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08.07.2018 13:31
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.07.2018 um 12:53:

und gerne nochmal, DAS ist laut Bundesamt für Verfassung rechtsextrem:

Neben rechtsextremistischer Agitation im Anti-Asyl-Kontext ist die Islamfeindlichkeit ein wesentliches Agitationsfeld von Rechtsextremisten. Um ihre Widerstands- und Umsturzphantasien zu befeuern, versuchen Rechtsextremisten kontinuierlich, Ereignisse zu instrumentalisieren, die sie mittel- oder unmittelbar mit der Religion des Islam in Verbindung setzen. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei einer Anti-Islam-Agitation zu, in der stereotyp eine Gegensätzlichkeit und Unvereinbarkeit von deutscher und muslimischer Kultur behauptet wird. Muslimen wird pauschal unterstellt, einen (kulturellen) Eroberungsfeldzug gegen den Westen zu führen und sich wesensimmanent gewaltbereit und kriegerisch zu verhalten. Eine Unterscheidung zwischen integrierten Muslimen und Islamisten (wie z. B. Salafisten) findet kaum statt. So werden religiöse Handlungen mit einem Krieg gegen „unsere [deutsche] Art und die Kultur“ gleichgesetzt. Solche Äußerungen zielen darauf ab, Ängste, Unsicherheiten und Vorurteile gegenüber Muslimen zu schüren und sind damit letztlich auch geeignet, den Boden für unfriedliche Verhaltensweisen gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe zu bereiten.

Die AfD passt da wie die Faust aufs Auge in die Beschreibung.[/deutsche]


Und viele andere auch - und genau dies ist das Problem. Wenn nicht der Name oder die Partei unter mancher Aussage stehen würde, wüsste ich nicht, dass eben gerade nicht die AfD gesprochen hat. Wahrscheinlich springen mir manche gleich an den Hals - auch eine Frau Alice Schwarzer, so sehr ich sie schätze, förderte rechtes Denken (Stichwort rechter Feminismus), da sie oft pauschalisiert hat. Erst in letzter Zeit differenziert sie mehr - vielleicht sieht auch sie mittlerweile, wem oder was sie einen Bärendienst erwiesen hat. Warum wundert es mich nicht, dass auf rechten Portalen einer Frau Wagenknecht empfohlen wird, sich mal mit der AfD zu treffen, da es Berühungspunkte gäbe. Vielleicht stehen da auch schon Einladungen für Herrn Dobrindt - auch dies würde mich nicht wundern.

Zu deinem Artikel, dass man die AfD als rechtsxtrem bezeichnen darf: War ein Urteil über die Meinungsfreiheit, dass man dies tun dürfe. Aber: Ja, genau dies ist der richtige Weg. Den Rechtsextremismus der AfD aufdecken und nicht aufhören zu veröffentlichen, was die AfD treibt. Bots und Durchsickerung der Kanäle betreibt massiv die AfD und ihre Anhänger - nicht diejenigen, welche Fakten aufdecken. Dies ist immer noch viel zu wenig. Die AfD ist demokratisch gewählt worden, aber dies bedeutet nicht, dass man sie nicht enttarnen darf. Ich vergesse nie diesen einen Satz am Wahlabend: "Wir werden sie jagen". Er erschrak mich schon damals, aber es erschrickt mich, auf was und wem sich dieser Satz mittlerweile bezieht. Und wieviele diesem Jagen folgen.



08.07.2018 13:55
Tehejekuetrheed

weirdo ich schätze dein diplomatisches Vorgehen sehr....allerdings muss man manchmal auch direkt Kante zeigen.

Man darf jetzt nicht diese vorgegaukelte Opferhaltung der AfD übernehmen und in ihr "mimimi-nur-weil-ich-keine-islamisierung. ...blablubb...bin...ich...doch...kein...nazi. ..sondern...opfer...mimimi...deutsche...werte ...erhalten...mimimi" einstimmen.

Wer sich nach all dem, was mittlerweile schon über die AfD ans Tageslicht kam, immer noch zu ihr bekennt, darf sich auch ganz beruhigt "rechts" oder wahlweise sogar "rechtsradikal" nennen.

