Trifft man sich immer zweimal im Leben?
Hallo ihr lieben. Ich würde gerne wissen, was ihr darüber denkt. Tut mir Leid, aber ich muss etwas ausholen:
Als ich 17 war, habe ich am Gymnasium das Freifach Theater besucht. Dort habe ich eine Lehrerin kennengelernt, die mich sofort umgehauen hat... Sie trug stets schwarze Anzüge, hatte knallrote kurze Haare und eine viereckige Brille mit schwarzer Fassung. Sie war schlank und hatte ein sehr markantes Gesicht. Sie war ziemlich androgyn und ich hab damals gemerkt, dass sie mich irgendwie anzieht... Den Gedanken, dass ich lesbisch sein könnte, hab ich verdrängt... Ich gehörte im Kurs zu den besten zwei, so dass sie mir und dem anderen Mädel immer mehr Aufmerksamkeit schenkte als den anderen. Zwischen mir und der anderen gab es so was wie einen stillen Konkurrenzkampf, aber das hat die Lehrerin wahrscheinlich nicht mitgekriegt.
Unser Verhältnis wurde immer vertrauter, und wir kamen uns etwas näher... Sie fing an persönliche Dinge mit uns zu besprechen und einmal brach sie beinahe in Tränen aus, weil sie erzählt hatte, dass es ihr aus diesem und jenen Grund nicht gut geht... Sie tat mir total leid und ich fand es schön, dass sie so offen mit uns darüber reden konnte. Wenig später mussten wir bei einem Theaterfestival in einem anderen "Bundesland" (in der Schweiz heisst das Kanton) mitmachen und mussten ein paar Tage in einem Zivilschutzbunker übernachten. Da hab ich ihr eine Schildkröte aus Gips geschenkt und ihr gesagt, dass sie das Symbol sei für die lange Freundschaft, die ich ihr anbieten möchte und dass ich ihr das geben will (ich hab das damals freundschaftlich gemeint), was andere ihr an Gefühlen nicht geben wollten. Sie war zu Tränen gerührt und hat mich gedrückt, und ich war einfach im 7. Himmel... Ich hab mich jedes Mal gefreut, wenn sie uns nach einem Auftritt umarmt hat...
Das ging dann so weit, dass wir anfingen uns privat zu treffen: Mal für einen Kaffee in der Nachbarkneipe, mal für ein Mittagessen in Zürich. Wir haben meinen Geburtstag zusammen gefeiert und sie hat mir mehrere Bücher mit Widmungen geschenkt, auch ohne einen bestimmten Grund. Sie hat mir handgeschriebene Briefe nach Hause geschickt, Kärtchen und einmal sogar einen Zeitungsartikel, der meine Persönlichkeit beschreiben sollte... Ich sah das damals alles mit freundschaftlichen Augen, denn 1. wollte ich nicht akzeptieren, dass ich Frauen mag und 2. fand ich es schön so wie es war. Wir haben oft über sehr private Dinge geredet, und haben zusammen geweint, Arm in Arm... Sie hatte für mich einen Kosenamen, und ich einen für sie, und in den sms hat sie auch stets so unterschrieben. Und wir haben uns auch geschrieben, dass wir uns lieb haben. Wir waren uns sehr ähnlich und das sagten wir uns auch... In vielen Dingen, die uns beschäftigten und die uns ausmachten. Sie hat mich sogar bei sich zu Hause eingeladen, als ihre Beziehung mit ihrem Freund nach 10 Jahren zu Ende war, und ich hab da angefangen zu fantasieren, wie es mit ihr sein könnte in einer Beziehung. (zu dem Zeitpunkt war ich fast 20). Trotzdem hab ich nie ein Wort darüber verloren, weil ich nichts kaputt machen wollte. Trotzdem sahen meine Mitschüler, dass da eine Freundschaft war, und haben in der Abiturzeitung geschrieben ich sei lesbisch und sie sei meine Liebhaberin... Ich weiss nicht, ob sie das jemals gelesen hat. Sie hat mich auch nie darauf angesprochen. Was ich mit ihr besprochen habe war folgendes: Nach den Abschlussprüfungen hat meine Klasse eine Party gefeiert und meine damals beste Freundin und ich waren so betrunken, dass wir angefangen haben "rumzumachen". Es war alles ziemlich harmlos, aber nach diesem Ereignis sah ich die Welt mit ganz anderen Augen... Ich hab dieser Lehrerin davon erzählt und gesagt, dass es bestimmt nur der Alkohol war. Sie meinte, es sei nichts schlimmes dabei, auch wenn ich lesbisch wäre, aber ich habs verneint. (Damals dachte ich wirklich, dass da nichts dran ist). Ich wusste, dass sie mit der lesbisch geouteten Englisch-Lehrerin sehr gut befreundet war und weil sie so androgyn aussah, hab ich angenommen, dass sie vielleicht....
