Tschüss
Guten Tag!
Also, ich schreib nur noch ein Mal, um mich abzureagieren und die Sache noch ein Mal zu beschreiben. Was mach ich also als Erstes? Erst die Geschichte vom 27.April noch einmal aufwühlen:
Am 27.April 1997 war ich bei meiner besten Freundin, die in einem anderen Stadtteil lebte. Gegen 19:30h machte ich mich auf den Weg zur Bahnhaltestelle. Und weil ich für die Bahn zu spät dran war, ging durch einen Park. Die Strecke zur Haltestelle war dann kürzer, als außen rum. Ich war noch nie diesen Weg gegangen. Nur an diesem einen Tag. Ich hab mir viele Vorwürfe gemacht, aber jetzt ist es eh zu spät. Jedenfalls ging ich die Steintreppe, die in den Park führte runter und als ich unten angekommen war, rief mich ein Typ. Ich solle stehen bleiben. Der Typ war ungefähr 30 und sah unglaublich ungepflegt aus. Ich ging weiter und wurde immer schneller. Ich hatte Angst und als ich mich dann umdrehte, weil ich gucken wollte, wo er war, war er genau hinter mir und zog mich ins Gebüsch. Danach hab ich so ne Art Filmriss. Ich weiß nur noch wie ich danach nach hause kam. Mein Hose war nass. Ich zog mich aus und schmiss meine Sachen in eine Ecke meines Zimmer. Dann ging ich duschen. Meine Mutter kam mir nach ins Badezimmer und fragte was passiert war. Ich konnte zuerst nicht antworten, dann setzte ich mich hin und fing an zu weinen. Nachdem ich meiner Mutter erzählt hatte, was passiert war, und sie bat, meinem Vater nichts zu erzählen, erzählte sie es ihm natürlich trotzdem. Ich fühlte mich verraten, weil ich mich so unglaublich schämte. Ich wollte nicht, dass es jemand weiß. Wir sind dann direkt zur Polizei gefahren und da musste ich die ganze Geschichte noch mal erzählen. Das war furchtbar. Dann sind wir nach hause gefahren und ich hab mich zu meinem kleinen Bruder (er war da 9) gelegt und er hat mir den Kopf gestreichelt. Als er mich fragte, warum es mir schlecht geht, hab ich nur gesagt, dass ein Mann sehr, sehr gemein zu mir war. Das war´s an diesem Tag. Eine Woche später ungefähr sind wir zur Polizei gefahren. Da haben mir die Polizisten gesagt, die zeigen mir jetzt Fotoalben und wenn ich den Typen sehe, solle ich ihnen Bescheid sagen. In diesen Alben sind Photos von Männern die irgendwann mal eine Anzeige wegen Belästigung bekommen haben, haben sie gesagt. Das Photo von ihm war schon im 2.Album, obwohl da noch viel mehr waren. Ich sagte Bescheid und der Polizist fragte mich, ob ich mir sicher sei. Und ich solle vorsichtig sein mit Beschuldigungen, dass sei schließlich kein Spaß. Da kam ich mir schlecht vor. Die fragten mich auch, was ich angehabt hatte und als ich es dann beschrieb zogen die die Augenbrauen hoch, als wollten sie sagen „und da wundert die sich“. Da kam ich mir noch schlechter vor. Ich hatte das Gefühl, als sei das alles meine Schuld, weil ich was bauchfreies anhatte. Ich dachte, ich wäre vielleicht eine Schlampe und würde mich billig geben. Mein Vater und ich fuhren danach nach hause. Und wir sprachen nie wieder darüber. Auch nicht, als der Brief von der Polizei kam, das Verfahren wäre eingestellt worden. Meine Eltern haben mir den Brief verschwiegen, weil sie nicht mit mir darüber reden wollten. Ich fand ihn aus Zufall etwas später im Schrank im Arbeitszimmer meines Vaters. Ich hab sie aber nicht darauf angesprochen. Ich fühlte, dass sie mir heimlich auch die Schuld geben würden.
So, dass wär´s ja dann – zu dieser Geschichte.
Jetzt „das andere“:
Ich bin unglaublich entsetzt über die Dummheit und die Frechheit so mancher, die in meinem alten Threat geschrieben haben, dass ich lüge. Die ersten Jahre nach dem Vorfall waren die schlimmsten meines Lebens und ich hab sie nur schwer verarbeiten können. Des Weiteren habe ich nicht geschrieben ich sei alleine zur Polizei gegangen und auch nicht, dass ich meinen Eltern nichts davon erzählt habe. Ich habe geschrieben, ich habe nicht mit ihnen darüber gesprochen. Ich habe ihnen nicht gesagt, wie ich mich fühle, dass ich mir die Schuld an allem gebe und dass es mir leid tut, dass ICH meinen Eltern das antue. Und sie haben nicht gefragt. Ich wollte in diesem Threat nicht darüber diskutieren, dass ich ich vergewaltigt wurde, sondern über meine Verwunderung, dass ich im Auto keine Angst hatte, als er an mir vorbei fuhr.
Ich bin auch erschrocken darüber, dass auch das Lesarion-Team denkt, ich würde die Unwahrheit erzählen. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, meinen Account bei Lesarion zu streichen. Ich habe es nicht nötig, mir unterstellen zu lassen, ich hätte mir das alles ausgedacht. Das ist das Allerletzte von den betreffenden Personen.