"Wer Extremist ist, müssen wir uns nicht von durchgeknallten Landesregierungen und vom Verfassungsschutz sagen lassen." – ebenfalls Tillschneider, der letztendlich dem Brandenburger Steffen Königer unterliegt

"Die Hälfte aller Wählerinnen sind Frauen. Und denk nur daran, wenn so eine Fürstin Kinder wirft, dann steht das am nächsten Tag in allen Klatschzeitschriften." – Delegierter erklärt anderem Delegierten, warum er von Sayn-Wittgenstein wählen will

Einer der Schwerpunkte der diesjährigen Ausgabe ist die Alternative für Deutschland (AfD) als derzeit relevanter extrem rechter Akteur. Die extrem rechte Partei wird in der Publikation gleich in mehreren Texten analysiert. Das apabiz etwa beleuchtet in einer Bestandsaufnahme den Zustand des Landesverbandes der AfD vor der Bundestagswahl im vergangenen Herbst. Ein Ergebnis: »Die AfD ist weiterhin in erster Linie eine Partei von und für alte weiße Männer.« Welche Rolle antisemitische Einstellungen bei den Rechtspopulisten spielen, hat die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) untersucht. Obwohl sich die Partei zuletzt als Akteur gegen Antisemitismus zu positionieren versucht hat, haben die Autoren von RIAS eine Positionierung gegen Antisemitismus im Parteiprogramm vergeblich gesucht. Lediglich einmal werde »Bezug auf das Judentum« genommen, um es gegen »den Islam« in Stellung zu bringen, wie es im Schattenbericht heißt. https://www.neues-deutsch [...] uck.html

08.07.2018 14:14
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.07.2018 um 13:55:

weirdo ich schätze dein diplomatisches Vorgehen sehr....allerdings muss man manchmal auch direkt Kante zeigen.

Man darf jetzt nicht diese vorgegaukelte Opferhaltung der AfD übernehmen und in ihr "mimimi-nur-weil-ich-keine-islamisierung. ... blablubb...bin...ich...doch...kein...nazi...s ondern...opfer...mimimi...deutsche...werte... erhalten...mimimi" einstimmen.

(...)


Weil ich nicht dafür bin, Menschen, die ich nicht persönlich kenne, als Rechtsextremisten oder Nazis zu bezeichnen, sondern nur ihre Äusserungen zu benennen? Dafür wird mir aber sehr oft vorgehalten, dass ich doch nicht alle Andersdenkende als Nazis bezeichen solle Obwohl ich es gar nicht tue. Und diese Nichtbezeichnung als xyz Person hat doch überhaupt nichts mit "mimmminni" zu tun - den kriege ich auch so zu hören. Man muss nur "buhh" sagen und sei es nur ein Fakt - der Opfermodus springt bei den meisten sofort an. Deshalb, liebe arose - ich übernehme nichts und ich stimme nicht ein. Aber, ich stimme auch nicht auf die Nazikeule ein - ich stehe auf Differenzierung. Nenne es von mir aus einen Splin von mir oder einfach mein demokratisches Recht

Schau doch nur, wie empfindlich einige auf den Begriff der "braunen Sauce" reagiert haben - hinter dieser Bezeichnung stehe ich zu 100%. Manche bedienen sich aus diesem Topf, ob wissentlich oder nicht und sie müssen aufpassen, dass sie nicht in diesen hineinspringen oder ihn aus "Versehen" umkippen. Wenn sie nicht schon freiwillig in den Topf gestiegen sind. Weder Unwissenheit noch diverse andere Motivationen befreien von der Verantwortung.

editiert am 08.07.2018 14:41 Beitrag melden Zitatantwort
08.07.2018 15:45
Tehejekuetrheed

Vielleicht hilft ja country music?
You Can't Pray The Gay Away | Laura Bell Bundy
https://youtu.be/4pcMJ7_T3rY

http://www.queer.de/detai [...] id=31501
Entgleisung auf Twitter
"Landesverrat!": AfD-Poggenburg empört über Dragqueens bei der Bundeswehr

