was es sich zu opfern lohnt...
Liebe Community,
da ich schon seit mehreren Monaten nur auf der Stelle trete und mit allen mir eng vertrauten Personen bereits gesprochen habe, erhoffe ich mir nun auf diesem Wege noch neuen Input und vor allem Erfahrungsaustausch mit Frauen, die sich in einer ähnlichen Lebenslage befinden oder befunden haben.
Ich, 30J, seit mehreren Jahren in einer Beziehung mit einem Mann (dem tollsten Mann auf Erden), der eine langjährige enge Freundschaft vorausging, habe mich im Juni letzten Jahres in eine Frau verliebt, mit der ich seither eine Art Affäre habe. Sie weiß von ihm, er weiß nichts von ihr.
Mit meinem Partner führe ich eine super harmonische Beziehung. Wir haben dieselben Interessen, gemeinsame Hobbies, einen gemeinsamen Freundeskreis, denselben Humor, wir leben zusammen, teilen uns alles, mögen dasselbe Essen, haben dieselben Lebenseinstellungen, Werte, Wünsche.. Ich habe mich noch nie so gut in einer Beziehung gefühlt, er ist der tollste Mann der Welt, mein Gegenstück. Eigentlich stünde jetzt dann die Familienplanung an. Ich wollte schon immer eine Familie, ich liebe Kinder und wäre an sich schon vor Jahren dazu bereit gewesen. Jetzt hat sich theoretisch alles gefestigt, die Finanzen passen, der Wohnraum ist da.. also eigentlich Zeit für Nachwuchs. Tja, wäre da nicht sie…
Ich habe mich schon immer für Frauen interessiert, öfters mal heftig verliebt. Bis auf rumknutschen, ein paar Mal bisschen rummachen, ein paar Dates war aber nie. Hat einfach in der Vergangenheit nie zusammengepasst, entweder sie wollte nicht oder ich nicht. Das ein oder andere Mal wäre ich an einer Beziehung schon interessiert gewesen. Längere Beziehungen gab es nur mit Männern, die immer aus einer guten Freundschaft entstanden sind. Das „Verlieben“ war immer unterschiedlich: bei Frauen hat es mich getroffen wie ein Blitz, ging durch den ganzen Körper.. bei Männern war es eher ein sich sehr mögen, am liebsten Zeit mit dieser Person verbringen, sich gut und geborgen zusammen fühlen. Sex hat in diesen Beziehungen (wie auch in meiner jetzigen) immer eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Da ich in meiner frühen Jugend sexuelle Gewalt erfahren habe (was in einer Therapie auch soweit wie möglich aufgearbeitet wurde), habe ich das immer etwas als einen (Mit-) Grund gesehen, warum ich Sex nicht wichtig finde, warum Sex mir wenig gibt.. mein jetziger Partner hat das auch immer verstanden und wir haben für uns einfach akzeptiert, dass wir sehr wenig Sex haben und damit eine etwas andere Beziehung führen als andere. Aber dass das in Ordnung für uns ist.
Ich hab mich selbst in die Schublade „bi-sexuell“ gesteckt, auch wenn ich eigentlich der Meinung bin es braucht keine Schubladen – irgendwie habe ich für mich selbst eine Definition gebraucht.
Dann hab ich sie kennengelernt und es hat mich eiskalt erwischt. Ich konnte die Finger nicht von ihr lassen aber gleichzeitig wollte ich auch meine Partnerschaft nicht beenden. Dann kam auch der erste wirkliche Sex mit einer Frau und.. es hat mir die Füße weggezogen. Auf einmal habe ich verstanden, was alle so toll an Sex finden und ich hatte mit ihr an einem Tag mehr Sex als in meinem ganzen Leben zusammengezählt. Wir haben uns beide ineinander verliebt, es geht also generell nicht nur um Sex. Sie ist ein paar Jahre jünger, befindet sich in einer komplett anderen Lebenssituation, Familiengründung liegt bei ihr noch Jahre fern. Wir haben zwar auch viel gemeinsam, aber auch einige Unterschiede. Wir reden viel, natürlich will sie eine Beziehung mit mir, aber sie kann auch nachvollziehen, warum ich meinen Partner nicht verlassen kann. Vor einem halben Jahr haben wir die Affäre auch schon mal beendet (Gewissensgründe), aber dann 1,5 Monate später wieder aufgewärmt.
So, nun stehe ich da, ich dachte mit der Zeit finde ich schon heraus, was ich will, was ich brauche, aber ich komme nicht weiter. In einem Moment bin ich 100% davon überzeugt, dass ich meinen Partner, diesen perfekten Mann, nie verlassen kann.. im nächsten Moment bin ich 100% davon überzeugt, dass ich mit ihr zusammen sein möchte und ich nicht leugnen kann, dass ich schon rein körperlich gesehen auf Frauen stehe. Und dieses Schwanken ist mehrfach täglich da– ich bleibe nie länger bei einem Gefühl stehen. Mit ihm habe ich nie darüber gesprochen, für ihn würde eine Welt zusammenbrechen – für ihn sind wie „die Perfektion“. Weil eben auch alles so gut passt, wie ich es beschrieben habe. Auch würde er niemals akzeptieren, dass ich nebenher noch eine andere habe. Das ist somit keine Lösung.
