Wintertrost
Hallo, ihr nassen, weißen Schneeflocken. Wollt ihr mir etwas erzählen, oder versucht ihr, mich vergessen zu lassen?
Ich glaube, ihr möchtet, daß ich mich vergesse. Und das tue ich: Ich vergesse mich, meine Ideen, meine Zukunft, meine Liebe. Ich vergesse alles und werde wieder zum Kind- einem stillen, staunenden Beobachter- ich sehe die Dinge, ohne verstehen zu müssen und zu wollen.
Der Schnee ist kalt und er lähmt meine Gedanken und meinen Körper. Ich genieße das Gefühl- es ist, als würde ich mich hier draußen auflösen. Wenn ich mich ganz aufgelöst habe, schwebe ich als Flocke mit den anderen tausend davon*********
Die letzten Tage sind vollkommen präsent vor meinem inneren Auge und diese tiefe Sinnlosigkeit ergreift erneut von mir Besitz, während ich unter einer Tanne liege und die Stille des Waldes auf meiner Seele lastet, wie der Schnee auf meinem Körper. Ich bin in mir selbst versunken.
Durch eine glitzernde Schneedecke nehme ich im Schimmer einen Tannenzweig über mir wahr. Und plötzlich beginnt er sich zu bewegen und flüstert mir zu:
"Ich nehme dich mit- nehme dich mit in die Wärme. Eine Wärme, die dich noch einhüllen wird, wenn alles umher kalt und kälter wird."
Mit diesen Worten hebt mich meine Fantasie weit fort an einen Ort, an dem das Knistern aus einem kleinen Ofen von verbrennendem Holz kündet.
Es ist warm. Das Licht ist dunkelorange und weich. Der Zweig, der im Ofen vor sich hinknistert, gibt seinen Geruch und seine Energie an den Raum ab und eine warme Wolldecke bedeckt mich fast vollständig. Meine Augen werden sehr müde und während sie zufallen, spüre ich sanfte Hände auf meinem Gesicht. Ein liebevoller Schauer durchfährt meinen Körper, bevor ich mich erneut angstlos und ohne Zögern ins Endlose, Bodenlose fallen lasse.
Das nächste Mal erwache ich als kleines Mädchen. Ich sitze glücklich auf einer Schaukel. Mit jedem wilden Beinschlag hebt sie mich höher in den azurblauen Himmel. Es duftet nach Frühling und ich schaue in die Zweige über mir. Noch einen Schwung zurück, kribbeliges Wohlgefühl in meinem Bauch und die Zweige des Pflaumenbaums berühren mein Gesicht. ich lache und schließe die Augen, als sich wieder das kribbelige Gefühl in meinem Bauch ausbreitet.....
Dieses Mal möchte ich das Bild festhalten, doch es ist so flüchtig wie ein schöner Traum. Statt den schönen Traum weiterträumen zu können, erwache ich in einem dunklen Zimmer- es fühlt sich nicht so an und doch ist es das: mein Zuhause. Ich drehe mich um und drücke mein Gesicht ins Kissen. Die Tränen, die mir übers Gesicht laufen, werden unbemerkt bleiben. Mein Herz schreit, mein Verstand rebelliert und trotzdem bleibt alles stumm. Alles ist ungewollt, alles ist kalt, mein Körper fühlt sich fremd an.
Lautes Tosen in meinen Ohren, plötzliches Abtauchen und dein Arm, wie du ihn um meine Taille legst, mich an dich ziehst, dich an mich schmiegst. ich bin angekommen bei dir-sicher und warm. DU BIST MEIN LICHT. Ich spüre deinen Atem an meinem Hals, drehe mich um und küsse deine warmen, sanften Lippen. Mit jedem Kuss verändert sich dein Mund, wird härter und unnachgiebiger. Ich bin verwirrt und blicke dir ins Gesicht. Es ist blass und schmal geworden und deine Augen schauen verständnislos zu, während du mich langsam losläßt und Verzweiflung von mir Besitz ergreift. NEIN!!!
Ich rufe dich und greife nach dir- ich krümme mich und bevor ich verschwinde, sehe ich dich von oben in deinem Bett liegen. Du hast die Augen geöffnet und schaust ins Nichts- eine Träne rollt einsam über deine Wange.
Tiefe Trauer ergreift von mir Besitz. Ich schreie und weine so lange, bis es wehtut. Dieser Schmerz erfüllt mich ganz.
Trotzdem nehme ich eine Veränderung um mich herum wahr. Wie ein Blitz dringt ganz plötzlich Licht an meine Augen- es ist grell und kalt. Kalt ist auch der Wind, der ganz plötzlich mein Gesicht streift. Mit einem Ruck werde ich bewegungslos aus meiner weißen Decke gehoben, vom Schnee befreit. Ich spüre nur mein Gesicht und weiß ganz plötzlich, daß ich da bin, wo ich sein soll, aber nicht sein will. Jetzt werde ich wohl neu lernen müssen, zu leben. Mit dieser Einsicht lasse ich mich ein letztes Mal fallen und weiß, daß ich ab jetzt immer wieder erwachen werde. Und zwar da, wo ich es möchte.
