Bei den Filmfestspielen in Cannes
wurd ihm demonstrativ ein Stuhl freigehalten:
dem iranischen Filmemacher Jafar Panahi
Jetzt trat der seit mehr als 80 Tage Inhaftierte in den Hungerstreik.
Wie soviele andere (Filme-macher) im Iran.
Zitat Damit nimmt die juristische Farce beinahe den Anschein eines offiziellen Verfahrens an. Beinahe: In einem Interview mit Deutschlandradio brachte es die Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi jetzt auf den Punkt: Panahis Straftat ist das ihm unterstellte Ansinnen, einen Film gegen die Islamische Republik drehen zu wollen - solch vorauseilende Strafvereitelung kannte man bisher nur aus Spielbergs "Minority Report".
Das eigentliche Vergehen des für seine Unbeugsamkeit bekannten Panahi besteht vor allem in der Weigerung,
den Iran zu verlassen.
Dem langen Exodus der iranischen Intelligenz,
der sich seit Juni 2009 verstärkt vollzieht, will er sich nicht anschließen.
Panahi selbst fordert dreierlei:
die Unversehrtheit seiner Familie,
Zugang zu einer offiziellen Strafverteidigung,
sowie seine unverzügliche Freilassung bis zur Eröffnung eines regulären Verfahrens.
Eine weitere Forderung, im Falle seines Todes den Leichnam der Familie zur Bestattung zuzustellen,
mag auf das Verschwinden zahlreicher Opfer gemünzt sein.
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