Schlussmachen mit professioneller Hilfe?
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Trennungsagenturen helfen beim Schlussmachen
Berlin (dpa) - Das Ende einer Beziehung ist meist schwer - Schlussmachen ist Stress. Das wissen auch die Betreiber von "Trennungsagenturen" im Internet. Mit einem Sorglos-Paket wollen sie helfen.
Keine Hoffnung für die Beziehung... wie sagt ich meinem Partner?
Im Auftrag ihrer Kunden beenden sie Liebesbeziehungen. Derjenige, der den Schlussstrich zieht, soll sich nicht mehr fragen müssen: Wie verhindere ich eine Szene? Wie werde ich nicht wieder weich? Psychologen finden die Dienstleistung zweifelhaft. Ihre Markt-Chancen sind unklar. Im Netz wird gespottet.
"Menschen sind heute immer weniger bereit, sich Unangenehmem zu stellen", sagt der Berliner Unternehmer Bernd Dressler. Als Betreiber von trennungsagentur.com hat der 52-Jährige nach eigenen Angaben seit August 2006 mehr als 140 Beziehungen beendet.
Leuten, die seine Dienstleistung befremdlich finden, sagt Dressler: "Vor 30 Jahren haben die meisten Menschen auch herablassend geguckt, wenn es um Partner-Agenturen ging." Auch das zunächst belächelte Internet-Dating sei heute ein Riesen-Markt. "In ein paar Jahren wird niemand mehr Trennungsagenturen merkwürdig finden." Ableger gibt es nach Dresslers Angaben bereits in Köln, Düsseldorf, München, Nürnberg sowie in Zürich und Wien.
Ab 19,95 Euro führt Dressler ein klärendes Telefonat mit dem künftigen Ex. Kunden haben die Wahl zwischen den "Paketen" "Lass uns Freunde bleiben" oder "Lass mich in Ruhe". Auch per Brief macht Dressler Schluss. Dieses Angebot sei aber kaum nachgefragt.
Teurer wird es beim persönlichen Schlussmachen, das "von sanft bis unbarmherzig" sein könne. Die Vorgaben kommen vom Auftraggeber - laut Dressler in zwei Dritteln der Fälle Frauen. Die Gespräche führe er nur im Treppenhaus. Sie dauerten drei bis fünf Minuten. "Ich bin dann nur so eine Art sprechender Briefträger", sagt Dressler, der sonst Berater für Existenzgründer ist und stets neue Geschäftsideen sucht. "Profi-Schlussmacher" ; ist er nur nebenbei.
Konkurrenz hatte Dressler durch Marko Gajdadziev. Der Endzwanziger hat sein Angebot trennungsagentur-berlin.de nach einem halben Jahr aber wieder eingestellt. "Es gab nur zehn bis 15 Anfragen im Monat." Bei ihm kostete das persönliche Schlussmachen 35 Euro. Persönliche Dinge aus der Wohnung des Ex zu holen, wurde mit 50 Euro berechnet.
Manfred Immler vom Berufsverband Deutscher Psychologen findet das Schlussmachen durch einen Fremden am Telefon oder im Treppenhaus "herzlos und unmenschlich". Allerdings könnte so ein Service auch positiv gestaltet werden, meint er. "Heute trennen sich Menschen meist erst, wenn sie einen neuen Partner haben." Wenn eine Agentur Paaren bereits zuvor als Vermittler helfen würde und dabei "so wenig verletzend wie möglich" arbeitete, wäre sie nichts Schlechtes, sagt der Psychologe.
"Es gibt viele Nonsens-Ideen im Netz", sagt hingegen Andreas Müller. Der Web-Entwickler ist Mitgesellschafter der Firma "Talentunion" in Stuttgart. Als Abschlussarbeit habe ein Auszubildender einst die satirische Homepage schlussmachen.com programmiert. Für "Leute mit sprunghaftem Liebesleben" bietet sie ein "Schluss-mach-Abo" (zehn Mal in drei Monaten) für 34,95 Euro an. "Wir haben um die 15 000 Besucher auf dieser Seite im Monat, aber vielleicht zehn ernstgemeinte Anfragen", sagt Müller. Er ist sich sicher: "Das ist einfach kein Markt."
