Vermüllungssyndrom
Okay, ich hab ein Problem. Zunächst, irgendwie ist es mir peinlich, so ein Problem der "breiten lesbischen Welt" auf die Nase zu binden, aber hier findet man ja manchmal auch Beiträge, die einem helfen. Außerdem habe ich schon alle um Hilfe gebeten, die ich um Hilfe beten hätte können.
Es tut mir leid, dass der Text so lange geworden ist.
Also:
Mein Vater leidet unter dem "Messie syndrom", Vermüllungssyndrom. (Wo fange ich bloß an zuerzählen?)
Ich weiß nicht, wo das Ganze seinen Anfang nahm. Ich kann es nur erahnen:
Mein Halbbruder (32) meinte zu mir, dass seine Mutter, erste Frau meines Vaters, gesagt hat, dass Klaus, mein Vater, schon immer ein Chaot war und, dass er etwas "so ekliges" gemacht hat, dass ihr klar war, dass sie sich von ihm trennt. Er kann sich übrigens nicht mehr dran erinnern, weil er zu jung dafür war.
Und auch auf alten Fotos, welche von 1994 sind, sieht man wie unordentlich es ist.
Mein Vater wird dieses Jahr 54, heißt also, das Problem besteht schon länger.
Als Kind habe ich das irgendwie nur Unterbewusst bemerkt, und ich habs auch verdrängt, jedoch als ich letztes Jahr auf eine Person stieß, die mich wachrüttelte, habe ich angefangen das Ganze zu sehen.
Und seit letzem Jahr versuche ich irgendetwas dagegen zu unternehmen und ich bin mit meinem Latein am Ende:
Reden:
Ich habe ungefähr 3 Monate versucht sachlich mit ihm über die Sache zu reden, die Sachlichkeit war ziemlich einseitig. Deswegen ist mir der Riemen gerissen und ich habe angefangen mich aufzuregen und zu schreien, wenn er wieder vom Thema abkam und nicht zugeben wollte, dass er ein Problem hat. Das ging dann ebenfalls 3 Monate lang, ich habe es dann mit dem Reden aufgegeben.
Jugendamt:
Also, ging ich zum Jugendamt. Ich hatte in der Vergangenheit schon mal Kontakt zum Jugendamt. In seinem Bericht schrieb er, dass es hier aussieht wie auf einer Müllheide oder einem Schrottplatz.
Und als ich erneut zu ihm ging, bestätigte er mir auch persönlich, dass mein Vater unter dem Vermüllungssyndrom leidet. Es ist also nicht so als würde ich übertreiben.
Ich muss euch sagen, dass mir der Kerl vom Jugendamt sehr unsympathisch ist.
Er schlug mir vor , dass ich in so'n "betreutes Wohnen" komme.
Wollte ich aber nicht, weil ich a) die Schule hätte wechseln müssen b) irgendwo weit weg von meiner geliebten Stadt Köln hätte wegziehen müssen und ich c) die Regeln komisch finde.
So fiel das Jugendamt für mich auch weg.
Freunde/Bekannte/Verwandte /Lehrer:
Tja, Freunde, Bekannte und Lehrer konnten mir auch nicht helfen. Sie schlugen mir vor, dass ich "einfach warte bis ich 18 bin". Das wären 3 Jahre.
Und diese 3 Jahre kommen mir unendlich lange vor. Mit der Person, die mich wachrüttelte habe ich keinen Kontakt mehr. Mit meinem Halbbruder auch nicht.
Ihr magt euch vielleicht fragen, was meine anderen Verwandten dazu sagen.
Nun, mein Vater hat wenig Kontakt zu seiner Familie und meine Mutter will seit meinem ''coming out'' leider nichts mehr mit mir zu tun haben.
Ihr sollt wissen, dass sie sehr religiös und konservativ ist. Außerdem kommt sie aus Nigeria, wo Homosexualität auch mit dem Tod bestraft wird. Sie sagte, dass Homosexuelle verbrannt werden sollen.
Ich möchte nocheinmal betonen, dass ich wirklich nicht übertreibe. Es sieht hier schrecklich aus.
-->
Selber Sachen wegschmeißen:
Nunja..das habe ich versucht, aber es geht nicht. Allein weil die Mülltonne viel zu klein ist, und 30-40 % Waschmaschinen, Staubsauger, Metall, Schränke und Matratzen sind. Ich bräuchte schon einen Container.
Aber das Problem wäre dann, dass er es bemerken würde.
Ich gebe auch der Altpapiersammlung, welche monatlich kommt, die vielen Zeitungen. Mein Vater hat sehr viel mehr Zeitungen, kann die aber nicht alle wegschmeißen, weil er's dann bemerkt. Tut er ja jetzt schon.
Ich habe gelesen, dass man sich erst helfen lassen kann, wenn man es selber will. Aber mein Vater will ja nicht. Er meint, dass alles noch wichtig ist und ich glaube er schämt sich nicht mals dafür.
Ich schäme mich allerdings sehr. Es ist schade nie Freunde zu sich einladen zu können, sich "Zuhause" nicht Zuhause fühlen zu können. Ich finde hier alles so eklig. Ekel mich manchmal vor mir selbst, obwohl ich mich doch täglich dusche, mein Zimmer putze und ordentlich halte.
Die meiste Zeit bin ich dann also in meinem Zimmer, bei Bekannten oder einfach draussen. Ich beneide die anderen so, dass sie es ordentlich haben.
