Trennungsschmerz und alter Schmerz
Kennt das eine von euch. Ihr trauert aber zu der Trauer von heute mischt sich soviel alter Schmerz, daß ihr das Gefühl habt keinen Ausweg mehr zu finden. Dieses alte Trauma ist so dominant, daß ihr garnicht unterscheiden könnt welcher Schmerz zu der Trennung jetzt gehört weil ihr so überwältigt seid. Das ihr das Gefühl habt, allein das Aufstehen ist zuviel und ihr aber gleichzeitig da raus wollt. Ihr jeden Tag kämpft um ein Stück Autonomie aber das Kind in euch nur weint und wütet? Ich weiß manche werden sagen, daß geht vorbei und das weiß ich auch aber ich weiß gerade nicht mehr wie. Ich weine den ganzen Tag und spüre eine Spannung, die mich fast umbringt. Ich kann meine Ex sehen, sie gibt mir immernoch viel, wir haben uns lieb, wie Schwestern und ich spüre auch nicht, daß der mehr sein könnte und dennoch weiß ich nicht ob es gut ist sie zu sehen denn meine alten kindlichen Sehnsüchte sind so stark, daß ich am liebsten sofort wieder eine Beziehung mit ihr hätte nur um den nicht spüren zu müssen. Dabei weiß ich, daß ich keine Beziehung will, ich will auch lieber das schwesterliche aber das alte bringt mich noch um. Hilfe. Verfluchte Scheiße. Und sie hat auch schon eine andere. Ich fühle mich um den Abschied betrogen. Ich wäre gerne mit ihr zusammen in die andere Dimension übergetreten aber jetzt ist sie souverän, hat eine Beziehung und ich fühle mich wie eine Wurst. Und auch das paßt in meine alte Schiene denn ich bin praktisch ohne Mutter aufgewachsen. Sie hat gesoffen und als ich zwölf war lernte sie einen Mann kennen, hörte auf zu trinken und ich kann mich nicht an einen einzigen Ausflug erinnern wo sie mich mitgenommen hätten. Sie hat mir Geld für Essen hingelegt und weg war sie. Und all das kommt jedesmal hoch wenn ich eine kennenlerne so daß ich zugreife ohne zu schauen ob es überhaupt gefunkt hat und ob es überhaupt paßt und am Ende sitze ich da wie jetzt. Und dann hat sie eine andere und ich habe den Flasch, daß sie mich jetzt genauso hängen lassen wird.