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Pornos für Frauen

12.07.2012 14:24
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Pornos für Frauen

"Manche hätten es gerne sehr viel
expliziter"


Interview: Violetta Simon

Petra Joy gilt als "Frontfrau" des weiblichen Pornos. Im Interview
erklärt die Filmproduzentin, wie Sexfilme für Frauen funktionieren und
warum der SM-Bestseller "Shades of Grey" keine pornografische
Literatur ist - sondern eine antifeministische Mogelpackung.
Macho-Phantasien und allzeit bereite Blowjobberinnen sucht man in ihren
Drehbüchern vergebens: Petra Joy gilt als "Frontfrau" einer Form des Pornos,
die speziell Frauen ansprechen soll. Porno ist für die Filmproduzentin eine
politische Angelegenheit, ihre Filme, in denen die weibliche Lust im Vordergrund
steht, wurden bereits mehrfach ausgezeichnet. In ihrem autobiografischen Buch
"Die Pornografin" beschreibt die in Brighton lebende Filmemacherin und Autorin
ihre Erlebnisse in einer von Männern dominierten Branche. Eine Branche, die
inzwischen immer mehr von Frauen und ihren Bedürfnissen mitbestimmt wird.
Dass der SM-Bestseller "Shades of Grey" dabei den Frauen einen guten Dienst
erweist, glaubt die Joy nicht. Ihrer Meinung nach handelt es sich keineswegs
um einen pornografischen Roman für Frauen. Sondern um eine genial
vermarktete Mogelpackung.

Süddeutsche.de: Acrylnägel, Silikonbrüste, eine willige Frau geht in die Knie, ein Mann ejakuliert - Ziel erreicht. Machen solche Pornos Frauen an?

Petra Joy: Geschmäcker sind verschieden. Es gibt sicher Frauen, die
Mainstream-Pornos gucken und denen meine Filme zu soft sind. Wichtiger ist
aber, dass wir die Wahl haben: Hauptsache, es gibt überhaupt Filme, die
Frauen anmachen.

Süddeutsche.de: Langweilen sich Männer nicht ebenfalls bei den immer
gleichen Szenen, Stellungen und vorgespielten Orgasmen?

Joy: Durchaus. Ich habe Mails von Männern bekommen, die sagen, sie können
mit diesen "Rammelpornos" nichts anfangen. Es macht ihnen keinen Spaß,
Filme zu sehen, in denen Frauen wie Dreck behandelt werden. Diese Männer
stehen auf Filme, die zeigen, wie Frauen ticken und worauf sie stehen. Das
kapiert die Pornoindustrie aber nicht und produziert weiter Billigprodukte nach
der 08/15-Formel.

Süddeutsche.de: Sie waren während der 80er Jahre in der deutschen AntiPorno-Bewegung aktiv. Was genau hat Sie an konventionellen Pornos gestört?

Joy: Dasselbe, was mich heute daran stört: Ich bin noch immer gegen Pornos,
die Männer auf Schwänze und Frauen auf Löcher reduzieren oder Gewalt
gegen Frauen verherrlichen. Heute reicht es mir nicht mehr, nur gegen etwas zu
sein, ich möchte Alternativen schaffen. Ich finde, als Frau hat man ein Recht auf
diese Filme. Ich bin ein visueller Mensch und habe kein Problem mit explizitem
Erotikmaterial. Frauen haben ein riesiges Nachholbedürfnis, warum sollen wir
dieses Genre also den Männern überlassen?

Süddeutsche.de: Sind Drehbücher nach männlichen Maßstäben automatisch
frauenfeindlich?

Joy: Sie sind oft menschenfeindlich. Niemand wird mit Respekt behandelt, auch
Männer nicht. Es ist generell ein sehr liebloser Umgang. So richtig kommt da
keiner auf seine Kosten. Deshalb ist mir Rollenspiel so wichtig. Der Mann will
auch mal Sexobjekt sein und verführt werden.

