Mein Leben als Quotendorflesbe
Irgendwie, irgendwann ist es einfach genug. Ich habe zwar das Glück nicht mehr ständig in meinem Heimatdorf sein zu müssen, aber wenn ich dann da bin, dann bemerke ich doch immer wieder wie homophob diese Umgebung ist. Ständig irgendwelche blöden Kommentare, blöden Witze oder sonst was, nicht über mich, sondern allgemein, wer kennt sie nicht die Sprüche “boah, ist das schwul.... der ist ja auch ein warmer...”. Aber das letztens hat dann alles getoppt. Meine Familie, die Freundin meines Bruder und meine Freundin saßen gerade in der Küche als mein Onkel vorbeikam um Geburtstagseinladungen zu verteilen. Bei meiner Einladung hat er nichts dazu gesagt und bei der meines Bruders meinte er dann bloß “Ja, du kannst dann XY eh auch gerne mitnehmen”. Mir ist innerlich das Kinn bis zum Boden gefallen, mir war in meinem ganzen Leben noch nie etwas so unangenehm und peinlich! Immerhin weiß das nun schon so gut wie jeder, und ich bin mit meiner Freundin nun auch schon drei Jahre zusammen, da kam schon die ein, oder andere Familienfeier vor zu der ich sie mitgenommen hatte. Aber das ist ja noch nicht das Beste, als es dann soweit war und ich auf der Geburtstagsfeier war fragt mich seine Tochter als wäre es das normalste der Welt “Wo hast du denn heute ... gelassen” ich war so perplex und fühlte mich so verarscht mehr als ein “die ist in der Stadt” währenddessen mich alle angestarrt haben, unter anderem meine Schwester, bei der ich mich zuvor aufgeregt hatte wie unglaublich unangenehm die Situation damals für mich war, kam mir nicht über die Lippen. Manchmal weiß ich gar nicht mehr wie ich mit so Situationen umgehen soll, ständig muss man sich rechtfertigen, erklären wieso man als Frau eine Frau liebt und das Schlimmste ist, dass keine einzige Person im ganzen Dorf öffentlich als Lesbe geoutet ist. Kennt jemand die Situation, bzw. wie geht ihr damit um, oder was würdet ihr machen? Manchmal ist es einfach so frustrierend...