Sie
Ihr Gesicht ist wie ein tiefer Brunnen. Wohl bedingt durch die dunklen, samtigen Augen, die aus tiefen Augenhöhlen die Welt zu verstehen suchen. Nie verschwindende Augenränder haben sich im unteren Teil festgesetzt.
Bei keiner anderen hätte ich Augenränder schön gefunden, doch ihr Ausdruck gewinnt dadurch noch an Tiefe.
Manche sagen, ihr Gesicht wirke manchmal böse. Wohl, weil sich über ihren Augen, die zusammen mit den Rändern ohnehin düster anmuten, fast schwarze, dichte, energisch geschwungene Brauen entlangziehen.
Doch aus ihren Augen strahlt so viel Wärme. Besonders, wenn sie lacht. Ich liebe ihre Lache. Nur ehrlich muss sie sein. Ich sehe, wenn sie spielt.
Für mich ist sie nur noch "die Hündin". Eine treue, edle Jagdhündin mit einer wachen, kämpferischen Seele, die sich in einem ebensolchen Ausdruck offenbart.
Vielleicht ist sie aber auch ein nervöses, stolzes Warmblut.
Über ihrem Mund bahnen sich Mimikfalten ihren Weg. Machen ihre Wirkung jedoch nur edler. Zeitzeugen, Zeugen nächtelanger Arbeit, Zeugen zeitweiliger Verzweiflung?
Wenn sie lacht, sieht man ihr Zahnfleisch, sie hat so ein südländisches Lächeln...mit langen Zähnen. Sie könnte brasilianischer- oder italienischer Abstammung sein.
Dementsprechend dunkel sind auch ihre Haare. Sie trägt sie weder lang, noch kurz. Wenn ihr dichtes, glänzendes, an den Enden leicht gewelltes Haar nach vorn fällt, lässt das ihr schmales Gesicht noch schmaler erscheinen. Ich liebe es, wenn sie ihre Haare dann in einer hastigen Bewegung wieder hinter ihre kleinen, elfenhaften Ohren streicht; um anschließend in ihre bedächtige und stoische Art zurückzufallen.
Sie hat so schöne Ohren. Angewachsene Ohrläppchen, in denen man drei zugewachsene Löcher entdecken kann, wenn man genau hinsieht. Was sie wohl vor ihrer Familiengründung für ein Leben geführt haben mag? Ob sie mit hölzernen, exotisch anmutenden Ohrringen und farbiger Kleidung durch die Welt gezogen ist?
Ihr Seitenprofil ist wunderschön.
Ihr Kiefer und ihre Lippen machen dann einen unwahrscheinlich zarten, zerbrechlichen Eindruck. Anziehend. Ich möchte sie küssen.
Sie hat einen Mann. Und zwei Kinder.
Ich beneide diesen Mann. Ob er weiss, was er an ihr hat? ...Eine attraktive, geistreiche Frau, die es schafft, Familie und Individualität unter einen Hut zu bringen.
Ich muss an ihre Hände denken. "Ihre Hände sind von wunderbarer Zartheit.", hieß es mal in der Beschreibung einer Schriftstellerin. Das sind ihre.
Manche sagen, sie wäre ein "kühler Frauentyp"; ich glaube, distanziert ist sie nur, weil sie das als Dozentin sein, weil sie etwas vermitteln, vermeintliche Objektivität wahren muss.
Aber manchmal, da blitzt etwas aus ihrem Inneren auf. Übermut. Humor. Abenteuerlust. Dann wagt sie sich ein Stück weit über die Grenze, die nicht überschritten werden darf.
Ich kann mich noch gut an die erste Stunde bei ihr erinnern...
Sie forderte uns auf, Namensschildchen zu schreiben. Während des Schreibens meines Namens gab mein Stift seinen Geist auf und ich wühlte lange in meiner Tasche nach einem neuen. Sie musste grinsen und fragte mich, ob ich denn meinen Namen vergessen habe und nun nach meinem Personalausweis suche. Dabei zwinkerte sie mir frech zu. Und ich dachte nur vollkommen irritiert, aber lachend "Was soll das!?". Und ich bin ja wirklich so vergesslich, aber das konnte sie nicht wissen...
Einmal, als sie mir auf einer Exkursion während des Abendessens gegenüber saß, kommentierte sie etwas, ich weiss nicht mehr, was und grinste wieder so frech. Als ich ihr direkt in die Augen blickte, wurde ein eigenartiges Lächeln daraus, so, als schäme sie sich für ihren Anflug von Übermut.
Ich fühlte mich in diesem Moment seltsam berührt von ihrem Anblick und lächelte zurück. Ganz unverkrampft, diesmal ging es. Ich erschrak über die Spannung, die dieses Lächeln zwischen uns zu erzeugen schien... Und Erschrockenheit huschte kaum merklich auch über ihr Gesicht. Aus demselben Grund?