Den Besuch zweier Travestie-Künstler in einer Kaserne nennt der rechte Landtagsabgeordnete eine "Schande für unser Land" – und sehnt sich zurück nach der Wehrmacht der Nationalsozialisten.

http://www.queer.de/detai [...] id=31499
Skandal um Leo e.V.
Pfarrer räumt "Umpolung" von Homosexuellen ein

Bernhard Ritter, Vorsitzender des Leo e.V. aus Bennungen, rühmt sich in einem Interview, aus "unzufriedenen" Homos glückliche Heteros gemacht zu haben. Das Blog Leo Watch fordert nun strafrechtliche Ermittlungen.

08.07.2018 19:42
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.07.2018 um 13:31:

(...)
Wenn nicht der Name oder die Partei unter mancher Aussage stehen würde, wüsste ich nicht, dass eben gerade nicht die AfD gesprochen hat. Wahrscheinlich springen mir manche gleich an den Hals - auch eine Frau Alice Schwarzer, so sehr ich sie schätze, förderte rechtes Denken (Stichwort rechter Feminismus), da sie oft pauschalisiert hat. Erst in letzter Zeit differenziert sie mehr - vielleicht sieht auch sie mittlerweile, wem oder was sie einen Bärendienst erwiesen hat. Warum wundert es mich nicht, dass auf rechten Portalen einer Frau Wagenknecht empfohlen wird, sich mal mit der AfD zu treffen, da es Berühungspunkte gäbe. Vielleicht stehen da auch schon Einladungen für Herrn Dobrindt - auch dies würde mich nicht wundern.
(...)


die genannten frauen fördern rechtes denken? und da bist du ganz sicher?
also ich nicht. ganz und gar nicht.
möchtest du genauer darlegen, wie du zu dieser einschätzung kommst?
einladungen an frau w. wären für mich erst ein argument, wenn sie sie annähme.
also, was bringt dich zu dieser annahme?

Zitat

Wahrscheinlich springen mir manche gleich an den Hals


und nein, auch das glaube ich nicht. und ich finde solche formulierungen diskursschädigend.



08.07.2018 19:48
Tehejekuetrheed

Ich entdecke in meiner Stadt zunehmend diese blauen Aufkleber Merkelmussweg. Hab das eben mal geguhgelt und hoffe nun, dass ich die möglichst leicht von den Ampeln, da kleben die meisten, abgefummelt bekomme. Kleben die bei Euch auch?

08.07.2018 20:25
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.07.2018 um 19:48:

Ich entdecke in meiner Stadt zunehmend diese blauen Aufkleber Merkelmussweg. Hab das eben mal geguhgelt und hoffe nun, dass ich die möglichst leicht von den Ampeln, da kleben die meisten, abgefummelt bekomme. Kleben die bei Euch auch?


drüberkleben geht auch
https://www.ebay.de/i/182380803948?chn=ps

08.07.2018 21:57
Tehejekuetrheed

Nee, das ist nicht meins. Ich fummele das ab. Die sind mir keinen Euro wert.

08.07.2018 22:08
Tehejekuetrheed

Es gibt viele schöne Aufkleber bei zahlreichen Events, die man gratis bekommt. U.a. beim CSD



08.07.2018 23:23
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.07.2018 um 19:42:

(...)

die genannten frauen fördern rechtes denken? und da bist du ganz sicher?
also ich nicht. ganz und gar nicht.
möchtest du genauer darlegen, wie du zu dieser einschätzung kommst?
einladungen an frau w. wären für mich erst ein argument, wenn sie sie annähme.
also, was bringt dich zu dieser annahme?

(...)

und nein, auch das glaube ich nicht. und ich finde solche formulierungen diskursschädigend.



Frau kann es Frauen aber auch nicht recht machen - für die einen bin ich zu diplomatisch und für die anderen ist meine Formulierung diskursschädigend

Ja, ich bin der Meinung, dass gewisse Äusserungen Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten sind. Ich sage nicht, dass dies gewollt ist - aber, der Effekt ist da. Da ich zu Frau Wagenknecht schon mal was geschrieben hatte und nur mehr oder weniger ein "ja" als Diskursangebot erhielt und selbst nach nochmaligen Ausflug zu Frau Wagenknecht nicht mal dies erhielt - meine Motivation, hier was darzulegen ist gerade nicht überwältigend groß. Und das Thema ist eigentlich ein anderes....

