Veränderungen in einer Freundschaft
Veränderungen sind gut und wichtig. Aber manchmal ...
Meine beste Freundin und ich haben uns jetzt über 2,5 Jahre nicht mehr gesehen. Ich bin damals aus beruflichen Gründen umgezogen und so zog es mich von Hessen über NRW nach Niedersachsen. Die Entfernung hatte nicht nur Negatives an sich, im Gegenteil. Die ganzen Jahre zuvor hingen wir täglich aufeinander, machten nichts ohne einander.
Es war angenehm mehr Zeit für sich zu haben - auf beiden Seiten. Wir haben uns in den ersten Monaten noch recht häufig gesehen. Fast jeden Monat, für meinen kleinen Geldbeutel war das häufig aber ich habe es auch gerne gemacht. So wie es war, war es gut. Wir sahen uns nicht zu selten und nicht zu oft. Wohldosiert würde man sagen.
Schließlich wurden die Treffen immer weniger und kürzer. Dann kam ein großer Knall. Wir ließen alles ruhen, brachen den Kontakt ab, keine Briefe, keine Telefonate, nichts mehr. Es war nötig. Es gab nie auch nur den Hauch einer Meinungsverschiedenheit oder eines Streites - obwohl es ab und an in der Luft lag, aber unausgesprochen.
Nach Monaten näherten wir uns langsam wieder an. Fingen wieder an zu telefonieren. Alles sehr zurückhaltend und etwas gekünzelt aber wir wurden wieder "warm" miteinander - soweit man das bei der Entfernung eben werden konnte.
Allerdings war es anders als vorher, es wirkte nicht mehr so echt wie es mal war, kühl. Wir haben, in der Zeit wo wir uns nicht sahen, beide viel durchgemacht ohne den anderen an der Seite. Wir haben uns beide sehr verändert und ich habe versucht nach all den Umzügen mein Leben auf die Reihe zu bekommen. In einem der Telefonate, die auch wieder weniger zu werden schienen, gestand sie mir, dass sie in therapeutischer Behandlung ist aufgrund von Trennungsängsten, Panikattacken und Ähnlichem, die sie seit meinem Umzug hat.
Einerseits freute ich mich, weil es das erste wirklich ehrliche Telefonat seit Langem war und auf der anderen Seite war ich platt. Hätte ich noch in der selben Stadt gewohnt wäre ich in Null Komma Nichts zu ihr gegangen und wäre für sie da gewesen. Aber es ging nicht. Ich konnte sie nur per Telefon trösten. Das wirkte geradezu banal. Was sagt man, wenn in dem Moment eine Umarmung alles ausdrücken würde?
Ich wollte für sie da sein, ganz klar. Sie fragte mich, wann ich sie besuchen kommen kann. Am Liebsten sofort. Aber wegen ihrer Ängste wußte ich, dass es nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre, denn ich müsste irgendwann auch wieder fahren und spätestens dann hätte sie einen herben Rückschlag erlitten. Und ich wollte ihr nicht weh tun.
Also versuchte ich es ihr zu erklären, was nicht gerade auf freudige Ohren stieß, dachte ich mir allerdings vorher schon. Ihre Stimmungen und ihr Verhalten waren so ambivalent, dass ich mit Allem rechnen musste. Es ging vom Flehen, über Ignoranz bishin zu Vorwürfen, ich würde sie nicht sehen wollen, hätte kein Interesse an der Freundschaft.
Dem ist natürlich nicht so, aber es einem Menschen mit entsprechenden Problemen zu erklären ist wie einen Baum mit einer Feder zu fällen.
Der Kontakt schwankte, mal mehr, mal weniger. Mal Funkstille. Vor ein paar Wochen fing es langsam wieder an.
Manchmal denke ich, ich kommuniziere nicht mit der Person, die ich damals zurückgelassen habe.
Vieles ist Schutzfunktion, davon bin ich überzeugt. In ihren klaren Momenten (was nicht beleidigend gemeint ist) sagt sie das selbst. Aber sie hat sich im Ganzen stark verändert, was nicht nur mit ihrer Krankheit zu tun hat. Sie hat andere, neue Freunde (sei ihr durchaus gegönnt, ich bin sogar froh darum, dass sie jemanden in ihrer Nähe hat, der ihr helfen kann und beiseite steht.)
Ich habe die ganzen Jahre einen Ping-Pongball gemimt, der mal geliebt, gebraucht und gehasst wurde, immer im Wechsel. Ich weiß, dass viel davon mit ihrer Krankheit zu tun hat. Ich denke aber auch, dass der Einfluss mancher Personen nicht gut für sie ist. Die Kreise in denn sie sich bewegt wären vor ein paar Jahren nie in Frage gekommen. Mache ich sie darauf aufmerksam sagt sie "Du bist ja nicht da!", was noch nicht mal vorwurfsvoll gemeint ist, das sei erwähnt! Im Prinzip hat sie Recht.
Auch ihre Kommentare, wie sie sich gibt, das sind ganz andere Dimensionen.
Selbst, wenn sie mal eine halbe Stunde im ICQ warten muss, weil ich mein Tier verpflege und den Käfig saubermache. Dann sammeln sich in dem Fenster Aussagen wie "So viel Pflege braucht kein Tier. Das kann das auch selbst machen. Dauert das lange!"
Daran sehe ich, wie weit wir doch wieder von einander entfernt sind.
Ich weiß nicht, was das noch gibt mit uns.
Ich weiß nicht, wieviel Energie ich noch aufbringen kann.
