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S.O.S. - Ruf von Lesben


17.05.2002 20:25
HiddenNickname
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Heute hat mich ein S.O.S.- Ruf von Lesben per Mail erreicht. Aus diesem Grunde poste ich den Text hier hinein. Vielleicht kannst und möchtest Du ja helfen.

Gruß an alle von Whoopy, die das neue Outfit des Forums hier echt super findet.Die Gruppe Öteki-ben ("Ich bin anders" entstand aus einer Diskussionsgruppe
von vier Frauen. Seit August 2000 existiert das Projekt offiziell. Ziel ist
vor allem die Sichtbarkeit und Vernetzung lesbischer Frauen in der Türkei.
Es sind bereits über 180 Frauen aus der ganzen Türkei mit der Gruppe
verbunden, z.B. in Urfa, Istanbul, Ankara, Edirne, Antalya, Diyarbakir .

Öteki-ben ist bisher die einzige organisierte Gruppe lesbischer Frauen in
der Türkei. Sie ist Herausgeberin der ersten türkischen Lesbenzeitschrift,
die im Dezember 2001 mit Hilfe der Stiftung Umverteilung in Berlin zum
ersten Mal erschien.

In der Türkei ist Homosexualität nicht gesetzlich verboten, gesellschaftlich
jedoch nicht akzeptiert, so daß mit dem Coming Out ein hohes persönliches
Risiko verbunden ist. Vor allem Studentinnen und Beamtinnen können es sich
nicht leisten, zu ihrer Liebe zu Frauen zu stehen, da sie sonst ihren
Arbeits- bzw. Studienplatz riskieren.

In der Gruppe leben nur vier bis fünf Frauen offen lesbisch.
Eine von ihnen ist Hulya Tarman, die im Januar 2001 auch eine
Informationsreise zu Frauenprojekten in Deutschland, Österreich und der
Schweiz unternahm, um über die Situation lesbischer Frauen in der Türkei zu
berichten. Der Rest der Gruppe muß aus beruflichen oder familiären Gründen
mit der Heimlichkeit leben.
Da unverheiratete Frauen in der Türkei selbst in den Städten immer noch aus
dem Rahmen fallen und die Ehen meist unter Mitbestimmung der Familie
geschlossen werden, sind nicht wenige der Lesben verheiratet und können es
sich nicht leisten, ihre Männer zu verlassen, da sie sonst den Bruch mit
ihren Familien provozieren würden.
Andere lesbische Frauen kennezulernen ist in dieser Situation nicht einfach.
Ein Großteil der Kommunikation läuft daher über das Internet.

Das Büro von Öteki-ben dient daher nicht nur als Arbeitsraum, sondern auch
als Unterschlupf für Freundinnen und Frauen, die wegen ihres Lesbischseins
Probleme mit Eltern und Familie haben und nicht mehr nach Hause können.

Das Projekt ist in der Türkei bisher einmalig und erfordert eine Menge Mut.
Es steht wegen finanzieller Schwierigkeiten direkt vor dem Aus.
Vor allem Hulya Tarman, die im Dezember 2000 von der Zeitschrift "Hürriyet"
geoutet und dadurch zur bekanntesten Lesbe der Türkei wurde, droht, in
ernsthafte Schwierigkeiten zu geraten.

Spenden können auf das folgende Konto überwiesen werden (die nötigen Beträge
sind nicht sehr hoch, daher helfen auch kleinere Spenden):

ÝS BANKASÝ/MALTEPE ANKARA SUBESÝ
HULYA TARMAN
SEHÝT BAHADÝR DEMÝR SOK.13/10
MALTEPE-ANKARA-TURKEÝ

( Das "Ý" steht für ein "i" ohne Punkt!)

Weitere Fragen, oder Anregungen entweder direkt an Öteki-ben
-per Fax: 00 90 312 427 52 40
-oder per e-mail: oteki_ben@hotmail.com bzw. oteki-ben@web.de

oder auch als Umleitung über
Tina Sauer per Mail: TiSauer@compuserve.de

Und hier noch der Text der Original-Mail von Öteki-ben:

S.O.S !!!

Liebe Frauen,
wir lesbischen Frauen in der Türkeihaben viele Schwierigkeiten erlebt und seit zwei Jahren kämpfen wir in unserem Land mit schwierigen Voraussetzungen. Voriges Jahr haben unsere Freundinnen in Europa uns geholfen, und mit ihrer Hilfe haben wir uns viel stärker gefühlt und konnten unsere Arbeit fortführen.

Aber jetzt können wir leider nicht mehr arbeiten und müssen unser Projekt
einstellen, da wir ökonomische Probleme haben.

Seit November 2001 können wir die Miete unseres Büros nicht mehr bezahlen.
Die Gesamtsumme für Miete, Telephon, Strom, Wasser usw. beträgt 1.450.000
TL - das macht ungefähr 1.300 Euro.Wenn wir das Geld bis Ende Mai nicht bezahlen können, wird Hülya Tarman (unsere Freundin und gesetzliche Besitzerin unserer Zeitschrift und des Büros) gesetzlich haftbar gemacht.

Unsere Zeitschrift haben wir (auf Türkisch und Englisch) in Europa an 96 Abonnentinnen geschickt. In der Schweiz und Österreich haben wir je eine,
in Deutschland insgesamt drei Abonnentinnen. Jetzt noch haben wir noch 30 Zeitschriften, die wir per Post nach Europa schicken müssen, aber wir können
die Postausgaben nicht mehr bezahlen.

Der zweite Druck unserer Zeitschrift ist fertig, aber wir können sie nicht drucken lassen, denn wir haben auch dafür kein Geld mehr. Nur für den Druck brauchen wir 2.350.000.000 TL - das macht etwa 2.130 Euro.

Wir wollen nicht, daß unser Büro geschlossen wird.Wir wollen nicht, daß unsere Freundin,die gesetzliche Besitzerin Hülya Tarman, deswegen Schwierigkeiten bekommt. Darum haben wir uns entschlossen, Euch um Hilfe
zu bitten. Bitte schickt diese Mail weiter. Die Unterstützung von Frauen wird immer ein Licht auf unserem Weg sein.

Wegen unserer Schulden brauchen wir dringend Hilfe.
Bis zum 31. Mai müssen wir unsere Schulden von 1.300 Euro bezahlen.
Für den zweiten Druck unserer Zeitschrift brauchen wir 2.130 Euro.
Die Kosten für unser Büro betragen ab dann monatlich 545 Euro.

Wir sind eine Amateur-Organisation und wissen nicht, wie wir professionell
arbeiten können.Wir wissen auch nicht, welche Organisationen wir um Hilfe
bitten können.

Mit vielen Grüßen...

OTE_ki ben
Aliye Cebeci, Meral Filiz, Yasemin Þevval Ozalp, Hulya Tarman, Aslý Türker, Ayþegül Arýkan, Ebru Durupýnar, Derya Kurat, Gökçe Tuna, Reyhan Atasu,Adile Evin, Esin Bahar Bahçeci, Esra Toraman, Seçin Tuncer, Ipek Olgun



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27.05.2002 13:38
25.05.2002 09:47
19.05.2002 18:14
19.05.2002 18:07

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