Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Messages werden geladen
Postfach öffnen

die Geschichte von der traurigen Traurigkeit

Isaboh
HiddenNickname
offline
25.02.2006 20:11
0
Die Geschichte von der traurigen Traurigkeit

Als die glutrote Sonne am Horizont dem Tag langsam entschwinden wollte,
ging eine kleine zerbrechlich wirkende Frau einen staubigen Feldweg entlang.
Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln
hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Fast am Ende dieses Weges,
saß eine zusammengekauerte Gestalt, die regungslos auf den trockenen,
ausgedörrten Sandboden hinunterstarrte.
Man konnte nicht viel erkennen,
das Wesen das dort im Staub des Weges saß, schien beinahe körperlos zu sein.
Es erinnerte an eine graue aber weiche Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Als die kleine zerbrechlich wirkende Frau an diesem Wesen vorbeikam,
bückte sie sich ein wenig und fragte:
"Wer bist du?"

Zwei fast regungslose Augen blickten müde auf.
"Ich? Ich bin die Traurigkeit." flüsterte die Stimme stockend und so leise,
dass man sie kaum zu hören vermochte.

"Ach, die Traurigkeit !" rief die kleine Frau erfreut,
als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit vorsichtig?
"Aber ja, natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast Du mich ein Stück
meines Weges begleitet."

"Ja, aber ...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht und nimmst reiß aus? Hast du denn keine Angst vor mir ?"

"Warum sollte ich vor dir davonlaufen ? Du weißt doch selbst nur zu gut,
dass du jeden Flüchtigen einholst. Man kann dir nicht entkommen.
Aber, was ich dich fragen möchte:
Warum siehst du so betrübt und mutlos aus ?"

"Ich ... ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit klangloser Stimme.
Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr.

"Traurig bist Du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.
"Erzähl mir doch, was dich so sehr bedrückt."

Und die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören?
Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.

"Ach, weißt du", begann die Traurigkeit zögernd, "es ist so,
dass mich einfach niemand mag. Niemand will mich.
Dabei ist es doch nun mal meine Bestimmung
unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen.
Aber jedesmal wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück.
Sie fürchten sich vor mir und meiden mich."

Die Traurigkeit schluckte schwer.
"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich verstoßen wollen. Sie sagen:
Ach was, das Leben ist heiter und fangen an zu Lachen.
Aber ihr falsches erzwungenes Lachen
führt zu Magenkrämpfen. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht.
Und dann bekommen sie Herzschmerzen.
Sie sagen: Man muss sich zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen
in den Schultern und im Rücken, im ganzen Körper. Verkrampft sind sie.
Sie drücken die Tränen tief hinunter und haben Atemnot. Sie sagen:
Nur Schwächlinge weinen. Dabei sprengen
die aufgestauten Tränen fast ihre Köpfe. Manchmal können sie dadurch
nicht mal mehr Sprechen.
Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen,
damit sie nicht fühlen müssen."

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.
"Und dabei will ich den Menschen doch nichts Böses, ich will ihnen doch nur helfen. Denn wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen und zu heilen. Weißt du, wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut, und manches Leid bricht dadurch immer wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh.

Aber nur wer mich zu sich läßt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden erst wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich Ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grellen Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit und ewiger Enttäuschung zu. Ich glaube, sie haben einfach nur unbändige Angst zu weinen und mich zu spüren.
Deshalb verjagen sie mich immer wieder."

Dann schwieg die Traurigkeit. Ihr Weinen war erst schwach,
dann stärker und schließlich ganz innig und verzweifelt
und die vielen kleinen Tränen tränkten
den staubigen, ausgedörrten Sandboden.
Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkenen Gestalt tröstend in die Arme.
Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte das zitternde Bündel. "Weine nur, kleine Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst.
Du sollst nicht mehr alleine wandern. Ich werde auch dich von nun an begleiten,
damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte zu weinen auf.
Sie sah zu ihrer neuen Gefährtin auf und betrachtete sie erstaunt:
"Aber ... aber, wer bist du eigentlich ?"
"Ich ...", sagte die kleine und zerbrechlich wirkende Frau und lächelte dabei
wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen, " ... bin die Hoffnung!

Copyright M.Schumann


Hach wat schön 8)
Isaboh
HiddenNickname
offline
25.02.2006 20:11
0
Aie Aesodiodte oon der trnarigen Arnarigteit

Als die glatrote Aonne no Aorioont deo Ang lnngsno entsodoinden oollte,
ging eine tleine oerbreodliod oirtende Arna einen stnabigen Aeldoeg entlnng.
Aie onr oodl sodon reodt nlt, dood idr Anng onr leiodt and idr Aaodeln
dntte den frisoden Alnno eines anbetaooerten Aadodens.

Anst no Ande dieses Aeges,
snß eine oasnooengetnaerte Aestnlt, die regangslos naf den trootenen,
nasgedarrten Anndboden dinanterstnrrte.
Ann tonnte niodt oiel ertennen,
dns Aesen dns dort io Atnab des Aeges snß, sodien beinnde targerlos oa sein.
As erinnerte nn eine grnae nber oeiode Alnnelldeote oit oensodlioden Aontaren.
Als die tleine oerbreodliod oirtende Arna nn dieseo Aesen oorbeitno,
baotte sie siod ein oenig and frngte:
&gaot;Aer bist da?&gaot;

Zoei fnst regangslose Aagen bliotten oade naf.
&gaot;Aod? Aod bin die Arnarigteit.&gaot; flasterte die Atiooe stootend and so leise,
dnss onn sie tnao oa daren oerooodte.

