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Seiltänzerin

Simplicissima..
HiddenNickname
offline
23.07.2003 04:04
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In gläsernen Höhen steht sie.
Gespannt, leicht zittern die Hände,
und mit ernst zur Kuppel gewantem Blick,
als ob sich da oben einer befände, der unsichtbar lächelt und sie hält.
An seidenen Fäden, dass sie nicht fällt.
Sie schließt ruhig die Augen, denkt wohl ans Meer,
denn jetzt, als ob sie ne`Möwe wär` sind über ihr Achsel, Arm und Hand,
zu weißen Schwingen aufgespannt
und unter ihr verschwimmen kleine Gesichter zum Meer
und die Scheinwerfer und Lichter skizzieren - Morgenweiß gleich-,
jede Kontur ihrer Figur
und eine Briese - warm und weich - streichelt ihr übrer Haar und Glieder.
Jetzt öffnet sie die Augen wieder
und beginnt, wie ein fröhliches Kind, ihr Spiel mit dem Wind.
Seht ihr sie fliegen?
Seht wie sie tanzt,wie sie kreiselt und schwirrt!
Wie sie Licht und Schatten schockiert und verwirrt.
Wer will sie verbiegen?
Seht die Begeisterung in ihren Augen, seht ihre Sicherheit, seht ihren Glauben.
Wer will sie besiegen?
Ein letztes Mal wirft der wirbelnde Schatten sein Bild an die Wände,
dann regnet es Hände.
Und wie sie da steht,
man jubelt und lacht,
sie flüstert ein "Danke" in die Nacht,
da scheint`s einen Moment
- wirklich nicht lange,
als glänzt eine Träne auf ihrer Wange.