Ich glaube ich habe jetzt so ziemlich alles angesprochen. Wisst ihr, wie ich ihm, und somit mir, helfen lassen kann? Wisst ihr, was ich tun kann?
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt.
Es tut mir leid, dass der Text so lange geworden ist.
Also:
Mein Vater leidet unter dem "Messie syndrom", Vermüllungssyndrom. (Wo fange ich bloß an zuerzählen?)
Ich weiß nicht, wo das Ganze seinen Anfang nahm. Ich kann es nur erahnen:
Mein Halbbruder (32) meinte zu mir, dass seine Mutter, erste Frau meines Vaters, gesagt hat, dass Klaus, mein Vater, schon immer ein Chaot war und, dass er etwas "so ekliges" gemacht hat, dass ihr klar war, dass sie sich von ihm trennt. Er kann sich übrigens nicht mehr dran erinnern, weil er zu jung dafür war.
Und auch auf alten Fotos, welche von 1994 sind, sieht man wie unordentlich es ist.
Mein Vater wird dieses Jahr 54, heißt also, das Problem besteht schon länger.
Als Kind habe ich das irgendwie nur Unterbewusst bemerkt, und ich habs auch verdrängt, jedoch als ich letztes Jahr auf eine Person stieß, die mich wachrüttelte, habe ich angefangen das Ganze zu sehen.
Und seit letzem Jahr versuche ich irgendetwas dagegen zu unternehmen und ich bin mit meinem Latein am Ende:
Reden:
Ich habe ungefähr 3 Monate versucht sachlich mit ihm über die Sache zu reden, die Sachlichkeit war ziemlich einseitig. Deswegen ist mir der Riemen gerissen und ich habe angefangen mich aufzuregen und zu schreien, wenn er wieder vom Thema abkam und nicht zugeben wollte, dass er ein Problem hat. Das ging dann ebenfalls 3 Monate lang, ich habe es dann mit dem Reden aufgegeben.
Jugendamt:
Also, ging ich zum Jugendamt. Ich hatte in der Vergangenheit schon mal Kontakt zum Jugendamt. In seinem Bericht schrieb er, dass es hier aussieht wie auf einer Müllheide oder einem Schrottplatz.
Und als ich erneut zu ihm ging, bestätigte er mir auch persönlich, dass mein Vater unter dem Vermüllungssyndrom leidet. Es ist also nicht so als würde ich übertreiben.
Ich muss euch sagen, dass mir der Kerl vom Jugendamt sehr unsympathisch ist.
Er schlug mir vor , dass ich in so'n "betreutes Wohnen" komme.
Wollte ich aber nicht, weil ich a) die Schule hätte wechseln müssen b) irgendwo weit weg von meiner geliebten Stadt Köln hätte wegziehen müssen und ich c) die Regeln komisch finde.
So fiel das Jugendamt für mich auch weg.
Freunde/Bekannte/Verwandte /Lehrer:
Tja, Freunde, Bekannte und Lehrer konnten mir auch nicht helfen. Sie schlugen mir vor, dass ich "einfach warte bis ich 18 bin". Das wären 3 Jahre.
Und diese 3 Jahre kommen mir unendlich lange vor. Mit der Person, die mich wachrüttelte habe ich keinen Kontakt mehr. Mit meinem Halbbruder auch nicht.
Ihr magt euch vielleicht fragen, was meine anderen Verwandten dazu sagen.
Nun, mein Vater hat wenig Kontakt zu seiner Familie und meine Mutter will seit meinem ''coming out'' leider nichts mehr mit mir zu tun haben.
Ihr sollt wissen, dass sie sehr religiös und konservativ ist. Außerdem kommt sie aus Nigeria, wo Homosexualität auch mit dem Tod bestraft wird. Sie sagte, dass Homosexuelle verbrannt werden sollen.
Ich möchte nocheinmal betonen, dass ich wirklich nicht übertreibe. Es sieht hier schrecklich aus.
-->
Selber Sachen wegschmeißen:
Nunja..das habe ich versucht, aber es geht nicht. Allein weil die Mülltonne viel zu klein ist, und 30-40 % Waschmaschinen, Staubsauger, Metall, Schränke und Matratzen sind. Ich bräuchte schon einen Container.
Aber das Problem wäre dann, dass er es bemerken würde.
Ich gebe auch der Altpapiersammlung, welche monatlich kommt, die vielen Zeitungen. Mein Vater hat sehr viel mehr Zeitungen, kann die aber nicht alle wegschmeißen, weil er's dann bemerkt. Tut er ja jetzt schon.
Ich habe gelesen, dass man sich erst helfen lassen kann, wenn man es selber will. Aber mein Vater will ja nicht. Er meint, dass alles noch wichtig ist und ich glaube er schämt sich nicht mals dafür.
Ich schäme mich allerdings sehr. Es ist schade nie Freunde zu sich einladen zu können, sich "Zuhause" nicht Zuhause fühlen zu können. Ich finde hier alles so eklig. Ekel mich manchmal vor mir selbst, obwohl ich mich doch täglich dusche, mein Zimmer putze und ordentlich halte.
Die meiste Zeit bin ich dann also in meinem Zimmer, bei Bekannten oder einfach draussen. Ich beneide die anderen so, dass sie es ordentlich haben.
Ich glaube ich habe jetzt so ziemlich alles angesprochen. Wisst ihr, wie ich ihm, und somit mir, helfen lassen kann? Wisst ihr, was ich tun kann?
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt.