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Nach wie vor...

lutecken
HiddenNickname
offline
02.10.2003 18:43
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Ich bin verliebt. Nach wie vor. In sie. Wir kennen uns schon seit ewigen Zeiten, über die Hälfte unseres Lebens. Ich durfte sie lieben und ich habe sie geliebt. So sehr. Mit all meiner Leidenschaft. Das kannst Du mir glauben. Sie war der Mittelpunkt meines Lebens. Sie war meine Sonne und ich ihr Mond, ihr ständiger Begleiter. Sie war alles für mich. Und sie ist es noch. Ich liebe sie mehr, als ich es mit Worten ausdrücken kann. Aber ich habe die Beziehung beendet, weil sie mir die Liebe nicht mehr zurückgegeben hat. Ein Fehler? Ich weiß es nicht. Vermutlich wirst Du sagen, ja, es war einer. Aber bitte überlege, ich hab alles für sie getan und von ihr kam es nicht zurück. Sie hat sich von mir zurückgezogen, keine Liebe mehr gezeigt. Ihre Freizeit mit anderen geteilt, war das fair? Ich denke nicht. Sie hätte es nicht beendet. Sie hätte es in die Belanglosigkeit und den Alltag abdriften lassen. Da waren wir schon. Ich hab mir ein Bein für sie ausgerissen um ihr meine freien Momente zu schenken, hab mich mit meiner Mutter angelegt, damit ich bei ihr sein konnte.
Sicher, ich mache mir Vorwürfe ohne ende, dass ich es wirklich ganz beendet habe und nicht sagte, dass ich mal ein wenig Abstand brauche. Schließlich vergleiche ich jede Frau, die ich kennen lerne mit ihr. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, sobald mir eine andere näher kommt. Ich will das nicht mehr. Ich will nicht mehr allein sein. Aber wie soll das gehen, wenn ich bei jeder art von körperlicher Nähe Panik bekomme. Wenn sie mir so nah ist, dass sie jederzeit greifbar scheint. Sie ist meine beste Freundin und ich schaffe es einfach nicht sie einfach hinter mir zu lassen und wegzugehen. Ich kann sie nicht einfach zurücklassen und sie nicht mehr sehen. Ich brauche sie. Sie hört mir endlich wieder zu. Ich will nicht wieder mit ihr zusammen sein, denke ich, die meiste Zeit jedenfalls. Wir vertrauen uns einfach nicht mehr. Das würde nichts bringen. Aber ich weiß, um wirklich von ihr loszukommen braucht es entweder eine sehr liebe, nette und geduldige Frau oder eine Menge Zeit. Und hier spreche ich von Jahren, nicht von Wochen oder Monaten. Vermutlich brauche ich beides. Denn den Vorschlag, sie einfach nicht mehr zu sehen und den Kontakt abzubrechen, den kann ich nicht durchführen. Dann würde ich innerlich sterben.
Was werde ich also tun, das fragst Du Dich doch jetzt sicherlich oder? Nun, ich werde weiterleben, werde mich abends einsam fühlen, werde mich mit ihr treffen und dann wird es mir die meiste Zeit gut gehen. Und irgendwann werde ich die Frau treffen, die mir zeigt, dass sie es Wert war, dass ich auf sie gewartet habe. Ich werde mich vorher nicht an eine andere binden.
Ich rede hier nicht von Sex, versteh mich nicht falsch. Sex ist etwas wunderbares und Du weißt genauso gut wie ich, dass man keine Beziehung braucht um Sex zu haben. Sex ist etwas wunderbares. Darauf will ich auch nicht verzichten. Warum sollte ich auch. Ich bin jung. Manche behaupten sogar ich sei attraktiv. Warum sollte ich mich also in mein Schneckenhaus zurückziehen und ein trostloses Leben fristen? Stimmt, Du kannst Dich ja jetzt so richtig austoben, Du bist ja ungebunden. So etwas in der Art wolltest Du doch sagen oder? Und Du hast Recht. Ich sollte das vielleicht tun. Sollte noch mehr Erfahrungen sammeln. Noch mehr Frauen ausnutzen und noch mehr Frauen verletzen. Dabei hab ich das schon zur Genüge getan. Und am meisten habe ich mich selbst dabei verletzt. Ich bekomme Panik, sobald die Frau nähere Gefühle zeigt. Und es tut mir immer in der Seele weh, wenn ich ihr eine Abfuhr erteile. Ich weiß, wie weh Liebeskummer tut. Und dennoch lasse ich es soweit kommen, dass sie sich in mich verliebt. Ich könnte sagen, hey, ist doch nur für diese Nacht. Aber das kommt mir so schwer über die Lippen. Was soll ich also tun? Kannst Du es mir verraten? Soll ich so weiter machen? Oder soll ich mit geschlossenen Augen durchs Leben gehen? Keine Frauen mehr anblicken?
Ich weiß es nicht. Ich lasse mich einfach von meinem Gefühl leiten, auch wenn es mir dann vielleicht Kummer bringt.
Vielleicht sollte ich mich einfach verlieben? Ich wünschte, ich könnte den Knopf endlich drücken, damit es „klick“ macht. Damit nicht bei jedem zweiten Orgasmus ihr Bild vor meinem inneren Auge auftaucht. Es reicht. Mir reicht es. Ich kann so nicht mehr. Aber ohne sie kann ich auch nicht. Deshalb werde ich einfach erst mal so weiter lieben und leben und wer weiß, vielleicht treffe ich schon am Wochenende jemanden, der mich für ein paar Stunden von meiner Angst ablenkt. Und zwar nicht mit Sex, sondern durch Charme und Aufmerksamkeit. Eine gute Freundin zu finden, die mich versteht, in meiner Nähe wohnt und nicht Freundschaft mit Sex verwechselt. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Ich werde nicht mehr suchen. Sie wird mich finden. Da bin ich sicher. Erste Schritte werde ich nicht mehr machen. Das überlasse ich der anderen.
Vielleicht kann ich dann auch mal wieder eine Nacht durchschlafen, ohne Alpträume zu bekommen, wirres Zeug zu träumen und morgens total verkrampft und verspannt aufzuwachen. Einfach nur entspannt schlafen. Vor allem einschlafen können ohne vorher stundenlang zu grübeln, diesen Luxus hätte ich gerne mal wieder. Er fehlt mir seit fast einem Jahr.

