zwar schon von 2000, aber lustig!
Italien: Homosexualität gilt nicht mehr als Krankheit
Damit haben Schwule nun das Recht Blut zu spenden und sich als Organspender regestrieren zu lassen
von Birthe Arff
Rom - Ab sofort haben Homosexuelle in Italien ein Recht darauf, Blut zu spenden und sich als Organspender registrieren zu lassen. Dies war ihnen, so unglaublich es klingt, bisher verboten. Die Nachricht kommt vom parteilosen Gesundheitsminister Umberto Veronesi, der gemeinsam mit einer Kommission des Ministeriums für Gleichberechtigung diese Diskriminierung tilgte. Homosexualität wird im Rahmen dieser Gesetzesänderung auch von der staatlichen Liste der Krankheiten verschwinden.
Bisher wurde die "abweichende" sexuelle Orientierung in dieser Liste in einem Atemzug mit Schwindsucht, ansteckenden Geschlechtskrankheiten und Cholera genannt. Erst im Jahr 1991, unter Gesundheitsminister Francesco De Lorenzo, war diese Regelung eingeführt worden. Damals hielt man es für legitim, Menschen mit "gefährlichem" Sexualverhalten vom Blutspenden auszuschließen. Dies traf außer für Homosexuelle auch für Menschen zu, die die Insel Haiti besucht hatten, wo die Zahl der Aidsinfizierten besonders hoch ist.
"Eine absurde Regelung", so der ausgebildete Mediziner Veronesi, Mitglied der "Olivenbaum"-Koaliti on aus Sozialdemokraten, Sozialisten, Christdemokraten, Liberalen und Grünen. Homosexuelle dürften im vermeintlich aufgeklärten 21. Jahrhundert als Gruppe nicht ausgegrenzt werden. "Wenn man von gefährlichen Sexualpraktiken spricht, geht es nicht um Veranlagungen, sondern nur um Vorsicht und Schutz", so der Minister.
Der italienische Schwulenverband Arcigay begrüßte die Änderung. "Aus dem obligatorischen Fragenkatalog für Blutspender verschwindet endlich die Frage nach der sexuellen Veranlagung", so Präsident Franco Grillini. 700 000 Blutspendern im Jahr seien durch diese Frage nahe gelegt worden, dass gefährliche Krankheiten von homosexuellen Praktiken herrührten. Sehr positiv bewertet wird die Initiative auch von der italienischen Transplantations-Gesellschaft. "Die Bevölkerung braucht Aufklärung über Transplantationen, der Abbau von Diskriminierung kann dabei nur helfen", so Präsident Pasquale Colamartino.
Auch bei den rechten Oppositionsparteien stieß die Initiative auf ungewöhnlich einhellige Zustimmung. Sogar die postfaschistische Alleanza Nazionale begrüßte das Vorhaben. Aus dem Vatikan, der jüngst die Homosexuellen-Parade Gay Pride in Rom vehement attackiert hatte, war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.
Kritik kam kurioserweise einzig von medizinischer Seite: "Ich halte die Entscheidung für übereilt, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass durch die vermehrte Aufklärung Homosexuelle sich besser vor Aids schützen", sagte Girolamo Sirchia, Direktor des Transfusionszentrums der Mailänder Poliklinik. Da Transplantate international verschickt werden, sollte eine Entscheidung auf internationaler Ebene getroffen werden."
Damit haben Schwule nun das Recht Blut zu spenden und sich als Organspender regestrieren zu lassen
von Birthe Arff
Rom - Ab sofort haben Homosexuelle in Italien ein Recht darauf, Blut zu spenden und sich als Organspender registrieren zu lassen. Dies war ihnen, so unglaublich es klingt, bisher verboten. Die Nachricht kommt vom parteilosen Gesundheitsminister Umberto Veronesi, der gemeinsam mit einer Kommission des Ministeriums für Gleichberechtigung diese Diskriminierung tilgte. Homosexualität wird im Rahmen dieser Gesetzesänderung auch von der staatlichen Liste der Krankheiten verschwinden.
Bisher wurde die "abweichende" sexuelle Orientierung in dieser Liste in einem Atemzug mit Schwindsucht, ansteckenden Geschlechtskrankheiten und Cholera genannt. Erst im Jahr 1991, unter Gesundheitsminister Francesco De Lorenzo, war diese Regelung eingeführt worden. Damals hielt man es für legitim, Menschen mit "gefährlichem" Sexualverhalten vom Blutspenden auszuschließen. Dies traf außer für Homosexuelle auch für Menschen zu, die die Insel Haiti besucht hatten, wo die Zahl der Aidsinfizierten besonders hoch ist.
"Eine absurde Regelung", so der ausgebildete Mediziner Veronesi, Mitglied der "Olivenbaum"-Koaliti on aus Sozialdemokraten, Sozialisten, Christdemokraten, Liberalen und Grünen. Homosexuelle dürften im vermeintlich aufgeklärten 21. Jahrhundert als Gruppe nicht ausgegrenzt werden. "Wenn man von gefährlichen Sexualpraktiken spricht, geht es nicht um Veranlagungen, sondern nur um Vorsicht und Schutz", so der Minister.
Der italienische Schwulenverband Arcigay begrüßte die Änderung. "Aus dem obligatorischen Fragenkatalog für Blutspender verschwindet endlich die Frage nach der sexuellen Veranlagung", so Präsident Franco Grillini. 700 000 Blutspendern im Jahr seien durch diese Frage nahe gelegt worden, dass gefährliche Krankheiten von homosexuellen Praktiken herrührten. Sehr positiv bewertet wird die Initiative auch von der italienischen Transplantations-Gesellschaft. "Die Bevölkerung braucht Aufklärung über Transplantationen, der Abbau von Diskriminierung kann dabei nur helfen", so Präsident Pasquale Colamartino.
Auch bei den rechten Oppositionsparteien stieß die Initiative auf ungewöhnlich einhellige Zustimmung. Sogar die postfaschistische Alleanza Nazionale begrüßte das Vorhaben. Aus dem Vatikan, der jüngst die Homosexuellen-Parade Gay Pride in Rom vehement attackiert hatte, war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.
Kritik kam kurioserweise einzig von medizinischer Seite: "Ich halte die Entscheidung für übereilt, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass durch die vermehrte Aufklärung Homosexuelle sich besser vor Aids schützen", sagte Girolamo Sirchia, Direktor des Transfusionszentrums der Mailänder Poliklinik. Da Transplantate international verschickt werden, sollte eine Entscheidung auf internationaler Ebene getroffen werden."