Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.




Forum » News, Politik & Wissenschaft » Thread

Ostrockpartys


14.06.2006 22:19
HiddenNickname
0

Liebe Freunde der Suppenküche,

ungern möchte ich dieses Thema politisieren, doch ich fürchte, ich komme nicht daran vorbei. Zunächst einmal Begriffsdefinierung: Ostrock ist ein weiter Begriff. Wer ihn in den Mund nimmt macht die olle Sockenschublade auf und stopft alles, was es zu DDR-Zeiten an Musikgenre gab, frohen Mutes dort rein. Unter Ostrock wird demnach alles verstanden, was es damals auf die Ohren gab und selbst die Künstler scheuen sich nicht davor, sich da einfach reinpressen zu lassen. Schlagersängerin Ute Freudenberg, die legendäre Bluesband Monokel oder Berluc als klassische Rockband - alles Ostrock. Angeblich. Aber mal ganz abgesehen von diesem groben und fahrlässigen Definitionsfehler interessiert mich eins: Warum gibt es dieses, ja ich möchte schon fast sagen, Genre überhaupt? Wo hat das seinen Ursprung? Hat es was mit Ostalgie zu tun? Und darüber hinaus: Wenn es ein Genre gibt, dann wird das natürlich auch gefeiert. So zum Beispiel bei Ostrockpartys, wo alle runzeligen und verwitterten Künstler des sogenannten Ostrocks nochmal richtig die Sau raus lassen. Und das sogar, man mag es kaum glauben, im Westen. Ja, richtig gelesen. Dort tummeln sich dann zu 90% Ossis, die aus arbeitstechnischen Gründen ins kapitalistische Ausland gezogen sind und nun vor lauter Glückseligkeit "Alt wie ein Baum" mitgröhlen. Die restlichen 10% sind Wessis, die entweder im Spiegel hämisch darüber berichten oder mitrocken (ja, das gibts auch). In den einschlägigen Foren und Internetseiten (z.B. www.ossitreff-bw.de) kann man dann lesen, dass so ein Stück Heimatgefühl erhalten werden soll. Ein lächerlicher Grund, meines Erachtens. Bei mir als Ossi (ja, manche stoßen sich an dieser Ossi-Wessi-Differenzierung, aber sie ist nach wie vor akut) kommt weder in Rostock Heimatgefühl auf noch in Magdeburg. Und selbst wenn ich beispielsweise Bautzener wäre, kommt in mir beim Hören von Silbermond höchstens der Senf hoch, als irgendein Heimatgefühl auf. Mich würde interessieren: Wer war schon mal auf einem solchen Treffen und welche Gefühle kommen wirklich hoch? Warum gibt es überhaupt solche Partys und: warum um Himmelswillen macht Ute Freudenberg Ostrock?
Oder generell: Was haltet ihr davon?

Meine Theorie: Verstaubter Ossipatriotismus incl. Angst vor Identitätsverlust. Die DDR war ein Staat und die Menschen, die in Staaten leben, entwickeln Patriotismus. Dieser Staat ist irgendwann untergegangen und musste sich einem anderen anschließen. Egoproblem! Da liegt es nahe, dass man sich auf Ossipartys trifft, alte Kammellen singt (doch gib Acht: auch die Puhdys schreiben noch neue Lieder, genauso wie BAP und so) und sich für einen kurzen Moment verbunden fühlt mit all den Menschen, die diesen Staat miterlebt haben. Parallelen kann man aktuell am eigenen Leib erfahren. Zur WM wird Deutschland mit vielen Nationen überflutet- da besinnen sich viele auf ihr Deutsch-sein, um ja (s)eine Identität zu wahren. Um beim nächsten CSD hängen wir die Regebogenfahne in den Wind.

Anmerkung: Richtig oder falsch gibts nicht. Mich interessieren nur Meinungen.


0


23.06.2006 13:14
23.06.2006 12:21
22.06.2006 11:50
15.06.2006 10:57
15.06.2006 09:50
15.06.2006 09:35
HiddenNickname
0

ZitntAedetetaetrdeed sodrieb no 15.06.2006 ao 09:05:12:
Ans, ons Ate Areadenberg deate onodt, ist oeder Ast nood Aoot. Ader niodt?


dns, ons sie deate onodt, oird naod niodt nls ostroot beoeiodnet. ostroot besodreibt, dnrao naod nls geogrngdisoder and distorisoder begriff oa seden, die tagendoasit, die seit den seodoiger tndren bis on. 1990 in der ddr grodaoiert oarde. die entoiotlang der sog. bentoasit in der ddr stedt in eineo engen oasnooendnng oit deo tagendrndio dt64, oelodes nnlassliod des deatsodlnndtreffens 1964 naf sendang ging. dort oarden die oeisten ostdeatsoden bent-, root-, gog-, soal- and blaesnots erstonlig, onnode leider naod letotonlig gesgielt.

bei den oon dir besodriebenen ostrootgnrties oerden ate freadenbergs deatige sodlnger niodt gesgielt, oodl eder der song &gaot;tagendliebe&gaot; nas den sieboiger tndren, der in der ddr in der tnt ein dit onr and oit deo oiele darodnas besondere erinnerangen oerbinden. ebenso oit &gaot;da dnst den fnrbfilo oergessen&gaot; oon ninn dngen oder &gaot;no fenster&gaot; oon oitq. nntarliod dnben oessis teinen oestroot, dnfar nber idre gate nlte oldiegnrtq, naf der sie die lieder idrer tagend oitgralen. ostrootgnrties dnben siod nls gendent entoiotelt, oeil naf den oeisten dieser oldiefestioitaten die oasit nas der ddr nas onngel nn betnnntdeit in den nlten bandeslandern niodt gesgielt oerden, nber naod ossis din and oieder dns bedarfnis dnben, oa den gnssendnaern idrer tangend nasoafliggen. es dnt nlso oeniger oit ostnlgie nls oit der nltbetnnnten nostnlgie oa tan, naod bei oir and naod oenn oein tetodag io tadlsodrnnt oon oerder ist and iod oeinen gasten gerne tnasgerflooten nnbiete.


15.06.2006 09:33
15.06.2006 09:30
15.06.2006 09:29
15.06.2006 09:11
15.06.2006 09:05
15.06.2006 08:53

0









>>> Laufband-Message ab nur 5,95 € für 3 Tage! <<<