Dennoch kurz zu Frau Schwarzer: Wer sie über seit mind. 20 Jahren liest, weiss, dass sie immer dafür gekämpft hat, dass Frauen, welche unter der Fuchtel muslimischer Männer stehen, endlich geholfen werden muss. Es interessierte nur niemandem. Da sich jetzt "Europas Töchter" bedroht fühlen - ja, da interessiert immer noch nicht die muslimische Frau, sondern die europ. Tochter. Wie es Frau Schwarzers Art ist - sie polarisiert und malt gerne Schwarz-Weiß. Aus meiner Sicht ist das bzgl. ihrer Kritik am Islamismus voll in die Hose gegangen - Frau Schwarzer solidarisierte sich teilweise mit der Pegida-Bewegung, da man doch die Angst verstehen müsse - Tja, nur erwähnt sie mit keiner Silbe, dass die Pegida-Bewegung auch gegen Abtreibungen und für ein antiquirtes Frauenrollenbild steht. Da brauche ich nicht mal den Rassismus bemühen. Insgesamt verstehe ich sie so, dass man mehr vor dem Islamismus Angst haben sollte als vor den Rechten. Sie liefert Stichworte wie rechtsfreie Räume, Islamisierung des Abendlands etc. etc. Ach, und die eine oder andere Verschwörungstheorie hat sie auch auf Lager. Das Blöde ist, dass man Frau Schwarzer schon sehr genau lesen und ihre Art kennen muss, um nicht auf falsche Rückschlüße zu kommen. Leider machen es viele nicht und benutzen Frau Schwarzers Thesen als Argument für Rassismus und/oder für einen rechten Feminismus. Frau Schwarzer distanziert sich davon - aber, mir fehlt da mehr Schmackes in der Distanzierung. Hier noch ein paar Artikel für die interessierte Leserin. Es existieren viel mehr, aber das würde den Rahmen sprengen.

http://www.faz.net/aktuel [...] -p3.html
Alice Schwarzer „Der Typ Frau, den man auf keinen Fall nachahmen will“
Genderforscherin Ammicht Quinn erklärt, warum viele junge Frauen den Feminismus für überholt halten und dann doch wieder auf alte Rollenmuster zurückgeworfen werden.

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieben: über Islamisten, Flüchtlinge und Einkäuferinnen mit Tschador. Nebenbei nimmt sie Pegida in Schutz.


editiert am 08.07.2018 23:28 Beitrag melden Zitatantwort
09.07.2018 10:28
Tehejekuetrheed

Mal ein anderes Thema - bitte auch im Zusammenhang mit dem angeblichen Fachkräftemangel, dem geplanten Fachkräfteeinwanderungsgesetz und der Tätigkeit von Ehrenamtlichen in der Sprachförderung für Geflüchtete betrachten!

Quelle Hannoversche Allgemeine Zeitung, 09.07.18

Viele LehrerInnen in Niedersachsen sind im Sommer arbeitslos

Sommerferien sind etwas Wunderbares. Aber nicht für Lehrerinnen und Lehrer, die zum Schuljahresende in die Arbeitslosigkeit geschickt werden – damit sich das Land bis zum Beginn des nächsten Schuljahres das Gehalt sparen kann. Die Bildungsgewerkschaft GEW benennt die Schuldigen.

Hannover/Berlin

Trotz des Lehrermangels halten manche Bundesländer an der Praxis fest, Lehrer mit befristeten Verträgen in den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. „Es zeichnet sich wieder deutlich ab“, sagte die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, mit Blick auf die Sommerferien 2018.

Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Kultusministerien der Länder ergab, dass vor allem Vertretungslehrer im Angestelltenverhältnis betroffen sind. Die Länder sparen dadurch Millionen ein. Allein in Niedersachsen waren in den vergangenen Sommerferien 470 Lehrer arbeitslos gemeldet.

