von Eiraith
Flapp - Srrrrrrrrr - Flapp - Srrrrrrrrrrr - Flapp - Srrrrrrrrrrr ... ...
Die Hände an den kalten Eisenketten.
Der Himmel schaukelt vor und zurück.
Ich komme ihm näher, immer wieder, immer näher, der noch kalten Sonne, dem wieder strahlender werdenden Blau, den sanften Wolken.
Mein Mantel bläht sich im Wind, legt sich wieder zusammen, bläht sich, legt sich zusammen, kommt mir manchmal wie ein Paar Flügel vor, mit denen ich abheben und davonfliegen könnte. Nicht gleich erst. Nein, jetzt sofort - Flapp - wenn sie sich wieder ausfalten, wenn der Wind unter sie greift, jetzt, jetzt, JETZT!
Ich springe, breite die Arme aus - und lande im Sand.
Wieder einmal.
Seufzend werfe ich den Teil meines Schals zurück, der sich mal wieder um die falsche Schulter gewunden hat, und weiche der zurückschwingenden Schaukel aus.
Noch eben hatte sie mich erwischt. Davor auch.
Davor wiederum nicht.
Glückssache?
Ein Griff an die Eisenkette, die Schaukel stoppt, und noch ein Versuch.
Der erste Frühlingsähnliche Tag, viel zu früh im Jahr, und dennoch hält mich nichts mehr im Haus.Nach einem langen Spaziergang trieb es mich hierher, und nun ist es wie ein Zwang, immer wieder diese luftige Freiheit spüren, sanfte Sonnenstrahlen in den noch kahlen Baumästen spielen sehen, ein Vogel, noch mehr.. In der Luft liegen endlich wieder ihre Lieder.
Oder vielleicht höre ich sie erstmals wieder seit vielen vielen Tagen.
Auf und ab, mal dem Himmel, dem Glück, näher, dann wieder zurück, innerlich Anlauf nehmen, zum Sprung, zum Flug, eine kurze Zeit tatsächlich fast fliegen, und landen, manchmal mit der zurückschnellenden Schaukel im Kreuz, manchmal nicht.
Wie das Leben.
Und auch wenn ich morgen sicherlich überall blaue Flecken haben werde.
Das ist es mir wert!
copyright © by
Eiraith. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.