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Wenn Freundschaften auseinandergehen

skog
HiddenNickname
offline
20.09.2008 16:36
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Man ist seit über 10 Jahren befreundet, ein Kopp und ein Arsch, wie man so schön zu sagen pflegt.

Vor 5 Jahren verließ X die Stadt und musste Y zurücklassen, was wahnsinnig hart war für beide. X ist immer in Bewegung seitdem, massig Umzüge durch halb Deutschland, sehr schwierige Zeiten durchlebt. Der Kontakt verringerte sich vom täglichen Sehen auf telefonieren, Besuche alle paar Wochen oder Monate. Nach einer längeren Zeit teilte Y mit, dass sie, seit X weg ist, unter Verlustängsten leidet, Panikattacken bekommt.

X macht das schwer zu schaffen, sie versucht zu helfen. Y will das X wiederkommt um sich besser zu fühlen. X hat mittlerweile aber endlich den richtigen Job gefunden, hat sich nach langer Zeit wieder in einer Stadt einleben können, Menschen kennengelernt, die sie nicht nach ein paar Monaten wieder zurücklassen muss.

Y wirft X "durch die Blume" vor sie alleine zu lassen. Die Freundschaft wird wahnsinnig belastet. X hat sich in den Jahren weiterentwickelt. Für sie gibt es nicht nur die Stadt, von der sie wegzog. Sie hat neue Perspektiven. X ist also in einer Bredouillie. Sie möchte ihr neugewonnenes Leben nicht aufgeben, Y allerdings auch nicht.

Sie sahen sich mittlerweile über 3 Jahre nicht mehr. Die Verbindung ist trotzdem eng, man hat zusammen viel geteilt und erlebt. Das macht es schwer davon loszulassen. Wenn man nach einigen Wochen dann ein "Hallo" hörte war sofort diese gewohnte Vertrautheit da. Man kennt sich gegenseitig in und auswendig.

Dennoch klafft da eine Wunde.

X versucht sich immer wieder aufzurappeln, aber das Verhalten von Y zieht sie immer wieder runter.

Ein Beispiel-Dialog:

Y: "Weißt du noch als wir damals [ ... ]?"
X: ... überlegt kurz ...
Y: "Ich merk schon. Dir ist das alles gar nicht mehr wichtig. Du hast mich doch eh schon vergessen."

X kann es einfach nicht mehr hören. Y tritt seit Jahren auf der Stelle, bricht Therapien ab mit der Begründung "Es hat ja eh alles keinen Sinn", geht immer den Weg des geringsten Widerstandes, scheint keine Veränderung oder Besserung zu wollen. X ist sich durchaus der Tragweite der Krankheit von Y bewusst, aber X kennt Y und weiß, dass Y wahnsinnig stur ist und wenn irgendwas nicht so funktioniert wie sie das will, dann wird es eben gar nicht gemacht. Am Besten soll sich alles von selbst erledigen, aus Y Sicht.

Kontakt ist fast kaum noch vorhanden und wenn, dann sehr gequält. Small Talk lag den beiden noch nie. Immer wieder sagt Y "X, komm zurück." Durch die verneinenden Antworten von X rastet Y jedesmal aus und macht Vorwürfe, klammert sich an jeder noch so kleinen Erinnerung fest.

X ist ziemlich angeschlagen. Das Verhalten von Y ist so wechselhaft wie das Wetter. Erst meckert sie unentwegt und dann tut sie wieder so als wäre nichts.

Für X ist es so einfach nicht mehr machbar. Es ist zu kräftezehrend geworden.

Die Frage ist, was tun ... ?[/ ...]
Adorn
HiddenNickname
offline
20.09.2008 16:58
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