RAINER MARIA RILKE
ich liess meinen engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den armen
und wurde klein, und ich wurde gross:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloss.
da hab´ich ihm seine himmel gegeben -
und er liess mir die leisesten träume zum pfand;
und er lernte das SCHWEBEN, ich lernte das Leben
und wir haben langsam einander erkannt
seit mich mein engel nicht mehr bewacht
kann er frei seine flügel entfalten
und die stille der sterne durchspalten -
denn er muss meiner einsamen nacht
nicht mehr die ängstlichen hände halten -
seit mich mein engel nicht mehr bewacht.
und er verarmte mir in den armen
und wurde klein, und ich wurde gross:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloss.
da hab´ich ihm seine himmel gegeben -
und er liess mir die leisesten träume zum pfand;
und er lernte das SCHWEBEN, ich lernte das Leben
und wir haben langsam einander erkannt
seit mich mein engel nicht mehr bewacht
kann er frei seine flügel entfalten
und die stille der sterne durchspalten -
denn er muss meiner einsamen nacht
nicht mehr die ängstlichen hände halten -
seit mich mein engel nicht mehr bewacht.