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Neuer Prozess (Trigger)

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11.01.2018 11:51
von:
Leothenara
Status: offline  

https://www.ndr.de/nachri [...] 310.html

Das milde Urteil ist unfassbar. Zum Glück wird der Fall neu aufgerollt.

11.01.2018 12:00
von:
LeapOfFaith
Status: offline  

Ich war auch sehr erleichtert, als ich davon gelesen habe.

Der jungen Frau wünsche ich viel Kraft und gute Unterstützung.

11.01.2018 12:05
von:
DonnaFortunat..
Status: offline  

Da hat die Staatsanwaltschaft entweder schlampig gearbeitet oder die Jugendlichen hatten gute Anwälte.
Ganz besonders fatal finde ich das Signal, das dadurch in die Öffentlichkeit transportiert wird, nämlich das es sich nicht lohnt Anzeige zu erstatten.

Ein Skandal ist das Urteil allemal.


11.01.2018 14:42
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Ich habe keine Ahnung, wie hoch das Strafmaß für Jugendliche sein kann, aber wenn ich das hier lese (Auszug aus obigem Artikel), laeuft es mir sehr kalt den Ruecken runter

"Auftritt der Täter sorgte für Entsetzen
Doch nicht nur der Fall hatte für Entsetzen gesorgt. Auch der Auftritt der Täter in ihrem ersten Prozess. Sie waren wie Sieger in den Gerichtssaal eingezogen und hatten sich von ihren Angehörigen feiern lassen. Umso irritierender dann das Urteil: Nur der 21-jährige Täter musste ins Gefängnis, die drei Jugendlichen kamen mit Bewährungsstrafen davon."

11.01.2018 15:28
von:
dort2017
Status: offline  



Ich sehe den Richter der dieses Urteil gefällt hat als genauso einen Verbrecher wie die Schuldigen, weil er so ein lasches Urteil gefällt hat.
Ich frage mich wie solche Leute Verteidiger finden können !!!

11.01.2018 16:04
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 11.01.2018 um 14:42:

Ich habe keine Ahnung, wie hoch das Strafmaß für Jugendliche sein kann, aber wenn ich das hier lese (Auszug aus obigem Artikel), laeuft es mir sehr kalt den Ruecken runter

"Auftritt der Täter sorgte für Entsetzen
Doch nicht nur der Fall hatte für Entsetzen gesorgt. Auch der Auftritt der Täter in ihrem ersten Prozess. Sie waren wie Sieger in den Gerichtssaal eingezogen und hatten sich von ihren Angehörigen feiern lassen. Umso irritierender dann das Urteil: Nur der 21-jährige Täter musste ins Gefängnis, die drei Jugendlichen kamen mit Bewährungsstrafen davon."


Ja, das hat mich auch entsetzt!!!
Was für eine Botschaft für das Mädchen, was für eine Herabsetzung. Die ganze Angehörigenblase sollte für den Auftritt gleich mitbestraft werden.
Unsäglich!!!

12.01.2018 16:55
von:
ErikaS1
Status: be back  

Zitatdort2017 schrieb am 11.01.2018 um 15:28:

Ich sehe den Richter der dieses Urteil gefällt hat als genauso einen Verbrecher wie die Schuldigen, weil er so ein lasches Urteil gefällt hat.
Ich frage mich wie solche Leute Verteidiger finden können !!!

Gefühlt, moralisch gesehen kann ich folgen.
Aber es gilt das jeder unabhängig von der Person ein Recht auf Rechtsbeistand hat.

Leider gibt es weder im Jugend noch im Erwachsen Strafrecht ein reeles Lebenslang für Vergewaltiger.
Noch fataler ist das der Opferschutz/hilfe mehr als dürftig ist...

