Schattenspiele
Schattenspiele
Rote Sterne an der Wand gegenüber. Iris schmunzelt. Das war wieder einmal typisch für Karin. Sie erinnert sich daran wie Karin damals in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung ihr Schlafzimmer rot mit goldenen Herzen gestrichen hat. Und Iris hat dies an ihr geliebt.
Und heute? Sie schließt die Augen. Schaukelt leicht mit dem Oberkörper nach vorne. Ein ganzer Haufen ungeordneter Bilder in ihrem Kopf. Karin fröhlich winkend auf ihrem Motorrad. Karin vor ihr liegend, nackt und mit geschlossenen Augen, bereit sich ihr hinzugeben. Karin selbstvergessen in der Mitte der Tanzfläche tanzend.
Iris schüttelt kurz den Kopf und öffnet die Augen. Wischt sich energisch die Träne aus dem Gesicht. Jetzt bloß nicht heulen.
Sie geht zum Bücherregal. Der Gedichtband, den sie Karin vor Jahren zum Geburtstag geschenkt hat. Nächtelang haben sie sich daraus vorgelesen, während sie in ihrem roten Schlafzimmer lagen und die Welt dort draußen ignorierten. Daneben ein Photo aus alten Tagen. In schwarzem Rahmen. Zufall? Vielleicht. Iris fühlt sich gleichzeitig völlig fremd und doch zugleich in dieser Wohnung.
Sie dreht sich um. Dort steht sie. Karin. Eine Augenbraue scheinbar spöttisch nach oben gezogen. Doch Iris kann sie nicht täuschen, ihre Unsicherheit und Überraschung bleiben Iris nicht verborgen.
Iris sieht müde aus. Unentschlossen. Verkrampft. Und doch so wunderschön wie eh und je. Karin erinnert sich an das erste Mal, dass sie Iris gesehen hat. Mit rotgefrorener Nase und den ersten Schneeflocken des Jahres in den schwarzen Locken stand sie mitten auf dem Marktplatz. Mit diesem für sie typischen leicht desorientierten Gesichtsausdruck.
Iris reißt sie aus ihren Erinnerungen. „Wo ist hier das Bad?“ – „Den Flur durch und rechts.“
Iris geht ins Bad. Geschmackvoll wie der Rest der Wohnung. Apfelgrüne Tapete, rostrot abgesetzt. Beim Blick in den Spiegel kann sie ihre Tränen nicht länger zurückhalten. Die Flut aus Bildern in ihrem Kopf lässt sich ebenso wenig zurückhalten:
Rote Sterne an der Wand gegenüber. Iris schmunzelt. Das war wieder einmal typisch für Karin. Sie erinnert sich daran wie Karin damals in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung ihr Schlafzimmer rot mit goldenen Herzen gestrichen hat. Und Iris hat dies an ihr geliebt.
Und heute? Sie schließt die Augen. Schaukelt leicht mit dem Oberkörper nach vorne. Ein ganzer Haufen ungeordneter Bilder in ihrem Kopf. Karin fröhlich winkend auf ihrem Motorrad. Karin vor ihr liegend, nackt und mit geschlossenen Augen, bereit sich ihr hinzugeben. Karin selbstvergessen in der Mitte der Tanzfläche tanzend.
Iris schüttelt kurz den Kopf und öffnet die Augen. Wischt sich energisch die Träne aus dem Gesicht. Jetzt bloß nicht heulen.
Sie geht zum Bücherregal. Der Gedichtband, den sie Karin vor Jahren zum Geburtstag geschenkt hat. Nächtelang haben sie sich daraus vorgelesen, während sie in ihrem roten Schlafzimmer lagen und die Welt dort draußen ignorierten. Daneben ein Photo aus alten Tagen. In schwarzem Rahmen. Zufall? Vielleicht. Iris fühlt sich gleichzeitig völlig fremd und doch zugleich in dieser Wohnung.
Sie dreht sich um. Dort steht sie. Karin. Eine Augenbraue scheinbar spöttisch nach oben gezogen. Doch Iris kann sie nicht täuschen, ihre Unsicherheit und Überraschung bleiben Iris nicht verborgen.
Iris sieht müde aus. Unentschlossen. Verkrampft. Und doch so wunderschön wie eh und je. Karin erinnert sich an das erste Mal, dass sie Iris gesehen hat. Mit rotgefrorener Nase und den ersten Schneeflocken des Jahres in den schwarzen Locken stand sie mitten auf dem Marktplatz. Mit diesem für sie typischen leicht desorientierten Gesichtsausdruck.
Iris reißt sie aus ihren Erinnerungen. „Wo ist hier das Bad?“ – „Den Flur durch und rechts.“
Iris geht ins Bad. Geschmackvoll wie der Rest der Wohnung. Apfelgrüne Tapete, rostrot abgesetzt. Beim Blick in den Spiegel kann sie ihre Tränen nicht länger zurückhalten. Die Flut aus Bildern in ihrem Kopf lässt sich ebenso wenig zurückhalten: