Steht noch dahin
Steht noch dahin
Ob wir davonkommen,
ohne gefoltert zu werden,
ob wir eines natürlichen Todes sterben,
ob wir nicht wieder hungern,
die Abfalleimer nach Kartoffelschalen durchsuchen,
ob wir getrieben werden in Rudeln,
wir haben’s gesehen.
Ob wir nicht noch die Zellenklopfsprache lernen,
den nächsten belauern,
vom Nächsten belauert werden
und beim Wort Freiheit weinen müssen.
Ob wir uns fortstehlen
rechtzeitig auf ein weißes Bett
oder zugrunde gehen am hundertfachen Atomblitz,
ob wir es fertigbringen,
mit der Hoffnung zu sterben,
steht noch dahin,
steht alles noch dahin.
Marie Luise Kaschmitz
Ob wir davonkommen,
ohne gefoltert zu werden,
ob wir eines natürlichen Todes sterben,
ob wir nicht wieder hungern,
die Abfalleimer nach Kartoffelschalen durchsuchen,
ob wir getrieben werden in Rudeln,
wir haben’s gesehen.
Ob wir nicht noch die Zellenklopfsprache lernen,
den nächsten belauern,
vom Nächsten belauert werden
und beim Wort Freiheit weinen müssen.
Ob wir uns fortstehlen
rechtzeitig auf ein weißes Bett
oder zugrunde gehen am hundertfachen Atomblitz,
ob wir es fertigbringen,
mit der Hoffnung zu sterben,
steht noch dahin,
steht alles noch dahin.
Marie Luise Kaschmitz