Ich wünsche mir dass das Gericht den unsägliche Auftritt"würdigt"
vor allem wünsche ich mit das das Opfer respektvoll behandelt wird und ihm die notwendige Hilfe zuteil wird.

editiert am 12.01.2018 18:34 Beitrag melden Zitatantwort
12.01.2018 17:40
von:
SaskiaJill
Status: offline  

Besonders das Jugendstrafrecht gehört verschärft. Auch mit 14 ist man in der Lage zu erkennen, dass Vergewaltigung und Körperverletzung schwere Straftaten sind. Unsere Gesetzte unterstellen, mit 14 bis 18 wäre man noch ein unschuldiges Kind, das die Schwere der Tat nicht erkennen kann, und fassen deshalb die jugendlichen Täter mit Samdhandschuhen an. Das muss endlich aufhören. Leider ist es bei uns gängige Praxis, bei Heranwachsenden zwischen 18 und 21 generell das Jugendstrafrecht anzuwenden. Auch das muss aufhören. Die Grenze der Strafmündigkeit sollte außerdem von 14 auf 12 gesenkt werden.
Ich glaube, Jugendliche nutzen unsere laschen Gesetze schamlos aus. Wenn man genau weiß, dass sowieso allenfalls eine Bewährungsstrafe herauskommt, wirkt das überhaupt nicht abschreckend.

12.01.2018 17:47
von:
jean_b
Status: mobile  

Warum habe ich da Phantasien wie diese "Jugendlichen mit nem Rohrstock zu "behandeln"?

12.01.2018 18:13
von:
DonnaFortunat..
Status: offline  

Unsere Gesetze sind ausreichend sie müssen nur angewendet werden, und das wurde im letzten Prozess nicht gemacht.
Mich würde die Urteilsbegründung dazu brennend interessieren gibts da Informationen dazu?


12.01.2018 18:35
von:
Quilma
Status: offline  

Ich verstehe das verbale drauf rum gehaue auf die jugendlichen Täter nicht. Das tatsächliche Problem wird doch grade bei diesem Fall so deutlich. Was passiert denn bitte mit einem unter 18 Jährigen in deutschen Gefängnissen? Vorzeigetherapie? Hilfe bei der Eingliederung in ein "gesundes" Umfeld? So einiges, aber das mit Sicherheit nicht oder nur in seltenen Fällen.
Und Kinder, die Fehler machen, sind m.E. selbstverständlich zu schützen, egal wie sehr der Fehler einen zur Weißglut bringt. Kinder sollten m.M.n. nicht noch mehr die Probleme von Gesellschaft aufgedrückt bekommen.

Das Problem ist, dass die Täter sowie ihr Umfeld/Publikum, das offensichtlich als Komplex psychisch krank ist, nicht "betreut" wird.
Seelisch auszubaden hat dieses Verbrechen allein das Opfer und ggf. dessen Umfeld.
Und auf diese Art wird m.E. absolut nichts innerhalb von Gesellschaft gelöst, sondern lediglich eine Option für das Opfer geschaffen, aus diesen Dingen bei ausreichend innerer Stärke wieder auszubrechen.

Wenn es um Bestrafung anstatt soziale psychische "Heilung" geht, hätte ich dem "Publikum" eine ordentliche Geldstrafe aufgebrummt.

Was mich ansonstenaufregt ist, dass der Sprecher im Video davon berichtet, dass das Mädchen "leicht bekleidet" um den Gefrierpunkt im Hof liegen gelassen wurde. Als ob die Bekleidung des Mädchens in diesem Fall irgendeine Rolle spielen könnte und ihr ein dicker Schneeanzug in diesem Fall irgendwie weitergeholfen hätte. Einfach nur ein überflüssiger und lächerlicher Detailkommentar.



12.01.2018 22:52
von:
Minerva_
Status: offline  

Du meinst, das beschriebene Verhalten der Täter und ihrer Mischpoke sind Ausdruck einer psychischen Erkrankung?

12.01.2018 23:24
von:
Quilma
Status: offline  

Ich bin keine Psychologin, doch für mich ist so ein Verhalten "sich gegenseitig darin zu pushen, anderen Leid anzutun und sich dafür öffentlich zu feiern" Kompensation von psychischen Mängeln innerhalb der Mischpoke. Betrachte ich diese Mischpoke als eine Art komplexe einzelne Persönlichkeit, wäre diese psychisch nicht gesund, aus meiner Sicht.

Ich könnte auch schreiben: "Das sind alles widerliche A****löcher."
Damit würde ich aber wieder nur meine eigene Wut darüber kompensieren und nicht das (für mich) ersichtlich gesellschaftliche Problem ansprechen, was es m.E. gilt zu enttabuisieren.

12.01.2018 23:29
von:
Minerva_
Status: offline  

Wäre dann im Grunde jedes asoziale Verhalten Ausdruck einer psychischen Erkrankung?