In Baden-Württemberg sind es nach Angaben eines Sprechers des Kultusministeriums 3300 Lehrer, deren Arbeitsvertrag spätestens mit dem Beginn der diesjährigen Sommerferien endet. Ein Beschäftigung und Bezahlung dieser Vertretungslehrer auch in den Sommerferien würde das Land nach seinen Worten 12,5 Millionen Euro kosten.
Nicht alle Lehrer melden sich arbeitslos

Bundesweit meldeten sich nach einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit in den Sommerferien 2017 rund 4900 Lehrkräfte arbeitslos. Der Bericht vermerkt, „dass die Zahl arbeitsloser Lehrkräfte regelmäßig in den Sommerferien stark ansteigt. Nach den Sommerferien geht die Arbeitslosenzahl wieder zurück.“ Die tatsächliche Zahl der betroffenen Lehrer dürfte aber höher liegen. Nicht alle meldeten sich arbeitslos, erläuterte Tepe.

Tepe kritisierte den Kurs der Länder. Vor allem zeige sich, „dass die südwestlichen Bundesländer wieder in den Sommerferien nicht zahlen, in jedem Fall nicht Baden-Württemberg, auch Rheinland-Pfalz nicht“. Für die Gewerkschafterin, die selbst viele Jahre im Klassenzimmer stand, ist die Sommerarbeitslosigkeit ein Unding: „Also das Schlimme ist, dass es wirklich dann für die Kollegen und Kolleginnen im Einzelfall eine totale Unsicherheit ist.“
Junge Lehrkräfte als „Manövriermasse“?

Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte 50.000 neue Planstellen. „Ich halte es für skandalös, dass sich trotz Lehrermangel und massivem Unterrichtsausfall viele Bundesländer weigern, befristete Verträge in dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln“, sagte er der „Bild“-Zeitung“ (Montag). „Junge motivierte Lehrkräfte werden damit als beliebig verschiebbare Manövriermasse missbraucht.“

Die Bundesagentur für Arbeit registrierte in den vergangenen Sommerferien die meisten Arbeitslosmeldungen von Lehrkräften in Baden-Württemberg (rund 1680), Bayern (860) und Niedersachsen (470). Auch im relativ kleinen Hamburg (260) sei das Phänomen besonders erkennbar gewesen.

Ein Sprecher des Kultusministeriums in Baden-Württemberg betonte, dass die befristete Beschäftigung im Südwesten mit drei Prozent aller Lehrer die große Ausnahme sei. Es handele sich um Vertretungslehrer, die bei längeren Krankheiten oder Ausfällen durch Mutterschutz und Elternzeit einsprängen. Die meisten Kultusministerien äußerten sich ähnlich. Wie viele Lehrer dieses Jahr betroffen sind, war aber vielerorts noch nicht klar.

In Mecklenburg-Vorpommern läuft zum Ende des Schuljahres für 171 Lehrer an öffentlichen Schulen die befristete Anstellung aus. Wer im nächsten Schuljahr wieder beschäftigt wird, bekommt das Sommerferien-Gehalt nachbezahlt. Wer dieses Glück hat, war kurz vor Beginn der Ferien aber noch offen.

In Rheinland-Pfalz ändert sich demnächst etwas: Das Land will ab 2019 alle Vertretungslehrer über die Sommerferien bezahlen. Rund 1000 Lehrer könnten davon profitieren. Die Mehrausgaben betragen laut Bildungsministerium rund 2,5 Millionen Euro.

