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mit Leuten reden: Populismus-Studie

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19.03.2018 13:48
von:
Antikoerperr
Status: offline  

Habe es eben in einem anderen Thread verlinkt, gerade finde ich aber, es könnte auch ein eigenes Thema wert sein.

Ein Forscherteam hat an 5000 Türen geklingelt, dort wo viele AfD wählen und wo wenig Geld ist, und mit den Leuten geredet.

Die Ergebnisse werden in einem Interview zusammengefasst.

http://www.zeit.de/gesell [...] a-studie

editiert am 19.03.2018 15:45 Beitrag melden Zitatantwort
19.03.2018 14:39
von:
amiga60
Status: offline  

dann hat das Forscher_innenteam sich ein sehr untypisches AfD-Klientel ausgesucht. Denn die meisten AfD-Wähler sind gut gebildet, verdienen überdurchschnittlich - und sind männlich. Dafür gibt es inzwischen genügend Untersuchungen. Hier nur zwei Links:
http://www.zeit.de/politi [...] egration
https://www.welt.de/polit [...] ten.html

Aber eben diese besserverdienende, männliche Rechte ist geübt darin sich zu verstecken und als Schuldige die Armen dieser Gesellschaft hinzustellen - die im übrigen nur arm sind, weil sie sie ausbeuten.

Schon allein der Begriff "Populismus" ist eine Erfindung aus dieser Ecke. Suggeriert er doch, das Volk (lat. populus) sei rechtslastig und leicht verführbar und daher an allem Unheil Schuld, das Rechtsentwicklungen in diesem Land je gebracht haben.
Das Gegenteil ist der Fall, wie alle Wahlanalysen (auch aus der Nazizeit) zeigen.

Und die Kritik am sogenannten "Populismus" bringt den Besserverdienenden noch etwas: Sie diskreditiert die Demokratie. Denn einer Bevölkerung, die rechtslastig, dumm und verführbar ist, kann man leicht die Urteilsfähigkeit absprechen. Und so erreichen sie genau das, was sie wollen und machen die, die sie ausbeuten, dafür verantwortlich.

Wer ins AfD-Programm schaut, erkennt auch schnell , dass das Politik für besserverdienende Männer ist: Steuersenkungen, Abschaffung von Sozialleistungen, traditionelle Familienhierarchien, Wohnungsbau Fehlanzeige.

Vergleich der Worte:
Demokratie: demos (griech.) -Volk ; kratie - Herrschaft
Populismus: populus (lat.) - Volk

Also, ich wäre sehr sehr vorsichtig damit, diesen Begriff zu verwenden. Viele Menschen mit Herkunft aus unteren sozialen Schichten empfinden ihn aus beschriebenen Gründen auch als beleidigend / diffamierend - aus meiner Sicht sehr zu recht, mir geht es auch so.



editiert am 19.03.2018 14:45 Beitrag melden Zitatantwort
19.03.2018 15:43
von:
Antikoerperr
Status: offline  

Hast du den Link gelesen? Dass auch viele Reiche AfD wählen, steht doch gar nicht zur Debatte. Es wurde untersucht, inwieweit sich populistische Schlagworte tatsächlich wiederfinden an den den Orten, wo häufig AfD gewählt wird.

Ich habe die Studie verlinkt als es darum ging, dass Online-Kommentare die "Stimmung in unserem Lande" wiedergeben würden. Nun ist es ganz schwierig, diese Stimmung zu erfassen, weil es ganz viele unterschiedliche Stimmen und "Stimmungen" gibt und ich finde den Ansatz, einfach mal an in Ortsteilen mit hohem AfD-Stimmenanteil mit den Leuten zu reden, besser, als sich auf die Kommentarspalten zu stützen.

Zitat
Wir haben sehr viele populistische Narrative überhaupt nicht gehört, wenn wir die Menschen nach ihren Wahrnehmungen gefragt haben. Es gab kaum Angst vor Überfremdung oder vor Islamisierung, fast keine pauschale Kritik an den Medien oder Skepsis gegenüber Europa. Europa wurde oftmals als Teil der Lösung wahrgenommen, nicht als Problem. Wir konnten auch keine Sehnsucht nach einer stärkeren nationalen Identität feststellen. Das heißt für die anderen Parteien, die in letzter Zeit bereits vermeintlich populäre Narrative übernommen haben, dass sie genauer hinschauen sollten, was sie übernehmen. Nicht alles, was in den Medien auf Resonanz stößt, spiegelt die Einstellungen der Menschen wider. Diese sind differenzierter als oftmals wahrgenommen.


editiert am 19.03.2018 22:29 Beitrag melden Zitatantwort
19.03.2018 16:12
von:
Antikoerperr
Status: offline  

Die Ergebnisse sind natürlich auch mit Vorsicht zu behandeln, weil sich nur 10% überhaupt auf die Interviews eingelassen haben.