Auf jeden Fall: Wir hatten auch nach der Zeit am Gymnasium Kontakt, bis sie sich immer weniger meldete... Bei der anderem anderen Mädel aus dem Theaterkurs wars anders, und das hat mich ziemlich iritiert, trotzdem hab ich nie was gesagt. Und eines Tages bekam ich einen langen, aber vagen Brief von Lehrerin. Darin stand, dass man im Leben manchmal Entscheidungen treffen muss und dass sie jetzt in einer neuen Beziehung ist und beschlossen hat mit mir den Kontakt für immer abzubrechen. Ich war total enttäuscht und habs aber trotzdem akzeptiert... Ich schrieb eine einige sms mit der Aussage, dass ich den Brief bekommen habe und dass, weils sie mir einmal "das Leben gerettet" hatte (ist nicht so tragisch wie es klingt...), ich, sollte ich mal ein Mädchen haben, es mit ihrem Namen taufen würde. Dann war Funkstille und zwar bis heute. Das sind jetzt 4 oder 5 Jahre.
Nun zu meinem Problem: Ich mache die Lehrerausbildung und hab Praktika zu absolvieren. Ich habe einen Übungslehrer an meinem ehemaligen Gymnasium kontaktiert, der auf der Liste stand und er meinte, ich könne bei ihm 2 Lektionen übernehmen, aber er möchte, dass ich die anderen 2 Lektionen bei dieser Lehrerin absolviere, weil sie das gleiche Fach unterrichte. Ich habe sie ganz sachlich und formell angeschrieben und ihr die Mail vom anderen Dozenten weitergeleitet, damit sie sieht, dass es nicht mein Vorschlag war, und hab gefragt, ob ich das tun darf... Das ist jetzt genau eine Woche her, und sie hat sich nicht gemeldet. Seit Samstag hat sie 2 Wochen Ferien. Meldet sie sich nun nicht, weil sie die E-Mail noch nicht gesehen hat, oder weil sie Angst hat sich mit mir unterhalten zu müssen? Ich hab dem anderen Dozenten geschrieben, dass sie sich igendwie nicht meldet und dass ich schaue, ob ich einen weiteren Übungslehrer finde (es geht um das Fach Philosophie und leider ist das Stundenangebot sehr sehr klein...). Soll ich jetzt noch warten, soll ich sie anschreiben und fragen was los ist? (Denn ich weiss das seit Jahren nicht und hab auch nie nachgefragt, aber ich befürchte, dass sie mich vielleicht mag und nicht akzeptieren kann, so wie ich damals, dass sie auf Frauen steht.) Denkt ihr, dass man sich zweimal trifft im Leben? Ich bin glücklich liiert und werde nächstes Jahr meine Frau heiraten und das einzige was ich mir wünsche ist, dass wir uns wieder vertragen. Sie weiss nicht, dass ich jetzt homosexuell lebe, und ich weiss auch nicht, ob es gut wäre, wenn sie das erfährt. Ich leide schon seit Jahren darunter, dass so ein wichtiger Mensch in meinem Leben nicht mehr mit mir spricht und dass ich nicht mal den Grund dafür kenne. Was denkt ihr über die ganze Geschichte? Soll ich morgen nochmals schreiben?