TR
Also, ich schreib nur noch ein Mal, um mich abzureagieren und die Sache noch ein Mal zu beschreiben. Was mach ich also als Erstes? Erst die Geschichte vom 27.April noch einmal aufwühlen:
Am 27.April 1997 war ich bei meiner besten Freundin, die in einem anderen Stadtteil lebte. Gegen 19:30h machte ich mich auf den Weg zur Bahnhaltestelle. Und weil ich für die Bahn zu spät dran war, ging durch einen Park. Die Strecke zur Haltestelle war dann kürzer, als außen rum. Ich war noch nie diesen Weg gegangen. Nur an diesem einen Tag. Ich hab mir viele Vorwürfe gemacht, aber jetzt ist es eh zu spät. Jedenfalls ging ich die Steintreppe, die in den Park führte runter und als ich unten angekommen war, rief mich ein Typ. Ich solle stehen bleiben. Der Typ war ungefähr 30 und sah unglaublich ungepflegt aus. Ich ging weiter und wurde immer schneller. Ich hatte Angst und als ich mich dann umdrehte, weil ich gucken wollte, wo er war, war er genau hinter mir und zog mich ins Gebüsch. Danach hab ich so ne Art Filmriss. Ich weiß nur noch wie ich danach nach hause kam. Mein Hose war nass. Ich zog mich aus und schmiss meine Sachen in eine Ecke meines Zimmer. Dann ging ich duschen. Meine Mutter kam mir nach ins Badezimmer und fragte was passiert war. Ich konnte zuerst nicht antworten, dann setzte ich mich hin und fing an zu weinen. Nachdem ich meiner Mutter erzählt hatte, was passiert war, und sie bat, meinem Vater nichts zu erzählen, erzählte sie es ihm natürlich trotzdem. Ich fühlte mich verraten, weil ich mich so unglaublich schämte. Ich wollte nicht, dass es jemand weiß. Wir sind dann direkt zur Polizei gefahren und da musste ich die ganze Geschichte noch mal erzählen. Das war furchtbar. Dann sind wir nach hause gefahren und ich hab mich zu meinem kleinen Bruder (er war da 9) gelegt und er hat mir den Kopf gestreichelt. Als er mich fragte, warum es mir schlecht geht, hab ich nur gesagt, dass ein Mann sehr, sehr gemein zu mir war. Das war´s an diesem Tag. Eine Woche später ungefähr sind wir zur Polizei gefahren. Da haben mir die Polizisten gesagt, die zeigen mir jetzt Fotoalben und wenn ich den Typen sehe, solle ich ihnen Bescheid sagen. In diesen Alben sind Photos von Männern die irgendwann mal eine Anzeige wegen Belästigung bekommen haben, haben sie gesagt. Das Photo von ihm war schon im 2.Album, obwohl da noch viel mehr waren. Ich sagte Bescheid und der Polizist fragte mich, ob ich mir sicher sei. Und ich solle vorsichtig sein mit Beschuldigungen, dass sei schließlich kein Spaß. Da kam ich mir schlecht vor. Die fragten mich auch, was ich angehabt hatte und als ich es dann beschrieb zogen die die Augenbrauen hoch, als wollten sie sagen „und da wundert die sich“. Da kam ich mir noch schlechter vor. Ich hatte das Gefühl, als sei das alles meine Schuld, weil ich was bauchfreies anhatte. Ich dachte, ich wäre vielleicht eine Schlampe und würde mich billig geben. Mein Vater und ich fuhren danach nach hause. Und wir sprachen nie wieder darüber. Auch nicht, als der Brief von der Polizei kam, das Verfahren wäre eingestellt worden. Meine Eltern haben mir den Brief verschwiegen, weil sie nicht mit mir darüber reden wollten. Ich fand ihn aus Zufall etwas später im Schrank im Arbeitszimmer meines Vaters. Ich hab sie aber nicht darauf angesprochen. Ich fühlte, dass sie mir heimlich auch die Schuld geben würden.
So, dass wär´s ja dann – zu dieser Geschichte.
Jetzt „das andere“:
Ich bin unglaublich entsetzt über die Dummheit und die Frechheit so mancher, die in meinem alten Threat geschrieben haben, dass ich lüge. Die ersten Jahre nach dem Vorfall waren die schlimmsten meines Lebens und ich hab sie nur schwer verarbeiten können. Des Weiteren habe ich nicht geschrieben ich sei alleine zur Polizei gegangen und auch nicht, dass ich meinen Eltern nichts davon erzählt habe. Ich habe geschrieben, ich habe nicht mit ihnen darüber gesprochen. Ich habe ihnen nicht gesagt, wie ich mich fühle, dass ich mir die Schuld an allem gebe und dass es mir leid tut, dass ICH meinen Eltern das antue. Und sie haben nicht gefragt. Ich wollte in diesem Threat nicht darüber diskutieren, dass ich ich vergewaltigt wurde, sondern über meine Verwunderung, dass ich im Auto keine Angst hatte, als er an mir vorbei fuhr.
Ich bin auch erschrocken darüber, dass auch das Lesarion-Team denkt, ich würde die Unwahrheit erzählen. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, meinen Account bei Lesarion zu streichen. Ich habe es nicht nötig, mir unterstellen zu lassen, ich hätte mir das alles ausgedacht. Das ist das Allerletzte von den betreffenden Personen.
TR