19.03.2018 21:17
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Zitatamiga60 schrieb am 19.03.2018 um 14:39:

(...)

Schon allein der Begriff "Populismus" ist eine Erfindung aus dieser Ecke. Suggeriert er doch, das Volk (lat. populus) sei rechtslastig (...)


Welche Ecke? Populismus kann jegliche politische Färbung einnehmen - Vom Links- bis zum Rechtsextremismus. Scheinbar einfache Lösungen an die Masse zu verkaufen ist populär...

19.03.2018 21:23
von:
legendary1504..
Status: offline  

Schade, dass es gegen die AGB verstoßen würde zu sagen, was ich über Euch alle denke.

Also, immer schön weiter gegen die AfD schießen im vollen Bewusstsein ein guter intelligenter aufgeklärter Mensch zu sein und das Richtige zu tun. Schönes Leben noch, Ladies.

19.03.2018 21:34
von:
amiga60
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 19.03.2018 um 21:17:

Zitatamiga60 schrieb am 19.03.2018 um 14:39:

(...)

Schon allein der Begriff "Populismus" ist eine Erfindung aus dieser Ecke. Suggeriert er doch, das Volk (lat. populus) sei rechtslastig (...)


Welche Ecke? Populismus kann jegliche politische Färbung einnehmen - Vom Links- bis zum Rechtsextremismus. Scheinbar einfache Lösungen an die Masse zu verkaufen ist populär...


Auch eine Rede vom sog. "Linkspopulismus" delegitimiert die Demokratie, das stimmt.
Was du die "Masse" nennst, das ist hier der Souverän. Zumindest steht das in einem Text namens Grundgesetz. Die Achtung davor geht doch sehr abhanden bei diesen Denkweisen.
Wie gesagt; Es gibt keine "Masse", die rechts wählt. Der durchschnittliche AfD-Wähler ist besserverdienend, überdurchschnittlich gebildet, männlich.

19.03.2018 21:36
von:
sternenreisen..
Status: offline  

Puh, da haben wir ja noch mal Glück gehabt. Sonst könnt ich womöglich gar nicht einschlafen .

Dir auch noch ein schönes Leben, Alice...Äh, legendary...Solltest du dir nicht besser einen deutschen Namen zulegen. Passt irgendwie besser zur AFD.



19.03.2018 21:36
von:
amiga60
Status: offline  

ZitatAntikoerperr schrieb am 19.03.2018 um 16:12:

Die Ergebnisse sind natürlich auch mit Vorsicht zu behandeln, weil sich nur 10% überhaupt auf die Interviews eingelassen haben.

Ich hab auch keinen Hinweis darauf gefunden, welche Partei die 10% gewählt haben. Oder hab ich´s überlesen?

19.03.2018 21:41
von:
sternenreisen..
Status: offline  

Zitatamiga60 schrieb am 19.03.2018 um 21:34:

Wie gesagt; Es gibt keine "Masse", die rechts wählt. Der durchschnittliche AfD-Wähler ist besserverdienend, überdurchschnittlich gebildet, männlich.


Jetzt äußere ich mich doch noch mal. Also, ich habe jetzt gerade keinen Nerv, die o.g. links zu lesen.
Aber hier im Ort ist es so, dass die AFD 15% bekommen hat, aus einem Wahlbezirk. Und in diesem wohnen ganz bestimmt nicht nur männliche, weiße (die schon) Besserverdiener, Und ich wage auch mal zu bezweifeln, dass die Leute dort überdurchschnittlich gebildet sind.

19.03.2018 21:41
von:
anamaria
Status: offline  

Zitatlegendary1504 schrieb am 19.03.2018 um 21:23:

Schade, dass es gegen die AGB verstoßen würde zu sagen, was ich über Euch alle denke.

