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Forum » Transgender/Intersexuell » Thread

was sagt Ihr dazu?

29.05.2008 00:58
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Betreff: Hormonbehandlung mit Estradiol-Depot und Progesteron-Depot

Sehr geehrte Frau XXXXXX,

fýr Ihr Fax mýchten wir uns bedanken. Mit einer Stellungnahme zu den von
Ihnen beigefýgten Therapieempfehlungen kýnnen wir Ihnen leider nicht
dienen, doch mýchten wir Ihnen gern Folgendes mitteilen:

Da sich immer wieder ýrzte und Betroffene an uns mit der Bitte wenden,
ihnen Informationen zu Prýparaten unserer Firma zu erteilen, die zur
Hormonbehandlung Transsexueller geeignet sind, wissen wir von den Problemen
transsexueller Menschen. Wir sind gern bereit, Ihnen uns bekannte
Informationen zukommen zu lassen, mýssen Ihnen aber auch mitteilen, dass
keines unserer Hormonprýparate fýr diese Indikation eine Zulassung besitzt,
so dass wir ýber keinerlei eigene Erfahrungen im Rahmen der
gegengeschlechtlichen Hormontherapie verfýgen. Die Entscheidung, ob ein
Prýparat geeignet ist und welche Dosierung jeweils zu wýhlen ist, verbleibt
deshalb einzig und allein beim behandelnden bzw. in dieser Therapie
erfahrenen Arzt.

Fýr die Therapie einer Mann-zur-Frau-Umwandlung wurde in der Vergangenheit
oftmals auf sehr hohe Estrogendosierungen mittels eines Depot-Estrogens
(Progynon Depot 100) zurýckgegriffen, so dass alle 2 Wochen 100 mg
Estradiolvalerat injiziert wurden. Dieses Prýparat steht schon lange nicht
mehr zur Verfýgung, auýerdem scheint man auch mit niedrigeren Dosierungen
den gewýnschten Therapieerfolg erzielen zu kýnnen. Denkbar wýre somit u.U.,
z.B. Estradiol-Depot 10 mg JENAPHARM mit 10 mg Estradiolvalerat/Amp.
intramuskulýr zu applizieren (Empfehlung von Prof. Eicher: alle 2 Wochen 2
Ampullen i.m.). Durch die Estrogengabe im ýberschuss wird laut Literatur
eine schnelle Verweiblichung des Patienten, einschlieýlich
Brustvergrýýerung, erreicht.

In der Literatur findet man darýber hinaus Hinweise, dass zusýtzlich zur
Estrogentherapie die Antiandrogentherapie mit Cyproteronacetat empfohlen
wird, wobei die Dosierung sich zwischen 20 und 100 mg bewegt, je nach
Stýrke der vorhandenen Kýrperbehaarung. Somit folgen auch Ihre behandelnden
ýrzte diesen Empfehlungen, da Cyproteronacetat ýber eine ausgeprýgte
antiandrogene Wirkung verfýgt. Inwieweit bzw. in welchem Ausmaý dies auch
mit Progesteron gelingt, wissen wir nicht, denn Progesteron verfýgt
lediglich ýber 5 bis 10% der antiandrogenen Wirksamkeit von
Cyproteronacetat.
Auch eine orale Gabe von Estrogenen, z.B. Ethinylestradiol 25 ýg JENAPHARM,
in einer Dosierung von bis zu 100 ýg týglich wurde noch in jýngster
Vergangenheit hýufig empfohlen. Jedoch hat man herausgefunden (M.A. van
Trotsenburg et al. ýDie hormonelle Behandlung transsexueller Personený),
dass unter dieser Therapie bei Personen ýber 40 Jahren das Thromboserisiko
um das 20fache erhýht ist im Vergleich zu einer transdermalen Therapie.
Deshalb steht man dieser Therapie inzwischen mit entsprechender Skepsis
gegenýber und verweist auf entsprechende Alternativen mit 17ý-Estradiol,
wobei es aber auch hier bei einer hochdosierten oralen Dauertherapie
mýglicherweise zu einem erhýhten Thromboserisiko sowie zu schýdigenden
Einflýssen auf die Leber kommen kann. Estradiol steht bekanntlich in
verschiedenen Applikationsformen zur Verfýgung, so dass dieses oral,
transdermal, als Gel oder Nasalspray verabreicht werden kann. Laut van
Trotsenburg et al. wird mit Estradiol zwar langsamer, aber gleich effektiv
und deutlich sicherer die gewýnschte Verweiblichung erreicht.
ýquivalente Dosierungen zu 50 ýg Ethinylestradiol werden mit 2 mg
Estradiolvalerat p.o., 50 ýg/24 h transdermal oder 1,5 mg Estradiol-Gel
(entspricht 2 Dosiereinheiten a 1,25 g Gel) angegeben. Nach Meinung der
Autoren kýnnen mit einer Standarddosis von 100 ýg Estradiol transdermal/24
h oder týglich oral 4 mg Estradiolvalerat sowie týglich oral 50-100 mg
Cyproteronacetat die mýnnlichen sekundýren Geschlechtsmerkmale wie
Kýrperbehaarung, scharfe Gesichtskonturierung, muskulýrer Habitus usw.
subjektiv zufriedenstellend zurýckgedrýngt werden.

Wir bedauern, Ihnen in diesem Fall nicht besser weiterhelfen zu kýnnen und
mýchten Ihnen auch nicht die Information vorenthalten, dass wir vermutlich
innerhalb des nýchsten Jahres, jedoch spýtestens 2010, die beiden
Depotprýparate (Estradiol-Depot 10 mg und Progesteron-Depot) aufgrund
gesetzlicher Bestimmungen (Nachzulassungsverordnung) nicht mehr in den
Handel bringen kýnnen, was wir natýrlich sehr bedauern. Es tut uns leid,
Ihnen keine andere Nachricht geben zu kýnnen, zumal wir wissen, wie
schwierig sich die hormonelle Behandlung Transsexueller im Einzelfall
gestalten kann.

Mit freundlichen Grýýen
JENAPHARM GmbH & Co. KG

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Toll oder Danke Deutschland. Was können wir dagegen unternehmen?


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02.06.2008 21:52
02.06.2008 21:36
31.05.2008 12:08
editiert am 01.06.2008 16:03 melden kommentieren
31.05.2008 11:00
31.05.2008 08:26
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30.05.2008 21:00
29.05.2008 22:21
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editiert am 29.05.2008 16:16 melden kommentieren
29.05.2008 12:27
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29.05.2008 11:37

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