Süddeutsche.de: Heute produzieren Sie selber Pornos, in erster Linie für ein
weibliches Publikum. In Ihren Filmen zeigen Sie, wie Frauen verwöhnt werden.
Ist es das, was Frauen wollen?

Joy: Sie wollen ihre Lust feiern. Sie wollen sehen, wie eine Frau verwöhnt wird
und das bekommt, was sie will. In meinen Filmen ist die Frau die Heldin. Frauen
genießen es auch, Männer als "Lustobjekt" zu beobachten und bisexuellen
Männern beim Sex zuzusehen. Bisher mussten wir dazu Schwulen-Videos
gucken, heute zeigen wir zum Beispiel, wie ein Heteromann masturbiert. Das ist
aber nur eine von vielen Möglichkeiten. Da gibt es sehr viel nachzuholen.

Woher kennt sie die Wünsche der Frauen?

Joy: Ich bekomme viele Mails mit Anregungen von Zuschauerinnen. Meine
Darstellerinnen leben vor der Kamera ihre Phantasien aus. Natürlich spreche
ich auch mit Freundinnen über Sex, lese entsprechende Literatur und spreche
mit Frauen aus aller Welt. Die weibliche Sexualität schillert in allen Farben, von
Blümchensex über Fetisch ist alles dabei.

Süddeutsche.de: Ihre Filme "Female Fantasies" oder "Her Porn" zeigen
Sequenzen oder Kurzfilme ohne Rahmenhandlung. Brauchen Frauen also doch
kein anspruchsvolles Drehbuch?

Joy: Viele Zuschauerinnen brauchen nicht unbedingt Romantik oder eine
kompliziert konstruierte Handlung. Sie wollen nur verstehen, warum er hart und
sie feucht wird, wollen nachvollziehen, warum er auf sie steht. Dazu ist kein
Dialog nötig, nur eine Story, die die "Erregungskurve" wiedergibt. Sicher wollen
manche Frauen eine Handlung. Es ist jedoch schwierig, gute Schauspieler zu
finden, die glaubwürdig miteinander kommunizieren und dann auch noch
explizite Sexhandlungen zeigen. Dialoge, die hingegen von Amateuren gespielt
werden, nerven nur. Vor allem, wenn sie merkwürdig synchronisiert sind.

Süddeutsche.de: Soeben ist Ihr Buch "Die Pornografin" erschienen, in dem
Sie Einblick in Ihre Arbeit als Filmproduzentin geben. In den USA steht seit
Wochen der SM-Roman "Shades of Grey" (Auf deutsch: "Geheimes Verlangen"
von E.L. James auf Platz eins der Bestsellerlisten. Liegt Porno im Trend, ist er
die neue Erfolgsgarantie?

Joy: Es kommt darauf an. "Die Pornografin" ist ein sehr persönliches, eher
autobiografisches Werk. Im Grunde geht es um Schwesternschaft, den
Zusammenhalt der Frauen innerhalb der Porno-Industrie. Ich habe das Buch
geschrieben, um andere Frauen zu motivieren, konsequent und unerschrocken
ihren Weg zu gehen. Im Gegensatz zu "Shades of Grey" ist mein Buch
wahrscheinlich nicht kommerziell genug, um zum Bestseller zu werden.
Abgesehen davon würde ich diesen Roman nicht als pornografisch bezeichnen
- ich finde, es ist wenig Sex in dem Buch. Die meisten Szenen sind absoluter
Blümchensex und haben mich unendlich gelangweilt.

Süddeutsche.de: Die Erniedrigung der Frau in konventionellen HardcorePornos stößt viele Frauen ab. In dem Roman "Shades of Grey" unterwirft sich
eine sexuell unerfahrene Studentin ganz bewusst einem sadomasochistisch
veranlagten Unternehmer. Ist das nicht auch eine Art Unterdrückung?

