LiebtGottSchwuleundLesben
Das ist doch mal ein tolles Thema! was amn beim stöbern bei büchern finden kann
Rezensionen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Wie vereinbart man etwas miteinander Unvereinbares? Diesen Spagat versucht Heinzpeter Hempelmann in seinem Buch Liebt Gott Schwule und Lesben? Gesichtspunkte für die Diskussion über Bibel und Homosexualität von der seelsorgerischen und theologischen Warte her zu überbrücken und zugleich diesen beiden Berufsgruppen Argumentationshilfen und Handlungsmuster näher zu bringen. Ein hoch sensibles und vorbelastetes Thema, dem jedoch in den letzten Jahren aufgrund der nicht mehr zu ignorierenden Realität auch von der evangelischen Kirche erhöhte Aufmerksamkeit sowie Bereitschaft zur Auseinandersetzung -- und in Teilen auch der Wille zur Integration Homosexueller -- entgegengebracht wurde.
Allein, wie soll dies funktionieren, wenn man zwar vorgibt, homosexuelle Menschen zu akzeptieren und gleich Gott diese zu lieben, ihr Sein und Tun aber nach wie vor verurteilt, da nicht konform mit Bibel und Theologie? Ihr Sein wird hier als das Ergebnis fehlgeleiteter Erziehung und Prägung angesehen -- und sie damit als vom rechten Weg Abgekommene, die es in letzter Konsequenz, wenn auch nicht so formuliert, zu bekehren gilt. Dies ist, mit Verlaub, maßlos arrogant und menschenverachtend und hilft den Betroffenen nicht weiter. Das jedoch sollte das eigentliche Ziel sein. Sicher, für die Kirche, insbesondere für die Seelsorger und Theologen, kann dieser Spagat zur Zerreißprobe werden, denn der ihr vorgegebene Rahmen durch Bibeltreue und Überlieferung ist extrem eng.
Hempelmanns Buch sollte man lediglich als das auffassen, was es ist: ein Diskussionsbeitrag unter anderen, fundiert, theoretisch kompetent und praxisorientiert. Wie weit sich jedoch die auch hier immer noch vorherrschenden reaktionären und ihrem Geist nach äußerst fragwürdigen Standpunkte mit der Wirklichkeit vereinbaren lassen, bleibt abzuwarten. Den Homosexuellen, die ihren Platz in der Kirche suchen, kann jedenfalls nur mehr Menschlichkeit und christliche Nächstenliebe gewünscht werden -- denn diese brauchen sie, und theologische Spitzfindigkeiten sind weder notwendig noch angebracht. Für alle, die sich intensiver für diese Diskussion interessieren, finden sich als Abschluss Listen mit weiterführender Literatur und Seelsorge-Organisationen. --Osseline Kind
Über den Autor
Dr. Heinzpeter Hempelmann, Jahrgang 1954, promovierte nach dem Studium der Theologie und Philosophie zum Dr. theol. 1992 in Mainz; seit 1996 ist er Seminardirektor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission.
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Wie vereinbart man etwas miteinander Unvereinbares? Diesen Spagat versucht Heinzpeter Hempelmann in seinem Buch Liebt Gott Schwule und Lesben? Gesichtspunkte für die Diskussion über Bibel und Homosexualität von der seelsorgerischen und theologischen Warte her zu überbrücken und zugleich diesen beiden Berufsgruppen Argumentationshilfen und Handlungsmuster näher zu bringen. Ein hoch sensibles und vorbelastetes Thema, dem jedoch in den letzten Jahren aufgrund der nicht mehr zu ignorierenden Realität auch von der evangelischen Kirche erhöhte Aufmerksamkeit sowie Bereitschaft zur Auseinandersetzung -- und in Teilen auch der Wille zur Integration Homosexueller -- entgegengebracht wurde.
Allein, wie soll dies funktionieren, wenn man zwar vorgibt, homosexuelle Menschen zu akzeptieren und gleich Gott diese zu lieben, ihr Sein und Tun aber nach wie vor verurteilt, da nicht konform mit Bibel und Theologie? Ihr Sein wird hier als das Ergebnis fehlgeleiteter Erziehung und Prägung angesehen -- und sie damit als vom rechten Weg Abgekommene, die es in letzter Konsequenz, wenn auch nicht so formuliert, zu bekehren gilt. Dies ist, mit Verlaub, maßlos arrogant und menschenverachtend und hilft den Betroffenen nicht weiter. Das jedoch sollte das eigentliche Ziel sein. Sicher, für die Kirche, insbesondere für die Seelsorger und Theologen, kann dieser Spagat zur Zerreißprobe werden, denn der ihr vorgegebene Rahmen durch Bibeltreue und Überlieferung ist extrem eng.
Hempelmanns Buch sollte man lediglich als das auffassen, was es ist: ein Diskussionsbeitrag unter anderen, fundiert, theoretisch kompetent und praxisorientiert. Wie weit sich jedoch die auch hier immer noch vorherrschenden reaktionären und ihrem Geist nach äußerst fragwürdigen Standpunkte mit der Wirklichkeit vereinbaren lassen, bleibt abzuwarten. Den Homosexuellen, die ihren Platz in der Kirche suchen, kann jedenfalls nur mehr Menschlichkeit und christliche Nächstenliebe gewünscht werden -- denn diese brauchen sie, und theologische Spitzfindigkeiten sind weder notwendig noch angebracht. Für alle, die sich intensiver für diese Diskussion interessieren, finden sich als Abschluss Listen mit weiterführender Literatur und Seelsorge-Organisationen. --Osseline Kind
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Dr. Heinzpeter Hempelmann, Jahrgang 1954, promovierte nach dem Studium der Theologie und Philosophie zum Dr. theol. 1992 in Mainz; seit 1996 ist er Seminardirektor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission.