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"Hartz IV...

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13.03.2018 19:50
von:
LionessKitten..
Status: offline  

...bedeutet keine Armut."

So Jens Spahn.

Wie ist eure Meinung dazu!?

13.03.2018 19:52
von:
salatdressing..
Status: offline  

Ich meine er muss es wissen.

13.03.2018 19:55
von:
LionessKitten..
Status: offline  

Zitatsalatdressing schrieb am 13.03.2018 um 19:52:

Ich meine er muss es wissen.


Warum? ...weil er keine alleinerziehende Mutter ist, die Sozialhilfe bezieht?!

editiert am 13.03.2018 19:58 Beitrag melden Zitatantwort
13.03.2018 19:59
von:
Nemesis12
Status: offline  

Mh, bei solchen Aussagen wünsche ich mir immer, dass diese Menschen gezwungen werden müssten, eine längere Zeit von diesem Geld zu leben, ohne Zugriff auf das eigene Vermögen und ohne soziales Umfeld, das in der Zeit in irgend einer Form finanziell aushelfen könnte. Dafür aber dann die bittere Realität, eine Familie mit dem Geld durchbringen zu müssen und all die unvorhergesehenen Ausgaben, die einem dann vor Augen führen, dass das Geld tatsächlich für ein menschenwürdiges Leben nicht reicht. Egal was andere Behörden, Einrichtungen oder Institute einreden wollen...

13.03.2018 20:08
von:
LeapOfFaith
Status: offline  

Doch, ich denke schon, dass Hartz IV hierzulande Armut bedeutet - es bedeutet nur nicht Hungertod o.ä. Trotzdem ist vieles an gesellschaftlicher Teilhabe mit Hartz IV nicht möglich, und auch bei den grundlegenden Sachen wie Ernährung usw. müssen ordentliche Abstriche gemacht werden.

Es gab neulich eine Artikel darüber, dass die Sätze zu gering berechnet sind und warum sie nicht geändert werden: http://www.spiegel.de/wir [...] 012.html

13.03.2018 20:09
von:
Agate76
Status: offline  

Zitatsalatdressing schrieb am 13.03.2018 um 19:52:

Ich meine er muss es wissen.


In der Tat. Ausgerechnet er.

13.03.2018 20:15
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatNemesis12 schrieb am 13.03.2018 um 19:59:

Mh, bei solchen Aussagen wünsche ich mir immer, dass diese Menschen gezwungen werden müssten, eine längere Zeit von diesem Geld zu leben, ohne Zugriff auf das eigene Vermögen und ohne soziales Umfeld, das in der Zeit in irgend einer Form finanziell aushelfen könnte. Dafür aber dann die bittere Realität, eine Familie mit dem Geld durchbringen zu müssen und all die unvorhergesehenen Ausgaben, die einem dann vor Augen führen, dass das Geld tatsächlich für ein menschenwürdiges Leben nicht reicht. Egal was andere Behörden, Einrichtungen oder Institute einreden wollen...


Ja, dabei noch gerne eine chronische Erkrankung für deren Medikamente undoder Pflegemittel die Krankenkassen nicht bezahlen. Und schwupps sieht die Sache schon mal anders aus.
So eine Aussage kann nur von jemandem kommen, der in seinem Leben noch nicht wirklich viel erfahren hat oder der aus Karrieregründen nicht über den Tellerrand schauen kann/möchte. Oder eben merkbefreit ist.

Mich macht diese Äußerung nur wütend.

13.03.2018 20:26
von:
LeapOfFaith
Status: offline  

ZitatMinerva_ schrieb am 13.03.2018 um 20:15:

ZitatNemesis12 schrieb am 13.03.2018 um 19:59:

Mh, bei solchen Aussagen wünsche ich mir immer, dass diese Menschen gezwungen werden müssten, eine längere Zeit von diesem Geld zu leben, ohne Zugriff auf das eigene Vermögen und ohne soziales Umfeld, das in der Zeit in irgend einer Form finanziell aushelfen könnte. Dafür aber dann die bittere Realität, eine Familie mit dem Geld durchbringen zu müssen und all die unvorhergesehenen Ausgaben, die einem dann vor Augen führen, dass das Geld tatsächlich für ein menschenwürdiges Leben nicht reicht. Egal was andere Behörden, Einrichtungen oder Institute einreden wollen...