Der Devote hat die Power

Joy: Der wesentliche Punkt beim SM-Sex ist: Der oder die Devote hat die
Power. In diesem Fall genießt es die Frau, die Verantwortung aufzugeben, setzt
aber zugleich die Grenzen. Zum Beispiel durch ein abgesprochenes Safeword,
wie es im Roman der Fall ist. Der Unterschied zwischen Unterwerfung und
Unterdrückung, etwa durch Missbrauch ist: Beim Missbrauch werden die
Grenzen des Opfers nicht anerkannt. Es geht darum, dem anderen Gewalt
anzutun, um Schmerzen, nicht Lust, zu bereiten. Das eine ist ein temporäres Rollenspiel, bei dem es um die Befriedigung beider geht. Bei Missbrauch geht
es nicht um sexuelle Befriedigung, sondern um die Unterwerfung und Verletzung
des Opfers.

Süddeutsche.de: Wie erklären Sie sich, dass dieses Buch so einen Erfolg bei
der weiblichen Leserschaft hat?

Joy: Dieser Roman ist ein romantisches Märchen, ein absolutes
Mainstreamprodukt, das weder authentischen SM-Sex noch Porno beinhaltet.
Der Inhalt wurde weißgewaschen und von Verlegern bestimmt. Und das
funktioniert: Einerseits setzt der Verlag darauf, dass sich Porno für Frauen gut
verkauft. Andererseits sind die Inhalte so soft, dass das Buch in jedem
Supermarktregal stehen kann - weil es sich im Grunde um eine traditionelle
Liebesgeschichte handelt. Die Frau ist nicht autark und sexuell selbstbestimmt,
und sie hat nur SM-Sex mit dem Mann (der sie entjungfert), weil Sie ihn liebt und
hofft, ihn zu ändern. Wäre sie nicht so unerfahren und könnte Sex von Liebe
trennen, wäre das Buch nicht überall zu haben. Ich halte den Roman für eine
Mogelpackung mit verwässerten Inhalten und einer guten Marketingstrategie.

Süddeutsche.de: Der Erfolg des Romans basiert auf einem Versprechen, das
viele Leserinnen reizt. Träumen Frauen davon, dominiert zu werden?

Joy: Machtspiele sind immer spannend, für Männer wie für Frauen. Viele
Frauen träumen auch davon, zu dominieren, manche switchen gerne. Insofern
halte ich es für einen Trugschluss, aufgrund der Verkaufszahlen auf eine
bestimmte Vorliebe zu schließen. Viele Frauen haben derzeit einfach Lust auf
Porno. Die meisten haben sich das Buch nicht wegen des SM-Inhaltes gekauft,
sondern weil es hieß: Porno für Frauen - und sind nun enttäuscht davon. Sie
hätten das gerne sehr explizierter, sehr viel härter gehabt und wollten nicht erst
230 Seiten lesen, bis mal was passiert.

Süddeutsche.de: Also kein Buch, das der weiblichen Befreiung dient?

Joy: Im Gegenteil: ein extrem rückständiges, antifeministisches Buch. Die Figur
des jungen Unternehmers, der als Kind missbraucht wurde und jetzt nur SM-Sex
praktizieren will, unterstützt eine höchst konservative These: dass alle
Menschen, die mit SM-Sex experimentieren, irgendwie psychisch geschädigt
sind. Schockierend daran finde ich nicht den soften SM-Sex, sondern das
unreflektierte Wiederkäuen veralteter Rollenklischees. Ich kenne viele Frauen,
die gern mit SM-Sex experimentieren, viele mögen Porno und hätten es gerne
härter. Aber ich kenne keine, die diese Geschichte auch nur im Entferntesten
heiß findet - die lachen darüber.

Süddeutsche.de: Gibt es generell einen Trend zu BDSM-Praktiken (Bondage
& Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism)?

Joy: Ich sehe keine Zunahme von SM-Trends. Was zunimmt, ist die Lust am
Rollenspiel, dazu braucht man keine Fesseln, das findet im Kopf statt.

Süddeutsche.de: Das dürfte Ihre Zielgruppe erfreuen. Sie sagen von sich, sie
machen Pornos für Menschen, deren wichtigstes Sexorgan zwischen den Ohren
und nicht zwischen den Beinen sitzt.