Insgesamt war die Sommerarbeitslosigkeit von Lehrern nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im vergangenen Jahr geringer als in den drei Jahren zuvor. In Saarland sind nach Kultusministeriumsangaben dieses Jahr nur 38 Lehrer betroffen. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und auch in Sachsen-Anhalt ist die Sommerarbeitslosigkeit von Lehrern eher kein Aufreger-Thema.
Mangel an Fachkräften

Auch die GEW-Vorsitzende Tepe sieht einen Rückgang, hält aber an der Kritik fest: „Das macht unseren Beruf nicht attraktiv. Also wir sind ja eher in der Situation, dass wir einen drastischen Mangel an Fachkräften bekommen werden. Man muss den Beruf attraktiv gestalten und nicht sagen: Wir brauchen Euch in den Sommerferien nicht.“

Auch Referendare stehen laut Tepe in einigen Bundesländern in den Sommerferien zu Tausenden ohne Gehalt da. Nach GEW-Angaben haben die Nachwuchslehrer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, weil sie als Beamte auf Widerruf während des Vorbereitungsdienstes nicht in der Arbeitslosenversicherung versichert seien.

Von dpa/RND


editiert am 09.07.2018 10:33 Beitrag melden Zitatantwort
09.07.2018 16:12
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 09.07.2018 um 10:28:

.......

Auch Referendare stehen laut Tepe in einigen Bundesländern in den Sommerferien zu Tausenden ohne Gehalt da. Nach GEW-Angaben haben die Nachwuchslehrer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, weil sie als Beamte auf Widerruf während des Vorbereitungsdienstes nicht in der Arbeitslosenversicherung versichert seien.

Von dpa/RND


das ist ziemlich fies.

09.07.2018 16:18
Tehejekuetrheed

Warum Hilfsnetzwerke funktionieren


............

Um dieses "Flüchten oder helfen" - Dilemma zu erforschen, hat Mehdi Moussaid zwei Szenarien entwickelt, die er von rund hundert Probanden am Computer durchspielen ließ. Szenario 1: Der Proband möchte einen Zug am Bahnhof erwischen und muss entscheiden, ob er auf dem Weg dorthin Mitreisenden hilft. Szenario 2: Der Bahnhof wird evakuiert. Je mehr Menschen der Proband hilft, desto geringer sind seine eigenen Chancen, zu entkommen. Moralisch gesehen ein unlösbarer Konflikt, doch das Experiment führte zu klaren Ergebnissen.

"Wir konnten beobachten, dass Menschen, die pro-sozial eingestellt sind, die von sich aus altruistisch sind, dazu tendieren, anderen in kritischen Situation noch mehr zu helfen. Und umgekehrt tendieren eher eigennützig eingestellte Menschen dazu, anderen in Notsituationen noch weniger zu helfen. Man kann sagen, dass ein Notfall die "wahre Natur" des Menschen zum Vorschein bringt."

Doch was ist die "wahre Natur" eines Menschen? Für sein Experiment hat Mehdi Moussaid alle Probanden zuvor auf ihr "soziales Wertesystem" getestet - beim sogenannten "Social Value Measurement" wird davon ausgegangen, dass Menschen in eines von vier Persönlichkeitsprofilen passen: eher altruistisch, pro-sozial, individualistisch oder egoistisch. Ermittelt wird das Profil anhand der Verteilung einer Ressource, zum Beispiel Geld, für die sich ein Proband entscheidet. Teilt er den Betrag "gerecht" mit seinem Gegenüber, 50:50? Steckt er selbst alles ein und lässt den anderen leer ausgehen? Oder gibt er die gesamte Summe ab und verzichtet?

"Normalerweise liegen Menschen in der Mitte. Pro-sozial eingestellte Menschen versuchen, beide Beträge zu maximieren. Das heißt, wenn ich so viel bekomme, wie möglich, und Du bekommst so viel, wie möglich, bin ich glücklich. Individualisten dagegen sind stärker und ausschließlich auf ihr eigenes Einkommen fokussiert, also versuchen sie, so viel wie möglich zu bekommen, egal wie viel der andere bekommt."

Im "Flüchten oder helfen"-Experiment waren 44 Prozent der eher uneigennützig eingestellten Probanden in der Notsituation noch hilfsbereiter als in der Alltagssituation. Umgekehrt verringerte sich die Hilfsbereitschaft von Probanden mit individualistischem Persönlichkeitsprofil um 52 Prozent. Notsituationen wirken als Verstärker - im Guten, wie im Schlechten.