Als ich 17 war, habe ich am Gymnasium das Freifach Theater besucht. Dort habe ich eine Lehrerin kennengelernt, die mich sofort umgehauen hat... Sie trug stets schwarze Anzüge, hatte knallrote kurze Haare und eine viereckige Brille mit schwarzer Fassung. Sie war schlank und hatte ein sehr markantes Gesicht. Sie war ziemlich androgyn und ich hab damals gemerkt, dass sie mich irgendwie anzieht... Den Gedanken, dass ich lesbisch sein könnte, hab ich verdrängt... Ich gehörte im Kurs zu den besten zwei, so dass sie mir und dem anderen Mädel immer mehr Aufmerksamkeit schenkte als den anderen. Zwischen mir und der anderen gab es so was wie einen stillen Konkurrenzkampf, aber das hat die Lehrerin wahrscheinlich nicht mitgekriegt.
Unser Verhältnis wurde immer vertrauter, und wir kamen uns etwas näher... Sie fing an persönliche Dinge mit uns zu besprechen und einmal brach sie beinahe in Tränen aus, weil sie erzählt hatte, dass es ihr aus diesem und jenen Grund nicht gut geht... Sie tat mir total leid und ich fand es schön, dass sie so offen mit uns darüber reden konnte. Wenig später mussten wir bei einem Theaterfestival in einem anderen "Bundesland" (in der Schweiz heisst das Kanton) mitmachen und mussten ein paar Tage in einem Zivilschutzbunker übernachten. Da hab ich ihr eine Schildkröte aus Gips geschenkt und ihr gesagt, dass sie das Symbol sei für die lange Freundschaft, die ich ihr anbieten möchte und dass ich ihr das geben will (ich hab das damals freundschaftlich gemeint), was andere ihr an Gefühlen nicht geben wollten. Sie war zu Tränen gerührt und hat mich gedrückt, und ich war einfach im 7. Himmel... Ich hab mich jedes Mal gefreut, wenn sie uns nach einem Auftritt umarmt hat...
Das ging dann so weit, dass wir anfingen uns privat zu treffen: Mal für einen Kaffee in der Nachbarkneipe, mal für ein Mittagessen in Zürich. Wir haben meinen Geburtstag zusammen gefeiert und sie hat mir mehrere Bücher mit Widmungen geschenkt, auch ohne einen bestimmten Grund. Sie hat mir handgeschriebene Briefe nach Hause geschickt, Kärtchen und einmal sogar einen Zeitungsartikel, der meine Persönlichkeit beschreiben sollte... Ich sah das damals alles mit freundschaftlichen Augen, denn 1. wollte ich nicht akzeptieren, dass ich Frauen mag und 2. fand ich es schön so wie es war. Wir haben oft über sehr private Dinge geredet, und haben zusammen geweint, Arm in Arm... Sie hatte für mich einen Kosenamen, und ich einen für sie, und in den sms hat sie auch stets so unterschrieben. Und wir haben uns auch geschrieben, dass wir uns lieb haben. Wir waren uns sehr ähnlich und das sagten wir uns auch... In vielen Dingen, die uns beschäftigten und die uns ausmachten. Sie hat mich sogar bei sich zu Hause eingeladen, als ihre Beziehung mit ihrem Freund nach 10 Jahren zu Ende war, und ich hab da angefangen zu fantasieren, wie es mit ihr sein könnte in einer Beziehung. (zu dem Zeitpunkt war ich fast 20). Trotzdem hab ich nie ein Wort darüber verloren, weil ich nichts kaputt machen wollte. Trotzdem sahen meine Mitschüler, dass da eine Freundschaft war, und haben in der Abiturzeitung geschrieben ich sei lesbisch und sie sei meine Liebhaberin... Ich weiss nicht, ob sie das jemals gelesen hat. Sie hat mich auch nie darauf angesprochen. Was ich mit ihr besprochen habe war folgendes: Nach den Abschlussprüfungen hat meine Klasse eine Party gefeiert und meine damals beste Freundin und ich waren so betrunken, dass wir angefangen haben "rumzumachen". Es war alles ziemlich harmlos, aber nach diesem Ereignis sah ich die Welt mit ganz anderen Augen... Ich hab dieser Lehrerin davon erzählt und gesagt, dass es bestimmt nur der Alkohol war. Sie meinte, es sei nichts schlimmes dabei, auch wenn ich lesbisch wäre, aber ich habs verneint. (Damals dachte ich wirklich, dass da nichts dran ist). Ich wusste, dass sie mit der lesbisch geouteten Englisch-Lehrerin sehr gut befreundet war und weil sie so androgyn aussah, hab ich angenommen, dass sie vielleicht....
