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Forum » Transgender/Intersexuell » Threadwas heißt frau/ was heißt mann?
18.02.2006 19:46
HiddenNickname
0 hey ihr lieben. ich knabber schon eine ganze weile an einer sache. vielleicht habt ihr ein paar schlaue ideen dazu, bwz. lasst euch auf eine diskussion ein. das würde mich total freuen. da das thema mir ziemlich nahe geht, hol ich mal etwas weiter aus. sorry jetzt schon, wenn's ein roman wird wie die themenüberschrift schon andeutet, geht es um geschlechtsrollen/bilder/ident itäten. und ich fang mal mit einer sache an, über die ich mich bei meiner trans*-affäre letztens tierisch aufgeregt habe: wir haben bei ihm ziemlich wild rumgemacht. ich war eigentlich sehr müde und meinte: hey. lass uns einen porno (er hat genug davon) reinschieben und einfach wichsen. seine antwort: oh gott, nee. das kann ich nicht mit'nem mädchen. ich bin echt ausgerastet. ich weiß nicht, ob ihr das nachvollziehen könnt. aber einerseits geben er und andere trans*leute sich als super queer und offen. andererseits werd ich total in eine schublade gesteckt. und zwar exakt in die, gegen die ich mich zeit meines lebens gewehrt habe. nämlich die "frauen"-schublade (und in die mich keine lesbe bislang wieder reingesteckt hat). (bitte jetzt keine erklärung im sinne, vielleicht war es ihm nur unangenehm oder was auch immer, und da hat er das als erstbeste ausrede genommen - das mag sein, ist aber nicht der punkt um den es mir geht) denn das ist etwas, was mir in der trans*welt immer wieder begegnet. das ich als biologische frau begrenzt werde, nach dem motto: das ist "männersache" oder "der witz ist zu versaut, hör mal weg" oder " warum fährst du so ein auto, das ist doch voll der männerwagen" (sic!!) oder "so wie du sex hast, du kannst nur schwul sein" etc. pp. ich reg mich dann immer auf. und dann heißt es wie bei den schlimmsten macho-heterotypen: hey, hab dich nicht so. warum regst du dich so auf. du BIST doch schließlich eine frau... worauf ich dabei nie eine vernünftige antwort bekommen habe, ist die frage, ob es trans*personen die zweigeschlechtlichkeit aus bestimmten gründen sehr viel wichtiger ist, als manch anderen. ist das so? oder wie ist eure erfahrung? ich hab schon immer auf butches gestanden und später - früher gab's das ja nicht so - dann auch auf trans*personen. also bitte nicht falsch verstehen was ich schreibe. es geht mir nicht um kritik, sondern darum etwas zu verstehen, was ich nicht verstehe. oder nein, stimmt nicht ganz. ist auch kritik dabei... denn auf einer theoretischen ebene bin ich verfechterin der dekonstruktion von zweigeschlechtlichkeit. alles was ich bei mir "geschlechtsstereotyp&quo t; inszeniere, hat etwas mit sex und mit spiel zu tun. und geschieht immer in dem bewußtsein, dass ich genauso gut auch ganz anders auftreten kann (und auch tue)alle männlichen oder weiblichen zuschreibungen sind für mich gesellschaftliche codierungen, die aufgezwungen/sozialisationsbed ingt sind und definitiv nicht bioloisch bedingt oder was auch immer. der begriff frau hat für mich immer alles mit eingefasst. von der super-tussi mit heiratswunsch bis zur super maskulinen butch, die in ihrem leben niemals etwas "feminines" machen oder anziehen würde. und genauso verhält es sich bei mir. ich bin alles mögliche. je nach dem. und dann les ich wie tim (bitte verzeih, dass ich dich hier zitiere. ich bin ansonsten ein großer fan von deinen intelligenten beiträgen)schreibt: "Wenn ich je etwas imitiert habe, dann war es das Verhalten einer Frau und das war damals, als ich mich in eine weibliche Rolle gezwungen habe um auch mal "normal" zu sein. Damals, als Frau, als Schauspieler, dort musste ich imitieren, weil ich nicht wusste, wie man eine Frau ist." glaubst du das ich wußte wie sich eine frau verhält? oder eine butch? oder auch eine hetera, die sich immer schon sehr jungenhaft gefühlt hat? was soll das denn heißen, sich wie eine frau zu fühlen? und was ist dabei als "normal" zu verstehen? ich habe zum beispiel niemals röcke getragen (bis zu meinem femme-coming out vor wenigen jahren), mädchenspiele und puppen waren absolut unter meiner ehre und ich konnte mich bis auf die knochen mit anderen prügeln. und auch heute fühle ich mich in der denkweise und vielem anderen den schwulen näher als manchen lesben. und trotzdem bin ich nicht transidentisch. ich immer ein mädchen. und ich WOLLTE dabei nie lernen, so zu sein, wie die gesellschaftliche mehrheit fand, wie ich sein soll. und ich denke, dass es einigen von uns so ging oder geht. so viele lesben/butches/maskuline frauen etc. haben in all den jahrzehnten die kategorie "FRAU" erweitert, so dass all das was wir sind oder sein können, da rein passt. und nun beobachte ich mit (liebevoller) besorgnis, wie in der trans*szene oftmals wieder ganz archaische männer/frauen-eingrenzungen gang und gäbe sind und ohne vorwarnung auf alle anwesenden drübergestülpt werden. könnt ihr nachvollziehen was ich meine? und warum ich ein problem damit habe? ich will transsexualität nicht in frage stellen. aber jede kleine baby-dyke, die früher einfach eine butch oder eine lesbe war, bezeichnet sich heute als transgender. und ich frage mich, ob das avantgarde ist oder backlash in richtung einer neuen konservativen geschlechterdichotomie. das bei einem nicht ganz normgerechten auftreten die seiten ("ich bin eigentlich ein mann) gewechselt werden, anstatt die kategorie "frau" zu erweitern. und wie gesagt, damit meine ich nicht transsexualität im allgemeinen. sondern eher den hype, den ich grad beobachte. es ist total uncool "lesbe" zu sein, aber es ist super cool als "mann" zu passen. Und ich weiß natürlich warum das so ist. (ist ja auch netter zum weniger diskriminierten teil der menschheit zu gehören). aber traurig macht es mich schon. ich habe eine affäre in canada, die mehr typ ist als eigentlich alle trans*männer, die ich so persönlich kenne. und sie lebt das einfach so. und zwar schon sehr lange (ist deutlich über vierzig). und nun wird sie z.T. in der eigenen szene angegriffen, dass sie sich nicht als trans* outet. was geht denn da bloß grad alles ab? oder meint ihr, einiges wird sich wieder einpendeln? die trans*bewegung steckt ja quasi noch in der pubertät ich weiß. ist ein roman geworden. aber über ein paar antworten wär ich schrecklich dankbar. grüße singa
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20.03.2006 23:31
HiddenNickname
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