Ich glaube, ihr möchtet, daß ich mich vergesse. Und das tue ich: Ich vergesse mich, meine Ideen, meine Zukunft, meine Liebe. Ich vergesse alles und werde wieder zum Kind- einem stillen, staunenden Beobachter- ich sehe die Dinge, ohne verstehen zu müssen und zu wollen.
Der Schnee ist kalt und er lähmt meine Gedanken und meinen Körper. Ich genieße das Gefühl- es ist, als würde ich mich hier draußen auflösen. Wenn ich mich ganz aufgelöst habe, schwebe ich als Flocke mit den anderen tausend davon*********
Die letzten Tage sind vollkommen präsent vor meinem inneren Auge und diese tiefe Sinnlosigkeit ergreift erneut von mir Besitz, während ich unter einer Tanne liege und die Stille des Waldes auf meiner Seele lastet, wie der Schnee auf meinem Körper. Ich bin in mir selbst versunken.
Durch eine glitzernde Schneedecke nehme ich im Schimmer einen Tannenzweig über mir wahr. Und plötzlich beginnt er sich zu bewegen und flüstert mir zu:
"Ich nehme dich mit- nehme dich mit in die Wärme. Eine Wärme, die dich noch einhüllen wird, wenn alles umher kalt und kälter wird."
Mit diesen Worten hebt mich meine Fantasie weit fort an einen Ort, an dem das Knistern aus einem kleinen Ofen von verbrennendem Holz kündet.
Es ist warm. Das Licht ist dunkelorange und weich. Der Zweig, der im Ofen vor sich hinknistert, gibt seinen Geruch und seine Energie an den Raum ab und eine warme Wolldecke bedeckt mich fast vollständig. Meine Augen werden sehr müde und während sie zufallen, spüre ich sanfte Hände auf meinem Gesicht. Ein liebevoller Schauer durchfährt meinen Körper, bevor ich mich erneut angstlos und ohne Zögern ins Endlose, Bodenlose fallen lasse.
Das nächste Mal erwache ich als kleines Mädchen. Ich sitze glücklich auf einer Schaukel. Mit jedem wilden Beinschlag hebt sie mich höher in den azurblauen Himmel. Es duftet nach Frühling und ich schaue in die Zweige über mir. Noch einen Schwung zurück, kribbeliges Wohlgefühl in meinem Bauch und die Zweige des Pflaumenbaums berühren mein Gesicht. ich lache und schließe die Augen, als sich wieder das kribbelige Gefühl in meinem Bauch ausbreitet.....
Dieses Mal möchte ich das Bild festhalten, doch es ist so flüchtig wie ein schöner Traum. Statt den schönen Traum weiterträumen zu können, erwache ich in einem dunklen Zimmer- es fühlt sich nicht so an und doch ist es das: mein Zuhause. Ich drehe mich um und drücke mein Gesicht ins Kissen. Die Tränen, die mir übers Gesicht laufen, werden unbemerkt bleiben. Mein Herz schreit, mein Verstand rebelliert und trotzdem bleibt alles stumm. Alles ist ungewollt, alles ist kalt, mein Körper fühlt sich fremd an.
Lautes Tosen in meinen Ohren, plötzliches Abtauchen und dein Arm, wie du ihn um meine Taille legst, mich an dich ziehst, dich an mich schmiegst. ich bin angekommen bei dir-sicher und warm. DU BIST MEIN LICHT. Ich spüre deinen Atem an meinem Hals, drehe mich um und küsse deine warmen, sanften Lippen. Mit jedem Kuss verändert sich dein Mund, wird härter und unnachgiebiger. Ich bin verwirrt und blicke dir ins Gesicht. Es ist blass und schmal geworden und deine Augen schauen verständnislos zu, während du mich langsam losläßt und Verzweiflung von mir Besitz ergreift. NEIN!!!
Ich rufe dich und greife nach dir- ich krümme mich und bevor ich verschwinde, sehe ich dich von oben in deinem Bett liegen. Du hast die Augen geöffnet und schaust ins Nichts- eine Träne rollt einsam über deine Wange.
Tiefe Trauer ergreift von mir Besitz. Ich schreie und weine so lange, bis es wehtut. Dieser Schmerz erfüllt mich ganz.
Trotzdem nehme ich eine Veränderung um mich herum wahr. Wie ein Blitz dringt ganz plötzlich Licht an meine Augen- es ist grell und kalt. Kalt ist auch der Wind, der ganz plötzlich mein Gesicht streift. Mit einem Ruck werde ich bewegungslos aus meiner weißen Decke gehoben, vom Schnee befreit. Ich spüre nur mein Gesicht und weiß ganz plötzlich, daß ich da bin, wo ich sein soll, aber nicht sein will. Jetzt werde ich wohl neu lernen müssen, zu leben. Mit dieser Einsicht lasse ich mich ein letztes Mal fallen und weiß, daß ich ab jetzt immer wieder erwachen werde. Und zwar da, wo ich es möchte.