Trennungsagenturen helfen beim Schlussmachen
Berlin (dpa) - Das Ende einer Beziehung ist meist schwer - Schlussmachen ist Stress. Das wissen auch die Betreiber von "Trennungsagenturen" im Internet. Mit einem Sorglos-Paket wollen sie helfen.
Keine Hoffnung für die Beziehung... wie sagt ich meinem Partner?
Im Auftrag ihrer Kunden beenden sie Liebesbeziehungen. Derjenige, der den Schlussstrich zieht, soll sich nicht mehr fragen müssen: Wie verhindere ich eine Szene? Wie werde ich nicht wieder weich? Psychologen finden die Dienstleistung zweifelhaft. Ihre Markt-Chancen sind unklar. Im Netz wird gespottet.
"Menschen sind heute immer weniger bereit, sich Unangenehmem zu stellen", sagt der Berliner Unternehmer Bernd Dressler. Als Betreiber von trennungsagentur.com hat der 52-Jährige nach eigenen Angaben seit August 2006 mehr als 140 Beziehungen beendet.
Leuten, die seine Dienstleistung befremdlich finden, sagt Dressler: "Vor 30 Jahren haben die meisten Menschen auch herablassend geguckt, wenn es um Partner-Agenturen ging." Auch das zunächst belächelte Internet-Dating sei heute ein Riesen-Markt. "In ein paar Jahren wird niemand mehr Trennungsagenturen merkwürdig finden." Ableger gibt es nach Dresslers Angaben bereits in Köln, Düsseldorf, München, Nürnberg sowie in Zürich und Wien.
Ab 19,95 Euro führt Dressler ein klärendes Telefonat mit dem künftigen Ex. Kunden haben die Wahl zwischen den "Paketen" "Lass uns Freunde bleiben" oder "Lass mich in Ruhe". Auch per Brief macht Dressler Schluss. Dieses Angebot sei aber kaum nachgefragt.
Teurer wird es beim persönlichen Schlussmachen, das "von sanft bis unbarmherzig" sein könne. Die Vorgaben kommen vom Auftraggeber - laut Dressler in zwei Dritteln der Fälle Frauen. Die Gespräche führe er nur im Treppenhaus. Sie dauerten drei bis fünf Minuten. "Ich bin dann nur so eine Art sprechender Briefträger", sagt Dressler, der sonst Berater für Existenzgründer ist und stets neue Geschäftsideen sucht. "Profi-Schlussmacher" ; ist er nur nebenbei.
Konkurrenz hatte Dressler durch Marko Gajdadziev. Der Endzwanziger hat sein Angebot trennungsagentur-berlin.de nach einem halben Jahr aber wieder eingestellt. "Es gab nur zehn bis 15 Anfragen im Monat." Bei ihm kostete das persönliche Schlussmachen 35 Euro. Persönliche Dinge aus der Wohnung des Ex zu holen, wurde mit 50 Euro berechnet.
Manfred Immler vom Berufsverband Deutscher Psychologen findet das Schlussmachen durch einen Fremden am Telefon oder im Treppenhaus "herzlos und unmenschlich". Allerdings könnte so ein Service auch positiv gestaltet werden, meint er. "Heute trennen sich Menschen meist erst, wenn sie einen neuen Partner haben." Wenn eine Agentur Paaren bereits zuvor als Vermittler helfen würde und dabei "so wenig verletzend wie möglich" arbeitete, wäre sie nichts Schlechtes, sagt der Psychologe.
"Es gibt viele Nonsens-Ideen im Netz", sagt hingegen Andreas Müller. Der Web-Entwickler ist Mitgesellschafter der Firma "Talentunion" in Stuttgart. Als Abschlussarbeit habe ein Auszubildender einst die satirische Homepage schlussmachen.com programmiert. Für "Leute mit sprunghaftem Liebesleben" bietet sie ein "Schluss-mach-Abo" (zehn Mal in drei Monaten) für 34,95 Euro an. "Wir haben um die 15 000 Besucher auf dieser Seite im Monat, aber vielleicht zehn ernstgemeinte Anfragen", sagt Müller. Er ist sich sicher: "Das ist einfach kein Markt."