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17.05.2005 21:31
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0 Papst Benedikt XVI. - Rückschritt in den Fundamentalismus Mit der Wahl Joseph Ratzingers zum Papst Benedikt XVI.hat sich die Katholische Kirche keinen Gefallen getan. Besonders bei Homosexuellen ist das neue Kirchenoberhaupt nicht sehr beliebt: er lehnt uns, unsere Liebe, unsere Partnerschaften und Elternschaft ab. Die Katholische Kirche hat sich für den Fundamentalismus entschieden. Wir, die Homosexuellen, werden und sollten dies nicht unterstützen. Ratzinger nennt sich Benedikt der XVI. und das nicht ohne Grund. Ratzinger sieht sich als Nachfolger des heiligen Benedikt (lateinisch: der Gesegnete), dem Ordensgründer der Benediktiner, der den Ehrennamen »Vater vieler Völker« trägt und Schutzpatron Europas ist. Dass von eben diesem Benedikt die strenge Regel »Ora et labora«, »bete und arbeite«, stammt, ist nicht verwunderlich. Was können wir von Benedikt XVI. erwarten? Sicher nicht, dass wieder Scheiterhaufen für Andersdenkende errichtet werden, aber es wird zu einer gewaltigen Festigung der Glaubensstrenge und zu einer Retraditionalisierung kommen. Für Ratzinger gibt es nur eine wahre Kirche und das ist die katholische.: »Es konstituiert sich eine Diktatur des Relativismus, die nichts als definitiv anerkennt und die als letztes Maß nur das Ich und seine Bedürfnisse lässt. Wir aber haben ein anderes Maß: den Sohn Gottes, den wahren Menschen.« Doch weil der nicht präsent ist, hat es eines Ratzingers bedurft, der als Vorsitzender der Glaubenskongregation festlegte und als Papst weiter festlegt, was das »rechte Maß« ist und wie es sich im Leben äußert: keine Kondome, keine Pille, kein Schwangerschaftsabbruch, keine Frauen im Priesteramt, keine Weihe von Homosexuellen zu Priestern, kein ökumenisches Abendmahl. Willkommen im Fundamentalismus, in der absoluten Monarchie, die keinem der demokratischen Grundwerten entspricht Unsere Lebensführung wird auch weiterhin Ratzinger mißfallen, der weder eine Sexualität noch Barmherzigkeit sein Eigen nennen kann. Er wird unsere Sexualität weiter als Sünde ansehen und die Enthaltsamkeit predigen, denn »homosexuelle Handlungen [...] entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit.« Und weiter: »Die Ehe ist heilig, homosexuelle Beziehungen verstoßen gegen das natürliche Sittengesetz.« Er wird weiterhin sagen: »Das Einfügen von Kindern in homosexuelle Lebensgemeinschaften durch die Adoption bedeutet faktisch eine Vergewaltigung dieser Kinder in dem Sinn, dass man ihren Zustand der Bedürftigkeit ausnützt, um sie in ein Umfeld einzuführen, das ihrer vollen menschlichen Entwicklung nicht förderlich ist.« Mit der Wahl Ratzingers zum Papst Benedikt XVI. hat sich die Heilige römisch-katholische Kirche keinen Gefallen getan, denn wer bisher zweifelte, ob er aus der Kirche austreten solle, hat nun guten Grund, endgültig auszutreten. [/...]
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