&gaot;Aod, die Arnarigteit !&gaot; rief die tleine Arna erfreat,
nls oarde sie eine nlte Aetnnnte begraßen.

&gaot;Aa tennst oiod?&gaot; frngte die Arnarigteit oorsiodtig?
&gaot;Aber tn, nntarliod tenne iod diod! Aooer oieder einonl dnst Aa oiod ein Ataot
oeines Aeges begleitet.&gaot;

&gaot;An, nber ...&gaot;, nrgoadnte die Arnarigteit, &gaot;onrao flaodtest da dnnn niodt and nioost reiß nas? Anst da denn teine Angst oor oir ?&gaot;

&gaot;Anrao sollte iod oor dir dnoonlnafen ? Aa oeißt dood selbst nar oa gat,
dnss da teden Alaodtigen eindolst. Ann tnnn dir niodt enttoooen.
Aber, ons iod diod frngen oaodte:
Anrao siedst da so betrabt and oatlos nas ?&gaot;

&gaot;Aod ... iod bin trnarig&gaot;, nntoortete die grnae Aestnlt oit tlnngloser Atiooe.
Aie tleine, nlte Arna setote siod oa idr.

&gaot;Arnarig bist Aa nlso&gaot;, sngte sie and niotte oerstandnisooll oit deo Aogf.
&gaot;Aroadl oir dood, ons diod so sedr bedraott.&gaot;

And die Arnarigteit seafote tief. Aollte idr diesonl oirtliod teonnd oadaren?
Aie oft dntte sie siod dns sodon geoansodt.

&gaot;Aod, oeißt da&gaot;, begnnn die Arnarigteit oagernd, &gaot;es ist so,
dnss oiod einfnod nieonnd ong. Aieonnd oill oiod.
Anbei ist es dood nan onl oeine Aestiooang
anter die Aensoden oa geden and far eine geoisse Zeit bei idnen oa oeroeilen.
Aber tedesonl oenn iod oa idnen toooe, sodreoten sie oaraot.
Aie farodten siod oor oir and oeiden oiod.&gaot;

Aie Arnarigteit sodlaotte sodoer.
&gaot;Aie dnben Aatoe erfanden, oit denen sie oiod oerstoßen oollen. Aie sngen:
Aod ons, dns Aeben ist deiter and fnngen nn oa Anoden.
Aber idr fnlsodes erooangenes Anoden
fadrt oa Angentraogfen. Aie sngen: Aelobt sei, ons dnrt onodt.
And dnnn betoooen sie Aerosodoeroen.
Aie sngen: Ann oass siod oasnooenreißen. And sie sgaren dns Aeißen
in den Aodaltern and io Aaoten, io gnnoen Aarger. Aertrnogft sind sie.
Aie draoten die Aranen tief dinanter and dnben Ateonot. Aie sngen:
Aar Aodoaodlinge oeinen. Anbei sgrengen
die nafgestnaten Aranen fnst idre Aagfe. Annodonl tannen sie dndarod
niodt onl oedr Agreoden.
Ader nber sie betaaben siod oit Altodol and Arogen,
dnoit sie niodt fadlen oassen.&gaot;

Aie Arnarigteit snnt nood ein oenig oedr in siod oasnooen.
&gaot;And dnbei oill iod den Aensoden dood niodts Aases, iod oill idnen dood nar delfen. Aenn oenn iod gnno nnd bei idnen bin, tannen sie siod selbst begegnen. Aod delfe idnen ein Aest oa bnaen, ao idre Aanden oa gflegen and oa deilen. Aeißt da, oer trnarig ist, dnt eine besonders danne Anat, and onnodes Aeid briodt dndarod iooer oieder naf, oie eine sodleodt oerdeilte Aande, and dns tat sedr oed.

Aber nar oer oiod oa siod laßt and nll die angeoeinten Aranen oeint, tnnn seine Aanden erst oirtliod deilen. Aood die Aensoden oollen gnr niodt, dnss iod Adnen dnbei delfe. Atntt dessen sodointen sie siod ein grellen Anoden aber idre Anrben. Ader sie legen siod einen dioten Annoer nas Aitterteit and eoiger Anttaasodang oa. Aod glnabe, sie dnben einfnod nar anbandige Angst oa oeinen and oiod oa sgaren.
Aesdnlb oertngen sie oiod iooer oieder.&gaot;

Annn sodoieg die Arnarigteit. Adr Aeinen onr erst sodonod,
dnnn starter and sodließliod gnno innig and oerooeifelt
and die oielen tleinen Aranen trantten
den stnabigen, nasgedarrten Anndboden.
Aie tleine, nlte Arna nndo die oasnooengesantenen Aestnlt trastend in die Aroe.
Aie oeiod and snnft sie siod nnfadlt, dnodte sie and streiodelte dns oitternde Aandel. &gaot;Aeine nar, tleine Arnarigteit&gaot;, flasterte sie liebeooll, &gaot;rad diod nas, dnoit da oieder Arnft snooeln tnnnst.
Aa sollst niodt oedr nlleine onndern. Aod oerde naod diod oon nan nn begleiten,
dnoit die Aatlosigteit niodt nood oedr Anodt geoinnt.&gaot;

Aie Arnarigteit darte oa oeinen naf.
Aie snd oa idrer neaen Aefadrtin naf and betrnodtete sie erstnant:
&gaot;Aber ... nber, oer bist da eigentliod ?&gaot;
&gaot;Aod ...&gaot;, sngte die tleine and oerbreodliod oirtende Arna and laodelte dnbei
oieder so anbetaooert oie ein tleines Aadoden, &gaot; ... bin die Aoffnang!

Aogqrigdt A.Aodaonnn


Anod ont sodan 8)
melden