Also habe ich nun den eigentlich perfekten Mann gefunden. Klar, da fehlt etwas, die körperliche Anziehung und der Sex, es gab auch nie ein Verknallens-Gefühlsfeuerwerk. Aber ist nicht das, was auf Dauer glücklich macht, das, wobei man sich wohl und sicher fühlt und das, was Bestand hat? Das 100% Paket erhält man doch nie, es passt immer irgendwas nicht bei einer Partnerschaft. Kann man vielleicht einfach auf diese körperliche Komponente verzichten? Vergeht das Feuerwerk nicht sowieso nach einer Zeit und die körperliche Anziehung und der Sex lassen mit den Jahren nach? Das was ja auf Dauer zählt sind liebevoller Umgang, gemeinsame Interessen, Werte und Harmonie.. Und würde mich nicht vielleicht die Familie, die Liebe zu eigenen Kindern mich so erfüllen, dass alles andere in der Hintergrund rückt?
Auf der anderen Seite.. kann man die Sexualität auf Dauer ignorieren bzw. akzeptieren, dass man mit dem für einen „falschen“ Geschlecht zusammen ist? Kann ich wieder zurückgehen zu dem Punkt, dass Sex mir nicht wichtig ist, nach dem was ich mit ihr erfahre? Ist es der richtige Weg, die Gefühle ihr gegenüber bei Seite zu legen? Setze ich jetzt vielleicht Kinder in die Welt und bekomme in 10 Jahren eine Krise und zerstöre eine Familie, um mit einer Frau zusammen zu sein? Es geht also nicht nur um die Frage: er oder sie. Sondern auch generell: er oder eine Frau.
Ich möchte hier wirklich keine Gewissensfragen thematisieren (habt keine Sorge, ich setze mich damit ständig selbst auseinander). Mir geht es darum vielleicht von jemandem mit Erfahrungen in diesem Thema Einblicke zu erhalten, warum sie welche Entscheidung getroffen hat, was nach einigen Jahren (zb mit Familie) die Sicht auf die Dinge wie Sex, körperliche Anziehung usw. sind.
Egal, welche Entscheidung ich treffe, ich muss etwas sehr bedeutsames opfern..
da ich schon seit mehreren Monaten nur auf der Stelle trete und mit allen mir eng vertrauten Personen bereits gesprochen habe, erhoffe ich mir nun auf diesem Wege noch neuen Input und vor allem Erfahrungsaustausch mit Frauen, die sich in einer ähnlichen Lebenslage befinden oder befunden haben.
Ich, 30J, seit mehreren Jahren in einer Beziehung mit einem Mann (dem tollsten Mann auf Erden), der eine langjährige enge Freundschaft vorausging, habe mich im Juni letzten Jahres in eine Frau verliebt, mit der ich seither eine Art Affäre habe. Sie weiß von ihm, er weiß nichts von ihr.
Mit meinem Partner führe ich eine super harmonische Beziehung. Wir haben dieselben Interessen, gemeinsame Hobbies, einen gemeinsamen Freundeskreis, denselben Humor, wir leben zusammen, teilen uns alles, mögen dasselbe Essen, haben dieselben Lebenseinstellungen, Werte, Wünsche.. Ich habe mich noch nie so gut in einer Beziehung gefühlt, er ist der tollste Mann der Welt, mein Gegenstück. Eigentlich stünde jetzt dann die Familienplanung an. Ich wollte schon immer eine Familie, ich liebe Kinder und wäre an sich schon vor Jahren dazu bereit gewesen. Jetzt hat sich theoretisch alles gefestigt, die Finanzen passen, der Wohnraum ist da.. also eigentlich Zeit für Nachwuchs. Tja, wäre da nicht sie…
Ich habe mich schon immer für Frauen interessiert, öfters mal heftig verliebt. Bis auf rumknutschen, ein paar Mal bisschen rummachen, ein paar Dates war aber nie. Hat einfach in der Vergangenheit nie zusammengepasst, entweder sie wollte nicht oder ich nicht. Das ein oder andere Mal wäre ich an einer Beziehung schon interessiert gewesen. Längere Beziehungen gab es nur mit Männern, die immer aus einer guten Freundschaft entstanden sind. Das „Verlieben“ war immer unterschiedlich: bei Frauen hat es mich getroffen wie ein Blitz, ging durch den ganzen Körper.. bei Männern war es eher ein sich sehr mögen, am liebsten Zeit mit dieser Person verbringen, sich gut und geborgen zusammen fühlen. Sex hat in diesen Beziehungen (wie auch in meiner jetzigen) immer eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Da ich in meiner frühen Jugend sexuelle Gewalt erfahren habe (was in einer Therapie auch soweit wie möglich aufgearbeitet wurde), habe ich das immer etwas als einen (Mit-) Grund gesehen, warum ich Sex nicht wichtig finde, warum Sex mir wenig gibt.. mein jetziger Partner hat das auch immer verstanden und wir haben für uns einfach akzeptiert, dass wir sehr wenig Sex haben und damit eine etwas andere Beziehung führen als andere. Aber dass das in Ordnung für uns ist.