12.01.2018 23:46
von:
Quilma
Status: offline  

@Minerva_
So einfach ist es leider einerseits und andererseits gott sei dank wohl nicht. Warum einerseits leider..., weil ich darüber meine eigene Wut, etc. theoretisierend kompensieren könnte Was mindestens ebenso asozial wäre...

Nein, ich denke nicht, dass jedes asoziale Verhalten eine psychische Erkrankung ist. Das diese Pauschalisierung nicht aufgeht und mitunter verheerende Folgen hat, zeigen viele Beispiele in der Geschichte.

Zumal in diesem hier im Thread angeführten Fall auch die Gesetzdurchführenden als asozial bezeichnet werden könnten. Wer also müsste dann als erstes in "die Anstalt"?

Ich weiß ja auch nicht, wie damit umgehen. Ich weiß nur, dass es so, wie es läuft, nicht wirklich funktioniert, da die Justiz nicht ausreichend ausgebildet ist, zumindest wird das von Leuten behauptet, die Ahnung haben (hab den Namen der Frau grade nicht auf dem Schirm, die ich meine).

13.01.2018 00:19
von:
Quilma
Status: offline  

ZitatMinerva_ schrieb am 12.01.2018 um 23:29:

Wäre dann im Grunde jedes asoziale Verhalten Ausdruck einer psychischen Erkrankung?


Ist deiner Meinung nach asoziales Verhalten und Verhalten inklusive psychischer Mängel synonym anwendbar?

13.01.2018 10:38
von:
amiga60
Status: offline  

ZitatQuilma schrieb am 13.01.2018 um 00:19:

ZitatMinerva_ schrieb am 12.01.2018 um 23:29:

Wäre dann im Grunde jedes asoziale Verhalten Ausdruck einer psychischen Erkrankung?


Ist deiner Meinung nach asoziales Verhalten und Verhalten inklusive psychischer Mängel synonym anwendbar?


ihr benutzt hier zwei Begriffe, die beide als Herrschaftsinstrumente eingesetzt werden, der eine - "asozial" - schon dazu diente, unzählige Menschen zu verfolgen und ermorden. Vielleicht ist es beruhigend, an dieser erhabenen Position, andere Menschen mit diesen Begriffen belegen zu können, zu partizipieren. Ich kann das nachfühlen, wenn ich will. Aber ich denke nicht, dass das weiter hilft, ganz im Gegenteil.
Was es braucht ist die Benennung und Stärkung des Rechts der Frauen auf Selbstbestimmung, freie Entscheidung über all ihre Belange, körperliche und seelische Unversehrtheit. Das laut zu sagen, immer wieder, ist m.E. viel viel stärker als an Machtstrukturen partizipieren zu wollen, die schon unermessliches Leid, übrigens überwiegend von Frauen, hervorgerufen hat.

13.01.2018 11:09
von:
Quilma
Status: offline  

Zitatamiga60 schrieb am 13.01.2018 um 10:38:

ZitatQuilma schrieb am 13.01.2018 um 00:19:

ZitatMinerva_ schrieb am 12.01.2018 um 23:29:

Wäre dann im Grunde jedes asoziale Verhalten Ausdruck einer psychischen Erkrankung?


Ist deiner Meinung nach asoziales Verhalten und Verhalten inklusive psychischer Mängel synonym anwendbar?


ihr benutzt hier zwei Begriffe, die beide als Herrschaftsinstrumente eingesetzt {...}


Bei dem Begriff "asozial" sehe ich das auch, habe oben ja auch drauf verwiesen, doch wo siehst du in "psychischer Mangel" Herrschaftsinstrument, bzw. könntest du das für mich verdeutlichen, bitte?

edit- Rechtschreibung


editiert am 13.01.2018 11:10 Beitrag melden Zitatantwort
14.01.2018 22:28
von:
amiga60
Status: offline  

ZitatQuilma schrieb am 13.01.2018 um 11:09:

Zitatamiga60 schrieb am 13.01.2018 um 10:38:

ZitatQuilma schrieb am 13.01.2018 um 00:19:

(quote max. 3 Ebenen)Minerva_ schrieb am 12.01.2018 um 23:29:

Wäre dann im Grunde jedes asoziale Verhalten Ausdruck einer psychischen Erkrankung?(/quote max. 3 Ebenen)

Ist deiner Meinung nach asoziales Verhalten und Verhalten inklusive psychischer Mängel synonym anwendbar?