Danke Margret, Du bist die beste Zuhörerin der Welt. Deine Stimme beruhigt mich seltsamer Weise. Du tust mir gut! Ute weiß, was sie an Dir hat. Ich kann sie gut verstehen... Du bist wirklich etwas besonderes!
A., T., C., K. es tut mir wahnsinnig leid! Ich wollte Euch nicht weh tun. Aber ich war einfach nicht bereit für mehr und wenn ich bedrängt werde, dann geht bei mir gar nichts. Ihr werdet vielleicht nicht die letzten gewesen sein.
Sarah, Du hast meinen Kreis einmal durchbrechen können, dafür bin ich Dir dankbar. Aber ohne die Entfernung zwischen uns, wäre es vielleicht nie möglich gewesen, weil Du mir so nicht immer nah sein konntest. Du bist außerdem so anders als sie. Und dafür liebe ich Dich immer noch.
Pam, Du holst mich immer wieder aus meinen Tiefs. Das schafft sonst niemand. Ich weiß nicht, warum Du es immer weißt, wenn es mir schlecht geht. Vermutlich sind wir doch seelenverwandt. Du bist glücklich mit Deiner Anny, Pam und ich hoffe, dass dieses Glück nie aufhört! Du bist die beste Freundin, die man sich wünschen kann!

Und bevor ich jetzt noch in Tränen ausbreche und Du hier nichts mehr lesen kannst, weil der Bildschirm vor meinen Augen verschwimmt und nur noch so was wie skefnbailsgba den Weg in das posting findet, schließe ich hier. Ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben.
lutecken
HiddenNickname
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03.10.2003 22:17
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undinegeht
HiddenNickname
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03.10.2003 17:39
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bettiblu
HiddenNickname
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03.10.2003 16:01
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Megagenie
HiddenNickname
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03.10.2003 15:10
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