Joy: Ich glaube, dass die meisten Menschen ihr Sexualorgan zwischen den
Ohren haben. Gute Pornos machen immer erst im Kopf an, es kommt
schließlich keine Hand aus dem Fernseher.

Süddeutsche.de: Kann Porno also mehr als nur anturnen?

Joy: Porno ist politisch, und es ist kulturell extrem relevant, was gerade
passiert. Die Sexindustrie erlebt eine weibliche Revolution. Immer mehr Frauen
drehen Pornos, entwerfen Spielzeug oder führen Sexshops. Das finde ich
spannend und ich bin stolz, Teil dieser Bewegung zu sein. Denn was im
Schlafzimmer passiert, ist ein Indikator für das Verhältnis der Geschlechter
zueinander. Und es hat Auswirkungen auf unsere Beziehungen. Wenn nur
immer wieder ein Geschlecht gewinnt, verlieren im Grunde beide. Wenn Männer
und Frauen bekommen, was sie wollen, werden wir bessere Beziehungen und
besseren Sex haben. Deshalb begrüße ich es, dass Frauen Sexromane
schreiben. Ich finde es nur schade, wenn ein Buch diesen Zweck nicht erfüllt -
und sich dennoch millionenfach verkauft.

http://www.sueddeutsche.d [...] .1409681


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16.07.2012 23:39
15.07.2012 10:53
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Alioe Aodonroer gibt io Angessgiegel eine Anfo, die oertoardigeroeise oeder in der Aaddeatsoden nood in der AAZ oortooot:

Zitnt&gaot;Aie Aeldin anteroerfe siod deo Annn letotendliod eben niodt. „And genna dns onodt oodl die Ansoinntion far die Aillionen Aeserinnen nas: dns Agiel oit deo Aeaer, dns sie selber lasoden tannen“, ertlarte die Aeoinistin den Arfolg des Aoonns.&gaot;


And sie oertritt die Adese:

Zitnt„Aie Arna oird nie oao gnssioen Abtett degrndiert, sondern bleibt dentendes and dnndelndes Aabtett.“


And sodließliod sngt sie nood:

Zitnt„Aieser Anterdnltangsroonn ist dns Aegenteil oon Aornogrnfie“


Aollte nan &gaot;Anterdnltangsroonn&gaot; nls Aob oerstnnden oerden...???

Ansodeinend oeint sie dnoit dns, ons die AAZ-Aeoensentin so besodreibt:

Zitnt&gaot;Ao eroadlt 'Adndes of Areq' in nteornabend anbedolfener Agrnode oon den gnno nlten Aollen: Ar, der tolle Aqg, erfolgreioder Anternedoer, oedrfnoder Aillionar, Aontrollfrent, eifersaodtig, dooinnnt. Aie, dns Aeoanderangsgirl, tleine Atadentin, edrgeiolos, oertraaot, anerfndren, die, dn der Angebetete gsqodisod ordentliod einen nn der Anffel dnt, dnoa nood gern Arnntensodoester sgielt. Ao radrendsten oird dnbei idre Anioitat in Aoene gesetot: [...]&gaot;[/...]


Zitnt&gaot;sngt oa deo siod gebieterdnft gebenden Areq gern Aatoe oie 'Aa bist so...toogetent', dnt niodt oirtliod etons gegen die Aersorgeroentnlitat idrer neaen Aetnnntsodnft ('Aod oarde diod gern oit Aeld abersodatten. Anss oiod Aleider far diod tnafen' and den dnoit oerbandenen Aaoas oie einen Aelitogter oder einen Aadi A8 Agider ('Aoo, liegt der tief'. As tooot sognr oor, dnss sie oon idreo 'Anterbeoasstsein oerblafft nngestnrrt' oird,&gaot;


AAA-Artitel:
dttg://ooo.tngessgiegel.d [...] 782.dtol


12.07.2012 15:10
12.07.2012 14:43
editiert am 12.07.2012 14:53 melden kommentieren
12.07.2012 14:39

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