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Wirrwarr um Jackson


13.06.2005 16:24
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Aus Angst vor Abhörgeräten soll Michael Jackson die Neverland-Ranch verlassen haben. Die US-Medien wissen nicht, wo er sich momentan aufhält. Unklar ist auch, wer mit den 2000 Journalisten vor Ort reden soll, da Jackson seine Pressesprecherin gefeuert hat

Aufruhr im amerikanischen Medienzirkus: Am möglicherweise entscheidenden Tag im Jahrhundertprozess ist der Pressemeute der Angeklagte abhanden gekommen. Nach Informationen des US-Senders "Foxnews" haben Jacksons Kinder und ihre Betreuerin die letzte Nacht nicht auf Neverland verbracht. Auch Michael Jackson soll die Ranch verlassen haben, angeblich aus Angst vor Wanzen. Sein Telefon sei mit einer "Bitte nicht stören"-Nachricht blockiert. Medienvertreter vermuten, dass Jackson in einem lokalen Hotel rund eine Stunde von Neverland entfernt abgestiegen ist.

Für weiteren Wirbel sorgte die Entlassung von Jacksons bisheriger Sprecherin Raymone Baine. Sie verließ am Sonntagmorgen gegen 3 Uhr (Ortszeit) das Holiday Inn im kalifornischen Santa Maria und flog zurück nach Washington. Wer nun mit den über 2000 Journalisten sprechen soll, die am Montag vor dem Gericht in Santa Maria erwartet werden, wurde nicht bekannt. Baine hatte nach ihrer Kündigung durch Michael Jacksons Bruder Randy keine Möglichkeit, mit dem Popsänger selbst zu sprechen. Sie habe bei Erklärungen vor der Presse oft improvisieren müssen, da sie vom Jackson-Clan nur unzureichend informiert wurde, berichtete "Foxnews" auf seiner Webseite. Dennoch sei es Baine gelungen, Fans und Presse zu beruhigen, wenn beispielsweise Gerüchte über Jacksons Gesundheitszustand hochgekocht waren. Baine soll außerdem ein gutes Verhältnis zum King of Pop gehabt haben. Sie habe mehrmals täglich mit ihm telefoniert und ihn oft auf Neverland besucht.

Prozessbeobachter vermuten, dass im Jackson-Lager ein Machtkampf entbrannt ist. Michaels Bruder Randy will demnach mehr und mehr die Geschicke seines Bruders lenken und sein Personal auf der Neverland-Ranch installieren. Baines Entlassung war eine Erklärung von Jacksons Verteidiger Thomas Mesereau vorausgegangen. Vor über 1000 Fans und Reportern teilte Mesereau mit, er habe niemanden beauftragt, im Namen von Jackson oder dessen Familie mit der Presse zu sprechen.

Michael Jackson soll im Frühjahr 2003 einen damals 13-jährigen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell belästigt haben. Zehn Jahre zuvor war Jackson schon einmal des Kindesmissbrauchs bezichtigt worden. Damals hatte er dem vermeintlichen Opfer angeblich über 20 Millionen Dollar gezahlt. Die Urteilsverkündung im laufenden Prozess soll live im Fernsehen übertragen werden.

Selbstmord angedroht

Unterdessen sorgen sich Angehörige und Fans des Popstars, wie Michael Jackson auf eine mögliche Verurteilung reagieren könnte. Wie jetzt bekannt wurde, ist der US-Sender ABC im Besitz eines Tonbandes, auf dem Michael Jackson mit Selbstmord droht, sollte der Richter ihn ins Gefängnis schicken. Ohne Kinder wolle er nicht weiterleben. Das meldet die "Bild"-Zeitung.

In dem fünf Jahre alten Interview sagt Jackson unter anderem: "Ich kann nicht ohne Kinder leben. Wenn mir jetzt jemand sagte, 'Michael, du darfst nie wieder ein Kind sehen', würde ich mich umbringen, das schwöre ich."


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