Wenn sich im Spätsommer 2015 eine signifikante Zahl an Menschen in der Flüchtlingshilfe engagieren, liegt es nahe, dass sie zu diesem Zeitpunkt den Krieg in Syrien und die Flucht hunderttausender Menschen in die EU als "Notsituation" wahrnehmen. Ob und wann man so empfindet, hat oft weniger mit Fakten zu tun - als vielmehr mit Bildern.

"Wenn ich mir das jetzt anschaue, denke ich: Haben wir das wirklich überlebt? Haben wir das wirklich bei uns zuhause erlebt? Du kannst es nicht fassen, es fühlt sich an wie ein Horror-Dokumentarfilm."

https://www.deutschlandfu [...] d=411996

09.07.2018 18:00
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 09.07.2018 um 16:18:

...

https://www.deutschlandfu [...] d=411996


Noch ein Zitat aus deinem Artikel finde ich gerade ziemlich aktuell:

Zitat
...
Als Gutmenschen diffamiert

"Es ist schwer, Menschen zu klassifizieren, diese Person ist jetzt und für alle Zeit pro-sozial. Und diese Person ist jetzt und für alle Zeit der Bösewicht. Es ist sicherlich komplizierter. Wir wissen noch nicht, wie man eingreifen kann, damit Menschen bessere Entscheidungen treffen und bessere Urteile fällen über die Situation, die sie umgibt, vor allem weil soziale Interaktionen persönliche Meinungen stark beeinflussen. Aber wir sind dabei, es zu verstehen."

Zurzeit wird vor allem in sozialen Netzwerken der Kampf der Meinungen ausgetragen. Refugees Welcome? Der Slogan, der einst als Ausdruck für Solidarität und Menschlichkeit in ganz Europa verwendet wurde, wird zunehmend als Vorwurf für politische Naivität genutzt. Für den Historiker Tillmann Bendikowski ist das eine brandgefährliche Entwicklung.

"Also jeder Diffamierungsversuch von Helfern an Flüchtlingen ist letztlich ein Versuch der De-Zivilisierung unserer Gesellschaft. Man darf das gar nicht hoch genug einschätzen. In dem Moment, wo man Helfer diffamiert, beschädigt man die Kultur des Helfens gezielt, und wo die Kultur des Helfens beschädigt wird, wissentlich, ist auch unsere gesamte Zivilisiertheit in Gefahr. Der Firniss der Zivilisation, der uns umgibt - ist hauchdünn."
...


09.07.2018 22:16
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 09.07.2018 um 18:00:
(...)
Zitat (...) ...Der Firniss der Zivilisation, der uns umgibt - ist hauchdünn."
...


über 600 Menschen kamen alleine im Juni am bzw. im Mittelmeer um. Höchststand seit über 5 Jahren, weil Rettung verhindert wird. Tolle Zivilisation...ihr ist anscheinend kein Preis zu hoch. Sorry...aber bei solchen Geschehnissen fühle ich mich so machtlos und frage mich, wie dünn diese Schicht wirklich ist.

editiert am 09.07.2018 22:17 Beitrag melden Zitatantwort
09.07.2018 22:30
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 09.07.2018 um 22:16:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 09.07.2018 um 18:00:
(...)
Zitat (...) ...Der Firniss der Zivilisation, der uns umgibt - ist hauchdünn."
...


über 600 Menschen kamen alleine im Juni am bzw. im Mittelmeer um. Höchststand seit über 5 Jahren, weil Rettung verhindert wird. Tolle Zivilisation...ihr ist anscheinend kein Preis zu hoch. Sorry...aber bei solchen Geschehnissen fühle ich mich so machtlos und frage mich, wie dünn diese Schicht wirklich ist.


Dazu ein Kommentar von Wolfgang Luef:

https://sz-magazin.suedde [...] ng-85837

Zitat
Der Untergang

Es gibt plötzlich zwei Meinungen darüber, ob man Menschen, die in Lebensgefahr sind, retten oder lieber sterben lassen soll. Das ist der erste Schritt in die Barbarei.

...



editiert am 09.07.2018 22:36 Beitrag melden Zitatantwort
09.07.2018 22:32
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 09.07.2018 um 22:16:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 09.07.2018 um 18:00:
(...)
Zitat (...) ...Der Firniss der Zivilisation, der uns umgibt - ist hauchdünn."
...


