warten oder nicht?
Das ist eine Frage, die ich mir in der letzten Zeit härufiger stelle, nur theoretisch, damit man den Thread nicht falsch versteht.
Genauer gesagt geht es um den ewigen Traum von der großen Liebe oder den großen Lieben, da ich damit nun nicht den zeitlichen Aspekt meine. Es ist ja so, dass der Mensch bestimmte Vorstellungen mitbringt, Wunschvorstellungen, wie eine harmonische Beziehung zu sein hat, Wunschvorstellungen, die die Traumfrau zu sein hat. Mancher hat mehr Ansprüche, mancher weniger.
Den Wunschvorstellungen gegenüber steht die Realität mit manchmal mehr schlechten als rechten Beziehungen, die nicht annähernd das Traumbild erreichen, mit Menschen, die mehr oder weniger, meist mehr letzteres den eigenen Vorstellungen entsprechen.
Grade als Frau, die Frauen liebt, ist die "Auswahl" (wie ich dieses Wort liebe...) an Menschen, die ähnlich empfinden, recht gering. Geringer ist somit auch die Wahrscheinlichkeit, den Menschen zu finden, der den eigenen Ansprüchen sehr nahe kommt, mit dem man das leben kann, was man sich wünscht. Und doch sehnt man sich nach diesem Menschen und jedesmal, wenn etwas geschieht, was einem wieder etwas Hoffnung gibt, blüht der Traum von Neuem auf.
Mir selbst geht es dabei nicht um das perfekte Abziehbildchen eines Traumes. Keine Beziehung ist lupenrein weiß, kein Mensch ist perfekt. Meine Ansprüche sind sicherlich hoch, aber noch im Rahmen, denn eigentlich wünsche ich mir nur jemanden, der mir ähnlich ist, äußerlich wie innerlich und nicht allzuweit weg wohnt. Ich denke, dieser Wunsch ist durchaus legitim. Und dennoch und ich spreche hier nun aus rein persönlicher Erfahrung, ist die Anzahl der Menschen generell, die ich bisher getroffen habe, die diesem entsprachen, nicht grade sehr hoch. Während um einen herum viele Menschen sind, denen man durchaus auch Interesse zeigt. Die einen findet man attraktiv, die anderen von ihrer Persönlichkeit her interessant. Doch das goldene Gegenstück ist nicht darunter unter den vielen Begegnungen, die man macht, obgleich man sie schätzt und den Menschen mag.
Die Frage, die bleibt ist: lohnt es sich zu warten? lohnt es sich, die Ansprüche zu wahren, sich aufzuheben, für die wenigen Menschen, die einen erfüllen könnten, bevor man eine feste Beziehung eingeht? Oder sollte man lieber das jetzt leben? Zusammen sein, vielleicht auch nicht ganz unglücklich, aber irgendwo doch immer nur mit halben Herzen, weil man nicht genau das bekommt, was man sucht? Also quasi den Traum aufgeben? Oder ist es überhaupt generell falsch, ein Wunschbild zu haben, sich Vorstellungen zu machen, weil die Erfüllung letztendlich erst aus Wunschfreiheit erwächst, weil einen nur so das Leben erreichen kann? Oder ist es vielleicht stattdessen sogar der Wunschtraum selbst, aus dem man Kraft schöpft, der alles erst lebenswert macht?
Ich rede nun nicht davon, dass man sich auf niemanden einlassen sollte, der nicht dem Wunschbild entspricht, sondern viel mehr davon, was man im Hinterkopf behält. Mehr von einer Einstellung zu dem ganzen, bei der man in einem Fall einfach alles lebt auch wenn es nicht perfekt ist und es trotzdem genießt, weil man sich über das "perfekt" kein Bild gemacht hat oder im anderen Fall auf etwas hinschauen, ein Ziel, das man erreichen will, einen Traum zu leben und alles dazwischen ist eine lebenswerte, schöne Zeit, aber auch nur eine Zwischenstation zu dem Ziel, wo man eigentlich hin will, auf das man eigentlich wartet.