Ja, dabei noch gerne eine chronische Erkrankung für deren Medikamente undoder Pflegemittel die Krankenkassen nicht bezahlen. Und schwupps sieht die Sache schon mal anders aus.
So eine Aussage kann nur von jemandem kommen, der in seinem Leben noch nicht wirklich viel erfahren hat oder der aus Karrieregründen nicht über den Tellerrand schauen kann/möchte. Oder eben merkbefreit ist.

Mich macht diese Äußerung nur wütend.


Ja, mich auch.

Anscheinend erhält Jens Spahn seit seinem 22. Lebensjahr ein Bundestagsabgeordnetengehalt (Quelle: http://www.spiegel.de/kul [...] 827.html)

Mir graut vor der Zeit mit dem.

13.03.2018 20:27
von:
Diedo
Status: offline  

Es kommt darauf an,

-wie man Armut definiert,
(je sog.) milde Armut, strenge Armut, relative Armut, Einkommensarmut, absolute Armut etc. pp.

-welche Ressourcen man hat

- ob man temporär oder dauerhaft von ALG II lebt

usw., usf.

Spahns Aussage wird der Komplexität des Themas nicht gerecht. Und das war wohl auch nicht gewollt.


editiert am 13.03.2018 20:31 Beitrag melden Zitatantwort
13.03.2018 20:42
von:
anamaria
Status: offline  

ZitatDiedo schrieb am 13.03.2018 um 20:27:

Es kommt darauf an,

-wie man Armut definiert,
milde Armut, strenge Armut, relative Armut, Einkommensarmut, absolute Armut etc. pp.

-welche Ressourcen man hat

- ob man temporär oder dauerhaft von ALG II lebt

usw., usf.

Spahns Aussage wird der Komplexität des Themas nicht gerecht. Und das war wohl auch nicht gewollt.


das (fett) sehe ich auch so.

allerdings glaube ich, dass die regelungen rund um das ALG II von beginn an -. und heute erst recht - der komplexität der herrschenden vermögens- und einkommensunterschiede nicht gerrcht werden und diese - schlimmer noch - vertiefen.

und deshalb ist die aussage herrn spahns für mich vor allem problematisch, weil sie armut (nach welcher definition auch immer) gar nicht leugnet, sondern die leistungen nach ALG II als die "antwort" darauf bezeichnet.

damit wird nach meinem verständnis "armut" zum schicksal erklärt und der streit darüber auf die ebene über den umfang der hilfe verlagert.

damit gerät aus dem blick, dass armut zwar unmittelbar vor allemn das fehlen von wirtschaftlichen ressourcen bedeutet, aber mittelbar die teilhabe und teilnahme an der gesellschaft ausschließt.

und das bedroht mittel- bis langfristig nicht nur die armen selbst, sondern die gesellschaft als ganzes.



13.03.2018 20:46
von:
CakesFabrik
Status: offline  

Zitatanamaria schrieb am 13.03.2018 um 20:42:

ZitatDiedo schrieb am 13.03.2018 um 20:27:

Es kommt darauf an,

-wie man Armut definiert,
milde Armut, strenge Armut, relative Armut, Einkommensarmut, absolute Armut etc. pp.

-welche Ressourcen man hat

- ob man temporär oder dauerhaft von ALG II lebt

usw., usf.

Spahns Aussage wird der Komplexität des Themas nicht gerecht. Und das war wohl auch nicht gewollt.


das (fett) sehe ich auch so.

allerdings glaube ich, dass die regelungen rund um das ALG II von beginn an -. und heute erst recht - der komplexität der herrschenden vermögens- und einkommensunterschiede nicht gerrcht werden und diese - schlimmer noch - vertiefen.

und deshalb ist die aussage herrn spahns für mich vor allem problematisch, weil sie armut (nach welcher definition auch immer) gar nicht leugnet, sondern die leistungen nach ALG II als die "antwort" darauf bezeichnet.

damit wird nach meinem verständnis "armut" zum schicksal erklärt und der streit darüber auf die ebene über den umfang der hilfe verlagert.

damit gerät aus dem blick, dass armut zwar unmittelbar vor allemn das fehlen von wirtschaftlichen ressourcen bedeutet, aber mittelbar die teilhabe und teilnahme an der gesellschaft ausschließt.

und das bedroht mittel- bis langfristig nicht nur die armen selbst, sondern die gesellschaft als ganzes.