über 600 Menschen kamen alleine im Juni am bzw. im Mittelmeer um. Höchststand seit über 5 Jahren, weil Rettung verhindert wird. Tolle Zivilisation...ihr ist anscheinend kein Preis zu hoch. Sorry...aber bei solchen Geschehnissen fühle ich mich so machtlos und frage mich, wie dünn diese Schicht wirklich ist.

Zu dünn.
Hochgejazzt wird - auch durch eine „bürgerliche“ Partei wie die CSU - eine „Flüchtlingswelle“, „Asyltourismus“, bei tatsächlichem Dreijahrestief, während so viele Menschen wie nie im Mittelmeer ertrinken.
Die Interessen werden immer kurzsichtiger und egoistischer.
Und europaweit folgen sie den Rechten wie die Lemminge und setzen alles aufs Spiel, unsere Freiheit, unsere Werte und unsere Integrität.

editiert am 09.07.2018 22:35 Beitrag melden Zitatantwort
09.07.2018 22:47
Tehejekuetrheed


Dortmunder Rechtsextreme setzen Kopfgeld auf Flüchtlinge aus – darum kann die Polizei erst mal wenig dagegen tun !

https://www.derwesten.de/214798291

09.07.2018 22:49
Tehejekuetrheed

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 09.07.2018 um 22:30:

(...)

Dazu ein Kommentar von Wolfgang Luef:

https://sz-magazin.suedde [...] schiedsk olumne/der-untergang-85837

Zitat
Der Untergang

Es gibt plötzlich zwei Meinungen darüber, ob man Menschen, die in Lebensgefahr sind, retten oder lieber sterben lassen soll. Das ist der erste Schritt in die Barbarei.

...



Es musste nur einer anfangen und alle ziehen mit. Bekannte von mir in Italien sind fassungslos über das Desinteresse an den Ertrinkenden und des Bejubelns von Salvini. Deutschland ist nicht besser, Europa ist nicht besser... Menschen heulen sich beim Film Titanic die Augen aus - ich auch. Braucht es auf den Booten ein Liebespaar und ein Orchester? Irgendwie muss ich auch an den Horrorklassiker "The Fog" denken. Es holt einen ein...

editiert am 09.07.2018 23:05 Beitrag melden Zitatantwort
09.07.2018 23:13
Tehejekuetrheed

Danke, Cacil. Dank dir habe ich das gefunden. Ein Trost und ein wenig Hoffnung..

https://sz-magazin.suedde [...] te-85806

Zehntausend Dollar pro Minute
Aus Wut über die Inhaftierung von Kleinkindern an der US-Grenze startete ein kalifornisches Ehepaar einen Spendenaufruf. Das Ziel: 1500 Dollar sammeln. Tatsächlich kam so die größte Spendenaktion in der Geschichte Facebooks in Gang.
(...)
Am Samstag vor einer Woche richtete das Paar auf Facebook eine Spendenseite ein mit dem Titel »Bringt Einwanderer-Eltern mit ihren Kindern zusammen«. Die Spenden gehen an einen gemeinnützigen Verein namens Raices, das steht für »Refugee and Immigrant Center for Education and Legal Services«, der in San Antonio Flüchtlinge und Einwanderer über ihre Rechte berät; es ist die größte Organisation dieser Art in Texas. Die Willners setzten ein Ziel, von dem sie dachten, dass sie es erreichen könnten: Sie wollten 1500 Dollar sammeln. Das würde reichen, um die Gefängnis-Kaution für eine Mutter zu hinterlegen, die sich dann auf die Suche nach ihrem Kind machen könnte. Soweitdie Idee.
(...)
Inzwischen haben die Willners über zwanzig Millionen Dollar gesammelt. 525.000 Menschen haben bereits gespendet und es geht weiter: Zu Spitzenzeiten gehen zehntausend Dollar pro Minute ein. Es ist die größte einzelne Spendenaktion, die jemals auf Facebook ins Leben gerufen wurde.


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