Ich hab mich selbst in die Schublade „bi-sexuell“ gesteckt, auch wenn ich eigentlich der Meinung bin es braucht keine Schubladen – irgendwie habe ich für mich selbst eine Definition gebraucht.
Dann hab ich sie kennengelernt und es hat mich eiskalt erwischt. Ich konnte die Finger nicht von ihr lassen aber gleichzeitig wollte ich auch meine Partnerschaft nicht beenden. Dann kam auch der erste wirkliche Sex mit einer Frau und.. es hat mir die Füße weggezogen. Auf einmal habe ich verstanden, was alle so toll an Sex finden und ich hatte mit ihr an einem Tag mehr Sex als in meinem ganzen Leben zusammengezählt. Wir haben uns beide ineinander verliebt, es geht also generell nicht nur um Sex. Sie ist ein paar Jahre jünger, befindet sich in einer komplett anderen Lebenssituation, Familiengründung liegt bei ihr noch Jahre fern. Wir haben zwar auch viel gemeinsam, aber auch einige Unterschiede. Wir reden viel, natürlich will sie eine Beziehung mit mir, aber sie kann auch nachvollziehen, warum ich meinen Partner nicht verlassen kann. Vor einem halben Jahr haben wir die Affäre auch schon mal beendet (Gewissensgründe), aber dann 1,5 Monate später wieder aufgewärmt.
So, nun stehe ich da, ich dachte mit der Zeit finde ich schon heraus, was ich will, was ich brauche, aber ich komme nicht weiter. In einem Moment bin ich 100% davon überzeugt, dass ich meinen Partner, diesen perfekten Mann, nie verlassen kann.. im nächsten Moment bin ich 100% davon überzeugt, dass ich mit ihr zusammen sein möchte und ich nicht leugnen kann, dass ich schon rein körperlich gesehen auf Frauen stehe. Und dieses Schwanken ist mehrfach täglich da– ich bleibe nie länger bei einem Gefühl stehen. Mit ihm habe ich nie darüber gesprochen, für ihn würde eine Welt zusammenbrechen – für ihn sind wie „die Perfektion“. Weil eben auch alles so gut passt, wie ich es beschrieben habe. Auch würde er niemals akzeptieren, dass ich nebenher noch eine andere habe. Das ist somit keine Lösung.
Also habe ich nun den eigentlich perfekten Mann gefunden. Klar, da fehlt etwas, die körperliche Anziehung und der Sex, es gab auch nie ein Verknallens-Gefühlsfeuerwerk. Aber ist nicht das, was auf Dauer glücklich macht, das, wobei man sich wohl und sicher fühlt und das, was Bestand hat? Das 100% Paket erhält man doch nie, es passt immer irgendwas nicht bei einer Partnerschaft. Kann man vielleicht einfach auf diese körperliche Komponente verzichten? Vergeht das Feuerwerk nicht sowieso nach einer Zeit und die körperliche Anziehung und der Sex lassen mit den Jahren nach? Das was ja auf Dauer zählt sind liebevoller Umgang, gemeinsame Interessen, Werte und Harmonie.. Und würde mich nicht vielleicht die Familie, die Liebe zu eigenen Kindern mich so erfüllen, dass alles andere in der Hintergrund rückt?
Auf der anderen Seite.. kann man die Sexualität auf Dauer ignorieren bzw. akzeptieren, dass man mit dem für einen „falschen“ Geschlecht zusammen ist? Kann ich wieder zurückgehen zu dem Punkt, dass Sex mir nicht wichtig ist, nach dem was ich mit ihr erfahre? Ist es der richtige Weg, die Gefühle ihr gegenüber bei Seite zu legen? Setze ich jetzt vielleicht Kinder in die Welt und bekomme in 10 Jahren eine Krise und zerstöre eine Familie, um mit einer Frau zusammen zu sein? Es geht also nicht nur um die Frage: er oder sie. Sondern auch generell: er oder eine Frau.
Ich möchte hier wirklich keine Gewissensfragen thematisieren (habt keine Sorge, ich setze mich damit ständig selbst auseinander). Mir geht es darum vielleicht von jemandem mit Erfahrungen in diesem Thema Einblicke zu erhalten, warum sie welche Entscheidung getroffen hat, was nach einigen Jahren (zb mit Familie) die Sicht auf die Dinge wie Sex, körperliche Anziehung usw. sind.
Egal, welche Entscheidung ich treffe, ich muss etwas sehr bedeutsames opfern..