13.03.2018 20:47
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatLeapOfFaith schrieb am 13.03.2018 um 20:26:

ZitatMinerva_ schrieb am 13.03.2018 um 20:15:

ZitatNemesis12 schrieb am 13.03.2018 um 19:59:

Mh, bei solchen Aussagen wünsche ich mir immer, dass diese Menschen gezwungen werden müssten, eine längere Zeit von diesem Geld zu leben, ohne Zugriff auf das eigene Vermögen und ohne soziales Umfeld, das in der Zeit in irgend einer Form finanziell aushelfen könnte. Dafür aber dann die bittere Realität, eine Familie mit dem Geld durchbringen zu müssen und all die unvorhergesehenen Ausgaben, die einem dann vor Augen führen, dass das Geld tatsächlich für ein menschenwürdiges Leben nicht reicht. Egal was andere Behörden, Einrichtungen oder Institute einreden wollen...


Ja, dabei noch gerne eine chronische Erkrankung für deren Medikamente undoder Pflegemittel die Krankenkassen nicht bezahlen. Und schwupps sieht die Sache schon mal anders aus.
So eine Aussage kann nur von jemandem kommen, der in seinem Leben noch nicht wirklich viel erfahren hat oder der aus Karrieregründen nicht über den Tellerrand schauen kann/möchte. Oder eben merkbefreit ist.

Mich macht diese Äußerung nur wütend.


Ja, mich auch.

Anscheinend erhält Jens Spahn seit seinem 22. Lebensjahr ein Bundestagsabgeordnetengehalt (Quelle: http://www.spiegel.de/kul [...] haft/soz iale-gerechtigkeit-runter-kommt-man-immer-kol umne-a-1197827.html)

Mir graut vor der Zeit mit dem.


Mir auch.

13.03.2018 20:49
von:
Diedo
Status: offline  

@annamaria
Ja, langfristig von Hartz IV zu leben bedeutet, wenn nicht auf massive Unterstützung jenseits finanzieller Zuwendungen aus dem sozialen/familiären Umfeld zurückgegriffen werden kann, sehr eingeschränkte (nicht, da widerspreche ich: ausgeschossene)Teilhabe- und Teilnahmemöglichkeiten an der Gesellschaft.

Aber wer derer, die sich über Spahns Aussage echauffieren und die Macht haben/hatten, ziehen/zogen aus diesem Schluss denn andere Konsequenzen als Spahn, sofern sie ihn denn zogen und ziehen? (Wieso) treibt sie Spahns Aussage mehr um als die von Dir benannte Realität, die sie mitgestalteten und mitgestalten? In weiten Teilen ist das heuchlerisch.

editiert am 13.03.2018 20:56 Beitrag melden Zitatantwort
13.03.2018 21:28
von:
anamaria
Status: offline  

mit "heuchlerisch" bin ich vorsichtig.

es gibt ja (mindestens) zwei mögliche - kritische - schlüsse aus der aussage spahns.

der erste ist der hinlänglich bekannte und mehrheitsfähige, sich über die (monetäre) grenze des existenzminimums in deutschland (auch verfassungsgerichlich) zu streiten.

der ist auch durchaus richtig, weil das kurzfristig dazu führen kann, dass arme menschen unmittelbar höhere sozialleistungen beziehen.

der andere mögliche schluss ist aber deshalb nicht falsch, wenn er fragt, ob das ganze system der lohnersatzleistungen überhaupt noch in eine zeit passt, in der zunehmend weniger die klassischen löhne und (erwerbs-) einkommen für armut oder reichtum in einer gesellschaft ausschlaggebend sind.

ein solcher schluss stellt die verteilungsfrage natürlich wesentlich radikaler, weil er (aus meiner sicht zutreffend) nicht mehr davon ausgeht, dass der weg zur überwindung von armut die erwerbsarbeit ist und damit auch das ganze "fördern-und fordern" prinzip, das diesem teil der hartz - gesetze zugrunde liegt, in frage stellt.

herr spahn ist aber nicht zwecks veränderung dieses standpunktes in sein amt (übrigens ja als gesundheits- und nicht etwa arbeits-.und sozialminister) gekommen. er hat nur den basar um höhere regelsätze sehr frühzeitig eröffnet.

es wäre wünschenswert wenn herr heil, in dessen zuständigkeit diese frage in zukunft fällt, sich zeitnah positioniert. i

ich denke er wird herrn spahn widersprechen - und mehr geld fordern.

würde er ihm damit aber tatsächlich widersprechen?