Also, immer schön weiter gegen die AfD schießen im vollen Bewusstsein ein guter intelligenter aufgeklärter Mensch zu sein und das Richtige zu tun. Schönes Leben noch, Ladies.


ich finde, es ist ein gewisser fortschritt, wenn der AFD nahestehende nutzerinnen nun die AGB beachten wollen.

mal sehen, wie lang diese ehrenwerten vorsätze halten.

editiert am 19.03.2018 22:28 Beitrag melden Zitatantwort
19.03.2018 21:44
von:
amiga60
Status: offline  

Zitatsternenreisende schrieb am 19.03.2018 um 21:41:

Zitatamiga60 schrieb am 19.03.2018 um 21:34:

Wie gesagt; Es gibt keine "Masse", die rechts wählt. Der durchschnittliche AfD-Wähler ist besserverdienend, überdurchschnittlich gebildet, männlich.


Jetzt äußere ich mich doch noch mal. Also, ich habe jetzt gerade keinen Nerv, die o.g. links zu lesen.
Aber hier im Ort ist es so, dass die AFD 15% bekommen hat, aus einem Wahlbezirk. Und in diesem wohnen ganz bestimmt nicht nur männliche, weiße (die schon) Besserverdiener, Und ich wage auch mal zu bezweifeln, dass die Leute dort überdurchschnittlich gebildet sind.


klar, nicht nur, aber eben ungefähr 15%

lies doch mal die links

19.03.2018 22:01
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Zitatamiga60 schrieb am 19.03.2018 um 21:34:
(...)
Auch eine Rede vom sog. "Linkspopulismus" delegitimiert die Demokratie, das stimmt.
Was du die "Masse" nennst, das ist hier der Souverän. Zumindest steht das in einem Text namens Grundgesetz. Die Achtung davor geht doch sehr abhanden bei diesen Denkweisen.
Wie gesagt; Es gibt keine "Masse", die rechts wählt. Der durchschnittliche AfD-Wähler ist besserverdienend, überdurchschnittlich gebildet, männlich.


Uhh..dies hast du missverstanden oder ich habe mich falsch ausgedrückt. - Die populistischen Botschaften sind darauf ausgerichtet , das Gehör, Wohlwollen, die Gunst etc. Vieler (Masse, Volk, etc.) anzusprechen. Dies hat für mich nichts mit der eigentlichen Bedeutung von Volk und Demokratie etc. zu tun. Jede Waschmittelwerbung ist "populistisch" angelegt - Ob sie den Rezipienten erreicht oder sogar überzeugt, steht auf einem ganz anderem Blatt. Der Populismus an sich ist für mich nicht das Problem - Ein undifferenziertes Denken, nicht Hinterfragen - das ist wohl eher die Herausforderung . Egal, welcher polit. Richtung man angehört.


19.03.2018 22:13
von:
sternenreisen..
Status: offline  

Ok, ich hab quergelesen. Und ich habe mir jetzt noch einmal die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 angeschaut. Schlimm genug, dass die blaubraunen Brüder hier 11,48% der Stimmen bekommen haben, bei einer Wahlbeteiligng von 72,49%.

Ein Wahlbezirk sticht dabei besonders heraus. Hier hat die AFD 21,15% bekommen und damit die zweitstärkste Partei. Und in diesem Wahlbezirk wohnen keine weißen, überdurchschnittlich gebildeten Besserverdiener. Deshalb gilt diese These nicht für meinen Ort hier.

19.03.2018 22:20
von:
Antikoerperr
Status: offline  

@ amiga60: Populismus ist ein Begriff, der bestimmte Phänomene beschreibt, er ist nicht auf eine politische Richtung festgelegt. Du kannst das jetzt von der sprachlichen Herleitung her problematisieren, aber letztlich geht es doch darum, einen Begriff für das Beschriebene zu haben.

Das habe ich auf die Schnelle gefunden

https://www.bpb.de/politi [...] pulismus

editiert am 19.03.2018 22:38 Beitrag melden Zitatantwort
19.03.2018 22:24
von:
anamaria
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 19.03.2018 um 22:01:

(...)

