehört haben.