13.03.2018 21:36
von:
woodhull
Status: offline  

@anamaria

Ich hatte nicht den Eindruck, dass es Herrn Spahn darum ging, die Verteilungsfrage zu stellen, ganz im Gegenteil.
Aber vielleicht habe ich auch deien Ausführungen einfach missverstanden?

13.03.2018 22:01
von:
anamaria
Status: offline  

um die verteilungsfrage geht es m.e. immer .

ich denke nur, dass es einen unterschied macht, ob wir uns über wenige EURO streiten, die ein ALG 2 bezieher mehr erhalten soll, oder über die frage, ob die gedankliche grundlage dieser leistung, die ja nur deshalb derart auf kante genäht wurde und wird, weil bis heute unterstellt wird, es gäbe irgendeinen auskömmlichen arbeitsmarkt für deren bezieher, noch zu halten ist.

und an dieser stelle hat herr spahn eine wichtigen punkt gemacht, weil er als erster die bekannten reflexe ausgelöst hat, die sich in den nächsten monaten wie immer nur der höhe der regelsätze, den zigaretten u. a. zuwenden werden.

und er hat einen diesbezüglich ziemlich wehrlosen gegner. die SPD hat das ja alles erfunden.



14.03.2018 10:17
von:
amiga60
Status: offline  

in dem existierenden System der Sozialleistungen hat nie die Annahme gesteckt, die Bezieherinnen könnten herausgehen, indem sie lohnarbeiten, oder die Zahlungen müssten so niedrig sein, um die Menschen zur Arbeit zu "motivieren".

Das ist nur die rechtfertigende Ideologie, die die Menschen zusätzlich demütigt und ruhig hält. Denn jede weiß, dass es gelogen ist, aber die Menschen müssen, solange dieses Herrschaftssystem existiert, die andauernde öffentliche Propaganda über sich ergehen lassen.

Die Grundsicherung im Alter und auch die die Grundsicherung für Kranke und Behinderte ist genauso niedrig.

Daran wird deutlich, dass es hier einfach nur darum geht, Menschen, die nicht gebraucht werden, die nicht ausbeutbar sind, einerseits am Leben zu halten, um nicht mit international anerkannten Menschenrechten in Konflikt zu geraten bzw sich sogar in aller Welt als Humanist aufspielen zu können, und dies andererseits möglichst billig, also ohne größerere Schmälerung der Profite über die Bühne zu bringen.

14.03.2018 10:36
von:
Binocchio
Status: offline  

Er verwechselt leben mit überleben. Hört sich ähnlich an ist aber nicht dasselbe

14.03.2018 10:39
von:
ZenziZeisig
Status: offline  

wie bereits in diversen anderen threads von mir begründet ausgeführt:

er hat vollkommen recht.

aber natürlich musste er sich dem öffentlichen druck beugen und sich bezüglich seiner aussagen etwas zurücknehmen.

...wer will schon den ersten koalitionskrach, bevor die merkel überhaupt neu vereidigt ist?


14.03.2018 11:58
von:
blackgreen
Status: offline  

Ich finde, dass reicht.
Ich zahle mehr Steuern als ich am ende netto kriege. Und muss mir von Leuten anhören, nö, ich geh doch nicht unter 2.000 arbeiten!

Ich hab in meiner Studienzeit auch nicht mehr zur Verfügung gehabt. Ja, war hart, aber hat mich auch sehr motiviert, schnell fertig zu werden.

Scheint beim HarzIV Satz nicht der Fall zu sein

Alleinerziehende sind aus meiner Meinung ausgeschlossen. Ich bin für mehr Geld für Kids und Jugendliche!


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