Und für einen kurzen Moment dachte ich: "Ich hab' sie.", nur, um gleich darauf zu spüren, dass dieser Zustand ein Zustand von Sekunden gewesen sein sollte.
Alles Einbildung?
Bei keiner anderen hätte ich Augenränder schön gefunden, doch ihr Ausdruck gewinnt dadurch noch an Tiefe.
Manche sagen, ihr Gesicht wirke manchmal böse. Wohl, weil sich über ihren Augen, die zusammen mit den Rändern ohnehin düster anmuten, fast schwarze, dichte, energisch geschwungene Brauen entlangziehen.
Doch aus ihren Augen strahlt so viel Wärme. Besonders, wenn sie lacht. Ich liebe ihre Lache. Nur ehrlich muss sie sein. Ich sehe, wenn sie spielt.
Für mich ist sie nur noch "die Hündin". Eine treue, edle Jagdhündin mit einer wachen, kämpferischen Seele, die sich in einem ebensolchen Ausdruck offenbart.
Vielleicht ist sie aber auch ein nervöses, stolzes Warmblut.
Über ihrem Mund bahnen sich Mimikfalten ihren Weg. Machen ihre Wirkung jedoch nur edler. Zeitzeugen, Zeugen nächtelanger Arbeit, Zeugen zeitweiliger Verzweiflung?
Wenn sie lacht, sieht man ihr Zahnfleisch, sie hat so ein südländisches Lächeln...mit langen Zähnen. Sie könnte brasilianischer- oder italienischer Abstammung sein.
Dementsprechend dunkel sind auch ihre Haare. Sie trägt sie weder lang, noch kurz. Wenn ihr dichtes, glänzendes, an den Enden leicht gewelltes Haar nach vorn fällt, lässt das ihr schmales Gesicht noch schmaler erscheinen. Ich liebe es, wenn sie ihre Haare dann in einer hastigen Bewegung wieder hinter ihre kleinen, elfenhaften Ohren streicht; um anschließend in ihre bedächtige und stoische Art zurückzufallen.
Sie hat so schöne Ohren. Angewachsene Ohrläppchen, in denen man drei zugewachsene Löcher entdecken kann, wenn man genau hinsieht. Was sie wohl vor ihrer Familiengründung für ein Leben geführt haben mag? Ob sie mit hölzernen, exotisch anmutenden Ohrringen und farbiger Kleidung durch die Welt gezogen ist?
Ihr Seitenprofil ist wunderschön.
Ihr Kiefer und ihre Lippen machen dann einen unwahrscheinlich zarten, zerbrechlichen Eindruck. Anziehend. Ich möchte sie küssen.
Sie hat einen Mann. Und zwei Kinder.
Ich beneide diesen Mann. Ob er weiss, was er an ihr hat? ...Eine attraktive, geistreiche Frau, die es schafft, Familie und Individualität unter einen Hut zu bringen.
Ich muss an ihre Hände denken. "Ihre Hände sind von wunderbarer Zartheit.", hieß es mal in der Beschreibung einer Schriftstellerin. Das sind ihre.
Manche sagen, sie wäre ein "kühler Frauentyp"; ich glaube, distanziert ist sie nur, weil sie das als Dozentin sein, weil sie etwas vermitteln, vermeintliche Objektivität wahren muss.
Aber manchmal, da blitzt etwas aus ihrem Inneren auf. Übermut. Humor. Abenteuerlust. Dann wagt sie sich ein Stück weit über die Grenze, die nicht überschritten werden darf.
Ich kann mich noch gut an die erste Stunde bei ihr erinnern...
Sie forderte uns auf, Namensschildchen zu schreiben. Während des Schreibens meines Namens gab mein Stift seinen Geist auf und ich wühlte lange in meiner Tasche nach einem neuen. Sie musste grinsen und fragte mich, ob ich denn meinen Namen vergessen habe und nun nach meinem Personalausweis suche. Dabei zwinkerte sie mir frech zu. Und ich dachte nur vollkommen irritiert, aber lachend "Was soll das!?". Und ich bin ja wirklich so vergesslich, aber das konnte sie nicht wissen...
Einmal, als sie mir auf einer Exkursion während des Abendessens gegenüber saß, kommentierte sie etwas, ich weiss nicht mehr, was und grinste wieder so frech. Als ich ihr direkt in die Augen blickte, wurde ein eigenartiges Lächeln daraus, so, als schäme sie sich für ihren Anflug von Übermut.
Ich fühlte mich in diesem Moment seltsam berührt von ihrem Anblick und lächelte zurück. Ganz unverkrampft, diesmal ging es. Ich erschrak über die Spannung, die dieses Lächeln zwischen uns zu erzeugen schien... Und Erschrockenheit huschte kaum merklich auch über ihr Gesicht. Aus demselben Grund?
Und für einen kurzen Moment dachte ich: "Ich hab' sie.", nur, um gleich darauf zu spüren, dass dieser Zustand ein Zustand von Sekunden gewesen sein sollte.
Alles Einbildung?