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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadMonument des Kalten Krieges
22.03.2008 13:59
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0 GESCHICHTE: Monument des Kalten Krieges Potsdamer Historiker Hans-Hermann Hertle legt umfassende Mauerdokumentation vor „Die Berliner Mauer – Monument des Kalten Krieges“ ist der Titel einer umfangreichen Dokumentation, die jetzt in der Reihe „Zeitbilder“ der Bundeszentrale für politische Bildung erschienen ist. Der Redakteur dieser Arbeit, Hans-Hermann Hertle, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für Zeithistorische Forschungen (ZZF) Am Neuen Markt. Das 184 Seiten starke, mit 300 teils zum ersten Mal veröffentlichten Fotodokumenten reich illustrierte, mit deutschem und englischem Text komplett zweisprachige Buch ist chronologisch geordnet. Das Eröffnungskapitel zeigt zunächst, wo die Mauer stand. Fotografien der DDR-Grenztruppen vom damaligen Todesstreifen sind 15 Jahre nach dem Mauerfall aufgenommene Vergleichsfotografien gegenübergestellt; für Potsdam stehen die Glienicker Brücke und der heutige Uferweg am Griebnitzsee. Es folgt die systematische Aufbereitung der Geschichte von der Nachkriegszeit mit der Massenflucht von dreieinhalb Millionen Menschen aus der sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR über den Mauerbau, Flucht, Fluchthilfe und Widerstand, deutsch-deutsche Konfrontations- und Entspannungspolitik bis zum Fall der Mauer und letzten Mauerresten 20 Jahre nach ihrem Fall. Gezeigt werden auch Mauerschrott und -trümmer am Groß-Glienicker See und die letzten Mauersegmente am Griebnitzsee, Einmündung Stubenrauchstraße, die einzigen des gesamten ehemaligen Ringes außerhalb von Berlin, die laut Dokumentation noch an ihrem originalen Platz erhalten blieben. Ausführlich geschildert wird nicht zuletzt die fortwährende Perfektionierung des Mauerstreifens. Die Darstellung relativ bekannter Ereignisse wie der sowjetisch-amerikanische Panzerkonfrontation vom 27. und 28. Oktober 1961 am Checkpoint Charlie wird ergänzt mit Dokumenten und Randbegebenheiten wie jenen Aufnahmen von einem Test der stählernen DDR-Panzersperren, der ergab, dass das Material brüchig war. Fluchtversuchen wird breiter Raum gegeben, Tunnelfluchten sind ebenso in Text und Bild dokumentiert, wie die Entführung des Fahrgastschiffes „Friedrich Wolf“ bei Treptow am 8. Juni 1962 durch ein gutes Dutzend junger Ostberliner, denen unter einem Kugelhagel die Flucht glückt. Zu den besonders grotesken Fakten der Dokumentation zählt eine volkswirtschaftliche Rechnung von DDR-Ökonomen, die im Frühjahr 1989 die Kosten der Grenzsicherung durch die Anzahl der Festnahmen dividieren und auf 2,1 Millionen Mark pro Verhaftung kommen. Da die Ökonomen den Wert eines Werktätigen mit 700 000 Mark ansetzen, kommen sie zu dem Schluss, dass die Kosten der Festnahme das dreifache des Wertes eines Gefangenen betragen. Fazit: Die Grenzsicherung muss billiger werden. Ein halbes Jahr sollte es da noch dauern, bis die Kosten sukzessive ganz auf Null gesetzt wurden. Nach ZZF-Recherchen forderte das Mauerregime über 28 Jahre hinweg mindestens 130 Todesopfer.
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