Auf jeden Fall: Wir hatten auch nach der Zeit am Gymnasium Kontakt, bis sie sich immer weniger meldete... Bei der anderem anderen Mädel aus dem Theaterkurs wars anders, und das hat mich ziemlich iritiert, trotzdem hab ich nie was gesagt. Und eines Tages bekam ich einen langen, aber vagen Brief von Lehrerin. Darin stand, dass man im Leben manchmal Entscheidungen treffen muss und dass sie jetzt in einer neuen Beziehung ist und beschlossen hat mit mir den Kontakt für immer abzubrechen. Ich war total enttäuscht und habs aber trotzdem akzeptiert... Ich schrieb eine einige sms mit der Aussage, dass ich den Brief bekommen habe und dass, weils sie mir einmal "das Leben gerettet" hatte (ist nicht so tragisch wie es klingt...), ich, sollte ich mal ein Mädchen haben, es mit ihrem Namen taufen würde. Dann war Funkstille und zwar bis heute. Das sind jetzt 4 oder 5 Jahre.
Nun zu meinem Problem: Ich mache die Lehrerausbildung und hab Praktika zu absolvieren. Ich habe einen Übungslehrer an meinem ehemaligen Gymnasium kontaktiert, der auf der Liste stand und er meinte, ich könne bei ihm 2 Lektionen übernehmen, aber er möchte, dass ich die anderen 2 Lektionen bei dieser Lehrerin absolviere, weil sie das gleiche Fach unterrichte. Ich habe sie ganz sachlich und formell angeschrieben und ihr die Mail vom anderen Dozenten weitergeleitet, damit sie sieht, dass es nicht mein Vorschlag war, und hab gefragt, ob ich das tun darf... Das ist jetzt genau eine Woche her, und sie hat sich nicht gemeldet. Seit Samstag hat sie 2 Wochen Ferien. Meldet sie sich nun nicht, weil sie die E-Mail noch nicht gesehen hat, oder weil sie Angst hat sich mit mir unterhalten zu müssen? Ich hab dem anderen Dozenten geschrieben, dass sie sich igendwie nicht meldet und dass ich schaue, ob ich einen weiteren Übungslehrer finde (es geht um das Fach Philosophie und leider ist das Stundenangebot sehr sehr klein...). Soll ich jetzt noch warten, soll ich sie anschreiben und fragen was los ist? (Denn ich weiss das seit Jahren nicht und hab auch nie nachgefragt, aber ich befürchte, dass sie mich vielleicht mag und nicht akzeptieren kann, so wie ich damals, dass sie auf Frauen steht.) Denkt ihr, dass man sich zweimal trifft im Leben? Ich bin glücklich liiert und werde nächstes Jahr meine Frau heiraten und das einzige was ich mir wünsche ist, dass wir uns wieder vertragen. Sie weiss nicht, dass ich jetzt homosexuell lebe, und ich weiss auch nicht, ob es gut wäre, wenn sie das erfährt. Ich leide schon seit Jahren darunter, dass so ein wichtiger Mensch in meinem Leben nicht mehr mit mir spricht und dass ich nicht mal den Grund dafür kenne. Was denkt ihr über die ganze Geschichte? Soll ich morgen nochmals schreiben?