Ein undifferenziertes Denken, nicht Hinterfragen - das ist wohl eher die Herausforderung . Egal, welcher polit. Richtung man angehört.


ist das (fett) wirklich so?

ich halte einen "populismus", der unbezahlbare leistungen verspricht und unrealistische umverteilungsvorschläge macht für ungefährlich. im gegenteil: er hält eine zukunftsdebatte am leben.

gefährlich ist ein "populismus" der fordert, sich sein/ihr "land zurückzuholen" und ständig überfremdungsängste bedient.

es wäre zeit, die ängstliche äquidistanz "der mitte" endlich abzulegen.

die einzigen feinde einer freiheitlichen und modernen gesellschaft sind nicht die, die sie - mit welchen ideen auch immer - weiterentwickeln wollen, sondern die, die nach gestern zurück wollen.



editiert am 19.03.2018 22:26 Beitrag melden Zitatantwort
19.03.2018 22:26
von:
Antikoerperr
Status: offline  

Zitatamiga60 schrieb am 19.03.2018 um 21:36:

ZitatAntikoerperr schrieb am 19.03.2018 um 16:12:

Die Ergebnisse sind natürlich auch mit Vorsicht zu behandeln, weil sich nur 10% überhaupt auf die Interviews eingelassen haben.

Ich hab auch keinen Hinweis darauf gefunden, welche Partei die 10% gewählt haben. Oder hab ich´s überlesen?


Nee, sie haben einfach Wahlkreise ausgewählt, in denen die AfD besonders gut abgeschnitten hat und haben versucht, dort mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

editiert am 19.03.2018 22:26 Beitrag melden Zitatantwort
19.03.2018 22:41
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Zitatanamaria schrieb am 19.03.2018 um 22:24:

ZitatWeirdo2013 schrieb am 19.03.2018 um 22:01:

(...)

Ein undifferenziertes Denken, nicht Hinterfragen - das ist wohl eher die Herausforderung . Egal, welcher polit. Richtung man angehört.


ist das (fett) wirklich so?

ich halte einen "populismus", der unbezahlbare leistungen verspricht und unrealistische umverteilungsvorschläge macht für ungefährlich. im gegenteil: er hält eine zukunftsdebatte am leben.

gefährlich ist ein "populismus" der fordert, sich sein/ihr "land zurückzuholen" und ständig überfremdungsängste bedient.

es wäre zeit, die ängstliche äquidistanz "der mitte" endlich abzulegen.

die einzigen feinde einer freiheitlichen und modernen gesellschaft sind nicht die, die sie - mit welchen ideen auch immer - weiterentwickeln wollen, sondern die, die nach gestern zurück wollen.



Populismus begegnet uns doch an so vielen Ecken? Es versprachen und versprechen so viele einfache Lösungen. Ich finde es wichtig Menschen dazu zu befähigen, sich ein eigenes Urteil, eine eigene Meinung bilden zu können - Stichwort Bildung und Medienkompetenz. Langsam steigen You Tuber auch zu "Populisten" auf - und das Schlimme ist, dass viele Jugendliche alles undifferenziert glauben.

19.03.2018 22:42
von:
CakesFabrik
Status: offline  

Zitatanamaria schrieb am 19.03.2018 um 22:24:

ZitatWeirdo2013 schrieb am 19.03.2018 um 22:01:

(...)

Ein undifferenziertes Denken, nicht Hinterfragen - das ist wohl eher die Herausforderung . Egal, welcher polit. Richtung man angehört.


ist das (fett) wirklich so?

ich halte einen "populismus", der unbezahlbare leistungen verspricht und unrealistische umverteilungsvorschläge macht für ungefährlich. im gegenteil: er hält eine zukunftsdebatte am leben.

gefährlich ist ein "populismus" der fordert, sich sein/ihr "land zurückzuholen" und ständig überfremdungsängste bedient.

es wäre zeit, die ängstliche äquidistanz "der mitte" endlich abzulegen.

die einzigen feinde einer freiheitlichen und modernen gesellschaft sind nicht die, die sie - mit welchen ideen auch immer - weiterentwickeln wollen, sondern die, die nach gestern zurück wollen.



jep

19.03.2018 22:48
von:
Antikoerperr
Status: offline  

Populismus ist doch erstmal einfach ein Begriff, den man vielleicht tatsächlich am besten mit "einfache Lösungen für komplexe Probleme" umschreiben kann. (Natürlich müssen noch ein paar Merkmale erfüllt sein.) Ob das nun für wen auch immer gefährlich ist oder nicht, ist doch erstmal gar nicht die Frage.


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