Ich rede nun nicht zwingend von der großen Liebe, die ewig anhält, nicht von dieser klassischen Vorstellungen, denn wenn ich ehrlich bin, halte ich "ewig" in den meisten Fällen für eine unerfüllbare Illusion. Abgesehen davon, das habe ich einmal durch eine sehr kurze, aber sehr intensive Beziehung gelernt, ist Zeit nicht zwingend ein Faktor für jenes Glück der großen Liebe. Ein perfekter Moment kann mehr Erfüllung bringen als 10 Jahre, in denen das Glas nur halbvoll ist. Auch wenn ich sicher anders denke, wenn ich wegen Liebeskummer weinend im Bett liege, aber generell zählt für mich der Inhalt mehr als die Zeit. Und ewig ist sowieso nichts, irgendwann kommt der Punkt, an dem jeder in einer Kiste in die Erde sinkt, somit ist unser Leben (zumindest hier) auch nicht mehr als ein langer Moment. Ein Ende raubt der Sache in meinen Augen nicht ihren Wert. Denn was einmal in einem perfekten Moment, um das wieder aufzugreifen, passierte, ist passiert und unwiderruflich, auch wenn es einmal ein Ende hat.
Wie gesagt, frage ich mich nur, ob es Sinn macht, auf diesen "Moment" zu warten oder ob man diesen Traum besser aufgeben sollte und sich stattdessen am Leben aus halbvollen Gläsern betrinken sollte. Mir kommt es jedenfalls manchmal so vor, als würde ich in meinem Leben auf etwas Tieferes warten, während ich mich sonst oberflächlich an dem, was das Leben so bringt erfreue. Warten auf den Moment und das Gefühl, angekommen zu sein, mehr als temporäre Freude, einen Moment, der auch dann noch erfüllt, wenn er längst vergangen ist.
Vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, was ich meine. Ich hoffe dennoch, ein paar Antworten zu bekommen und nicht nur typische lesarion-Antworten
Genauer gesagt geht es um den ewigen Traum von der großen Liebe oder den großen Lieben, da ich damit nun nicht den zeitlichen Aspekt meine. Es ist ja so, dass der Mensch bestimmte Vorstellungen mitbringt, Wunschvorstellungen, wie eine harmonische Beziehung zu sein hat, Wunschvorstellungen, die die Traumfrau zu sein hat. Mancher hat mehr Ansprüche, mancher weniger.
Den Wunschvorstellungen gegenüber steht die Realität mit manchmal mehr schlechten als rechten Beziehungen, die nicht annähernd das Traumbild erreichen, mit Menschen, die mehr oder weniger, meist mehr letzteres den eigenen Vorstellungen entsprechen.
Grade als Frau, die Frauen liebt, ist die "Auswahl" (wie ich dieses Wort liebe...) an Menschen, die ähnlich empfinden, recht gering. Geringer ist somit auch die Wahrscheinlichkeit, den Menschen zu finden, der den eigenen Ansprüchen sehr nahe kommt, mit dem man das leben kann, was man sich wünscht. Und doch sehnt man sich nach diesem Menschen und jedesmal, wenn etwas geschieht, was einem wieder etwas Hoffnung gibt, blüht der Traum von Neuem auf.
Mir selbst geht es dabei nicht um das perfekte Abziehbildchen eines Traumes. Keine Beziehung ist lupenrein weiß, kein Mensch ist perfekt. Meine Ansprüche sind sicherlich hoch, aber noch im Rahmen, denn eigentlich wünsche ich mir nur jemanden, der mir ähnlich ist, äußerlich wie innerlich und nicht allzuweit weg wohnt. Ich denke, dieser Wunsch ist durchaus legitim. Und dennoch und ich spreche hier nun aus rein persönlicher Erfahrung, ist die Anzahl der Menschen generell, die ich bisher getroffen habe, die diesem entsprachen, nicht grade sehr hoch. Während um einen herum viele Menschen sind, denen man durchaus auch Interesse zeigt. Die einen findet man attraktiv, die anderen von ihrer Persönlichkeit her interessant. Doch das goldene Gegenstück ist nicht darunter unter den vielen Begegnungen, die man macht, obgleich man sie schätzt und den Menschen mag.
