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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadWie ertragt ihr das Wissen?
10.05.2009 21:05
HiddenNickname
0 Eine Zeit lang habe ich mich geweigert, Fakten zu lesen, über all diese Gräuel. Dieses Grauenhaft. Da ich ja im Groben wusste, was abläuft, fand ich es für meine Lebenspraxis unnötig, Einzelheiten über die Ausbeutung der Länder des Südens, Kriege, etc. zu wissen. Das war meine Überlebenssrategie. Nun kam ich aber an den Punkt, wo ich mich anderen Leuten verständlich machen wollte. Menschen, die meiner Ansicht nach in einer "schein-heilen" (Wortspiel: heile Welt; scheinheilig) Welt leben. Hier kam ich mit vagen Angaben nicht weit und habe wieder angefangen, "mich zu informieren", d.h. Bücher zu lesen. Und stehe vor dem selben Problem wie damals: Wie soll ich das denn verarbeiten? Dieses Wissen um Einzelheiten, Erlebnisberichte der Folter, oder wie Revolten der hungernden Indios niedergeschlagen wurden, indem Frauen so lange vergewaltigt wurden, bis sie beinahe tot waren und dann an Bäume gehängt. Ihre Babys wurden ihnen auf den Rücken gebunden. Menschen wurden aufmerksam, weil sie die Schreie der Säuglinge auf den Rücken ihrer sterbenden Mütter hörten. (Bericht aus der Frauenkonferenz 1988 ) Einerseits finde ich es wichtig, zu wissen, um nicht einzuschlafen. Andererseits habe ich auch ein Recht auf Leben und Lebensfreude, die ich mir nicht vergällen will. Wie kommt ihr damit zurecht? Die richtige "Dosis"? Öffnen, aber rechtzeitig schließen? Und: Wird das akzeptiert? Darf frau sagen: "du ich gehe heute nicht mit zu der Veranstaltung, denn mein Limit ist erreicht. Ich ertrage grade nicht mehr...."
editiert am 10.05.2009 21:06
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