Wollte das einfach mal loswerden ...
Meine beste Freundin und ich haben uns jetzt über 2,5 Jahre nicht mehr gesehen. Ich bin damals aus beruflichen Gründen umgezogen und so zog es mich von Hessen über NRW nach Niedersachsen. Die Entfernung hatte nicht nur Negatives an sich, im Gegenteil. Die ganzen Jahre zuvor hingen wir täglich aufeinander, machten nichts ohne einander.
Es war angenehm mehr Zeit für sich zu haben - auf beiden Seiten. Wir haben uns in den ersten Monaten noch recht häufig gesehen. Fast jeden Monat, für meinen kleinen Geldbeutel war das häufig aber ich habe es auch gerne gemacht. So wie es war, war es gut. Wir sahen uns nicht zu selten und nicht zu oft. Wohldosiert würde man sagen.
Schließlich wurden die Treffen immer weniger und kürzer. Dann kam ein großer Knall. Wir ließen alles ruhen, brachen den Kontakt ab, keine Briefe, keine Telefonate, nichts mehr. Es war nötig. Es gab nie auch nur den Hauch einer Meinungsverschiedenheit oder eines Streites - obwohl es ab und an in der Luft lag, aber unausgesprochen.
Nach Monaten näherten wir uns langsam wieder an. Fingen wieder an zu telefonieren. Alles sehr zurückhaltend und etwas gekünzelt aber wir wurden wieder "warm" miteinander - soweit man das bei der Entfernung eben werden konnte.
Allerdings war es anders als vorher, es wirkte nicht mehr so echt wie es mal war, kühl. Wir haben, in der Zeit wo wir uns nicht sahen, beide viel durchgemacht ohne den anderen an der Seite. Wir haben uns beide sehr verändert und ich habe versucht nach all den Umzügen mein Leben auf die Reihe zu bekommen. In einem der Telefonate, die auch wieder weniger zu werden schienen, gestand sie mir, dass sie in therapeutischer Behandlung ist aufgrund von Trennungsängsten, Panikattacken und Ähnlichem, die sie seit meinem Umzug hat.
Einerseits freute ich mich, weil es das erste wirklich ehrliche Telefonat seit Langem war und auf der anderen Seite war ich platt. Hätte ich noch in der selben Stadt gewohnt wäre ich in Null Komma Nichts zu ihr gegangen und wäre für sie da gewesen. Aber es ging nicht. Ich konnte sie nur per Telefon trösten. Das wirkte geradezu banal. Was sagt man, wenn in dem Moment eine Umarmung alles ausdrücken würde?
Ich wollte für sie da sein, ganz klar. Sie fragte mich, wann ich sie besuchen kommen kann. Am Liebsten sofort. Aber wegen ihrer Ängste wußte ich, dass es nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre, denn ich müsste irgendwann auch wieder fahren und spätestens dann hätte sie einen herben Rückschlag erlitten. Und ich wollte ihr nicht weh tun.
Also versuchte ich es ihr zu erklären, was nicht gerade auf freudige Ohren stieß, dachte ich mir allerdings vorher schon. Ihre Stimmungen und ihr Verhalten waren so ambivalent, dass ich mit Allem rechnen musste. Es ging vom Flehen, über Ignoranz bishin zu Vorwürfen, ich würde sie nicht sehen wollen, hätte kein Interesse an der Freundschaft.
Dem ist natürlich nicht so, aber es einem Menschen mit entsprechenden Problemen zu erklären ist wie einen Baum mit einer Feder zu fällen.
Der Kontakt schwankte, mal mehr, mal weniger. Mal Funkstille. Vor ein paar Wochen fing es langsam wieder an.
Manchmal denke ich, ich kommuniziere nicht mit der Person, die ich damals zurückgelassen habe.
Vieles ist Schutzfunktion, davon bin ich überzeugt. In ihren klaren Momenten (was nicht beleidigend gemeint ist) sagt sie das selbst. Aber sie hat sich im Ganzen stark verändert, was nicht nur mit ihrer Krankheit zu tun hat. Sie hat andere, neue Freunde (sei ihr durchaus gegönnt, ich bin sogar froh darum, dass sie jemanden in ihrer Nähe hat, der ihr helfen kann und beiseite steht.)
Ich habe die ganzen Jahre einen Ping-Pongball gemimt, der mal geliebt, gebraucht und gehasst wurde, immer im Wechsel. Ich weiß, dass viel davon mit ihrer Krankheit zu tun hat. Ich denke aber auch, dass der Einfluss mancher Personen nicht gut für sie ist. Die Kreise in denn sie sich bewegt wären vor ein paar Jahren nie in Frage gekommen. Mache ich sie darauf aufmerksam sagt sie "Du bist ja nicht da!", was noch nicht mal vorwurfsvoll gemeint ist, das sei erwähnt! Im Prinzip hat sie Recht.
Auch ihre Kommentare, wie sie sich gibt, das sind ganz andere Dimensionen.
Selbst, wenn sie mal eine halbe Stunde im ICQ warten muss, weil ich mein Tier verpflege und den Käfig saubermache. Dann sammeln sich in dem Fenster Aussagen wie "So viel Pflege braucht kein Tier. Das kann das auch selbst machen. Dauert das lange!"
Daran sehe ich, wie weit wir doch wieder von einander entfernt sind.
Ich weiß nicht, was das noch gibt mit uns.
Ich weiß nicht, wieviel Energie ich noch aufbringen kann.
Wollte das einfach mal loswerden ...