ihr benutzt hier zwei Begriffe, die beide als Herrschaftsinstrumente eingesetzt {...}


Bei dem Begriff "asozial" sehe ich das auch, habe oben ja auch drauf verwiesen, doch wo siehst du in "psychischer Mangel" Herrschaftsinstrument, bzw. könntest du das für mich verdeutlichen, bitte?

edit- Rechtschreibung


erstmal ein Buchtipp:

Charlotte Jurk,
Der niedergeschlagene Mensch.
Depression - Geschichte und gesellschaftliche Bedeutung einer Diagnose

fand ich sehr interessant, ist aber schon ne Weile her

Ich versuch mal meine Gedanken zu deiner Frage zusammenzufassen:
Psychiatrische Diagnosen sind Herrschaftsinstrumente,
- weil sie die gesellschaftlichen Bedingungen dethematisieren und die Ursachen des (vermeintlichen) Leidens in das Individuum verlagern, schlimmstenfalls biochemisch oder sogar genetisch begründen wollen.
- weil / wenn sie gegen den Willen der Diagnostizierten gestellt werden.
- weil sie in hierarchischen Beziehungen und Institutionen gestellt werden und schlimmstenfalls auf ihrer Grundlage Menschen die Selbstbestimmung entzogen wird
- weil / wenn sie Grundlage für Medikation sind, über deren Folgen sich die Betroffenen oft nicht im Klaren sind.
Nicht umsonst legen viele Menschen vorsorglich in Patientenverfügungen fest, dass sie nicht psychiatrisch diagnostiziert werden dürfen.
Es gibt Menschen, für die eine psychiatrische Diagnose eine Erleichterung darstellt. Das ist dann auch gut so.
Das ändert aus meiner Sicht aber nichts an der grundsätzlichen gesellschaftlichen Funktion von psychiatrischen Diagnosen, eben gerade die gesellschafltichen Ursachen sogenannter "psychischer Erkrankungen" aus dem Blickfeld zu rücken.



editiert am 14.01.2018 22:35 Beitrag melden Zitatantwort
15.01.2018 00:33
von:
Quilma
Status: offline  

@amiga

Vielen Dank für die Verdeutlichung. Sie erinnert mich auch direkt an E. Goffman "totale Institution" aus dem Buch "Asyle...". Dein Buchtipp kommt mal auf meine Liste, da es für mich in diese Richtung geht, mit einem weiterführenden/neuen Blick auf Gesellschaft und die, wie du es anführst Verlagerung von Ursachen. Das finde ich sehr spannend und stimme deiner Argumentation voll zu, wodurch ich auch sehen kann, warum Zuschreibung von Begriffen wie "psychischer Mangel" Herrschaftsinstrument sein kann.

Daher kann ich auch deinen vorherigen Beitrag nun besser nachvollziehen:

ZitatVielleicht ist es beruhigend, an dieser erhabenen Position, andere Menschen mit diesen Begriffen belegen zu können, zu partizipieren.

Ja, es beruhigt mich tatsächlich. Und das ist wohl nicht die tollste Option und gibt mir sehr zu denken.

ZitatAber ich denke nicht, dass das weiter hilft, ganz im Gegenteil.
Was es braucht ist die Benennung und Stärkung des Rechts der Frauen auf Selbstbestimmung, freie Entscheidung über all ihre Belange, körperliche und seelische Unversehrtheit. Das laut zu sagen, immer wieder, ist m.E. viel viel stärker als an Machtstrukturen partizipieren zu wollen, die schon unermessliches Leid, übrigens überwiegend von Frauen, hervorgerufen hat.

Dem stimme ich zu. Nur...was ist, bis es soweit ist, mit dem Leid in der Zeit zu tun? Weiter "Schwanz ab" oder "A***löcher" schreien und die Wut anderer schüren? Das ist für mich auch keine Lösung. Vllt. habe ich hier einen eingeengten Horizont, doch ich sehe nicht wirklich, wo und wie das Leid von Gesellschaft mitgetragen und in Benennung und Stärkung des Rechts für Selbstbestimmung kanalysiert wird. Zumindest sehe ich dies nicht im Alltag. Ich sehe es eher in institutionalisierten Zusammenschlüssen. Oder medialen Aufrufen, etc.
Wie kann man diese Lücke füllen oder ist hier gar keine Lücke, weil ich eben nicht richtig gucke?


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