der weiher
er liegt so still im morgenlicht,
so friedlich, wie ein fromm gewissen;
wenn weste seinen spiegel küssen,
des ufers blume fühlt es nicht;
libellen zittern über ihn,
blaugoldne stäbchen und karmin,
und auf des sonnenbildes glanz
die wasserspinne führt den tanz;
schwertlilienkranz am ufer steht
und horcht des schilfes schlummerliede;
ein lindes säuslein kommt und geht,
als flüstr'es: friede! friede! friede!
annette von droste-hülshoff
so friedlich, wie ein fromm gewissen;
wenn weste seinen spiegel küssen,
des ufers blume fühlt es nicht;
libellen zittern über ihn,
blaugoldne stäbchen und karmin,
und auf des sonnenbildes glanz
die wasserspinne führt den tanz;
schwertlilienkranz am ufer steht
und horcht des schilfes schlummerliede;
ein lindes säuslein kommt und geht,
als flüstr'es: friede! friede! friede!
annette von droste-hülshoff