Die Frage, die bleibt ist: lohnt es sich zu warten? lohnt es sich, die Ansprüche zu wahren, sich aufzuheben, für die wenigen Menschen, die einen erfüllen könnten, bevor man eine feste Beziehung eingeht? Oder sollte man lieber das jetzt leben? Zusammen sein, vielleicht auch nicht ganz unglücklich, aber irgendwo doch immer nur mit halben Herzen, weil man nicht genau das bekommt, was man sucht? Also quasi den Traum aufgeben? Oder ist es überhaupt generell falsch, ein Wunschbild zu haben, sich Vorstellungen zu machen, weil die Erfüllung letztendlich erst aus Wunschfreiheit erwächst, weil einen nur so das Leben erreichen kann? Oder ist es vielleicht stattdessen sogar der Wunschtraum selbst, aus dem man Kraft schöpft, der alles erst lebenswert macht?
Ich rede nun nicht davon, dass man sich auf niemanden einlassen sollte, der nicht dem Wunschbild entspricht, sondern viel mehr davon, was man im Hinterkopf behält. Mehr von einer Einstellung zu dem ganzen, bei der man in einem Fall einfach alles lebt auch wenn es nicht perfekt ist und es trotzdem genießt, weil man sich über das "perfekt" kein Bild gemacht hat oder im anderen Fall auf etwas hinschauen, ein Ziel, das man erreichen will, einen Traum zu leben und alles dazwischen ist eine lebenswerte, schöne Zeit, aber auch nur eine Zwischenstation zu dem Ziel, wo man eigentlich hin will, auf das man eigentlich wartet.
Ich rede nun nicht zwingend von der großen Liebe, die ewig anhält, nicht von dieser klassischen Vorstellungen, denn wenn ich ehrlich bin, halte ich "ewig" in den meisten Fällen für eine unerfüllbare Illusion. Abgesehen davon, das habe ich einmal durch eine sehr kurze, aber sehr intensive Beziehung gelernt, ist Zeit nicht zwingend ein Faktor für jenes Glück der großen Liebe. Ein perfekter Moment kann mehr Erfüllung bringen als 10 Jahre, in denen das Glas nur halbvoll ist. Auch wenn ich sicher anders denke, wenn ich wegen Liebeskummer weinend im Bett liege, aber generell zählt für mich der Inhalt mehr als die Zeit. Und ewig ist sowieso nichts, irgendwann kommt der Punkt, an dem jeder in einer Kiste in die Erde sinkt, somit ist unser Leben (zumindest hier) auch nicht mehr als ein langer Moment. Ein Ende raubt der Sache in meinen Augen nicht ihren Wert. Denn was einmal in einem perfekten Moment, um das wieder aufzugreifen, passierte, ist passiert und unwiderruflich, auch wenn es einmal ein Ende hat.
Wie gesagt, frage ich mich nur, ob es Sinn macht, auf diesen "Moment" zu warten oder ob man diesen Traum besser aufgeben sollte und sich stattdessen am Leben aus halbvollen Gläsern betrinken sollte. Mir kommt es jedenfalls manchmal so vor, als würde ich in meinem Leben auf etwas Tieferes warten, während ich mich sonst oberflächlich an dem, was das Leben so bringt erfreue. Warten auf den Moment und das Gefühl, angekommen zu sein, mehr als temporäre Freude, einen Moment, der auch dann noch erfüllt, wenn er längst vergangen ist.
Vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, was ich meine. Ich hoffe dennoch, ein paar Antworten zu bekommen und nicht nur typische lesarion-Antworten